Software-Vertrieb wie Donald Trump?

Dr. ERPel

Regelmäßige Leser dieser Kolumne werden gemerkt haben, dass Dr. ERPel häufig beruflich mit ERP-Projekten zu tun hat. Er findet es selbstverständlich, dass er vor Projektbeginn eine Vertraulichkeitsvereinbarung unterzeichnet, denn der Kunde von Dr. ERPel möchte ganz gewiss nicht, dass seine Branchengeheimnisse weitergegeben werden.
 

„Normalerweise wird Wissen geschützt“
 

Umso erstaunter war Dr. ERPel jetzt, als er bei gleich zwei Auswahlverfahren von einer angesprochenen Software-Firma die Aussage erhielt, nur nach Unterzeichnung eines NDA (Non-Disclosure-Agreement) könne Auskunft über den Funktionsumfang der Software gegeben werden.
 

„Schwanken zwischen Lachen und Weinen“
 

Was hatte sich die in den USA angesiedelte Mutter des Cloud-ERP-Spezialisten bloß dabei gedacht? In über 50 Auswahlverfahren war Dr. ERPel noch nie von einem Software-Anbieter um eine Vertraulichkeitserklärung gebeten worden. Software-Unternehmen, jedenfalls normale Unternehmen dieser Art, machen doch jede denkbare Werbung für die Funktionalität ihrer Software - selbst für solche Funktionen, die sie noch gar nicht fertig entwickelt haben.


„Ein wissendes Lächeln erreichte ihn“
 

Dann fiel es Dr. ERPel wie Schuppen vom Gefieder: diesem speziellen, auf dem deutschen Markt im Bereich ERP besonders wenig erfolgreichen Software-Unternehmen geht es darum, den Mangel an Funktionalität zu verbergen. Die Berater sollen daran gehindert werden, überall herumzuerzählen, was die wolkige Software nicht kann. Eine tolle Idee, denkt Dr. ERPel. Er erfüllte den Wunsch der US-Amerikaner, indem er sie aus beiden Auswahlverfahren entfernte. So würde niemand erkennen können, dass sie nicht die für Deutschland und Europa erforderliche funktionale Reife aufwiesen. War da noch etwas? Ach so, Umsatz erzielt man übrigens auf diese Weise garantiert nicht.

 

Wer wissen möchte, um welche geniale ERP-Cloud-Lösung es sich handelt, schreibt bitte an 

Dr.ERPel@ERP-Management.de.