Wenn ERP-Anbieter nicht mehr weiter wissen…

Dr. ERPel

Die digitale Transformation erfasst alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche. Naja, fast alle. Am Flughafen von Linz (Österreich) ist der Bordkartenleser für den Zutritt zur Vielflieger-Lounge nach der Sicherheitskontrolle außer Betrieb. Dafür soll man sich dann eine Plastikmünze holen, um Eintritt zu erhalten; allerdings am Check-in, also vor der Sicherheitskontrolle. Die Alpenbewohner haben das clever gelöst. So vermeiden sie unnötigen Komfort, der doch nur verweichlicht.

„Österreich kämpft aktiv gegen die Digitalisierung“
Auch einige ERP-Anbieter haben so ihre Probleme mit aktuellen Themen. Neulich war Dr. ERPel bei einem Kunststoffspritzgussunternehmen, das immerhin über mehr als 40 Maschinen verfügt. Auch dieser Spritzgießer steht unter dem Druck des Marktes und so fragte der Geschäftsführer seinen ERP-Anbieter nach Hinweisen, wie er in seinem Betrieb Industrie 4.0 einführen könne.

„Der Anbieter schaute ihn mit leeren, weit aufgerissenen Augen an“
Der Name dieses Anbieters ist Dr. ERPel bekannt, er soll aber hier nicht bekanntgegeben werden. Jedenfalls schaute der Anbieter ratlos und sprach zum Kunden: „Sagen Sie mir doch, was Sie brauchen!“ Selbstverständlich erwarten die Kunden Orientierung und Hilfe vom ERP-Anbieter. Unternehmen, die das nicht leisten können oder wollen, verspielen ihre Zukunft.

„Dieser Anbieter verspielt seine Zukunft“
Woran mag das liegen? Vor dem Beginn der digitalen Transformation, also bevor es Cyberphysische Systeme und IoT gab, hatten sich viele Anbieter in einer äußerst komfortablen Nische eingerichtet. Die stets gewissenhaft eingesammelten Wartungsgebühren reichten zum Überleben aus - und viele Jahre lang wurden neue Funktionen bequem durch die Kunden vorfinanziert. Das alles hat sich nun dramatisch geändert. 

Dr. ERPel meint, solche Anbieter, wie der in dieser Kolumne beschriebene, werden früher oder später aus dem Markt gedrängt werden aufgrund ihrer Unwissenheit und Trägheit.