Auf die Oberfläche kommt es an: Leistungsfähige medizinische Implantate sorgen für mehr Lebensqualität im Alter oder nach Unfällen

Über 3 Millionen Implantate und chirurgische Instrumente beschichtet die DOT GmbH aus Rostock pro Jahr in einer sorgsam durchgeführten Einzel- und Kleinserienfertigung mit höchstem klinischem Qualitätsanspruch. Dies erfordert eine flexible und sichere Unternehmenssoftware von der Angebotserstellung über den auftragsspezifischen Fertigungsprozess bis zur schnellen Auslieferung.

Im Bereich der prothetischen Versorgung wurden in den letzten Jahren entscheidende Fortschritte erzielt. Hochwertige und ständig verbesserte medizinische Implantate mit innovativen Oberflächen haben daran einen entscheidenden Anteil. Diese Herausforderung erkennen vier Physiker und Ingenieure aus Rostock im Februar 1992 und gründen drei Jahre nach dem Mauerfall die DOT Dünnschicht- und Oberflächentechnologie GmbH in Rostock. Innerhalb von 20 Jahren ist aus dem Start-Up-Unternehmen einer der Weltmarktführer auf dem Gebiet der Beschichtungen für medizinische Implantate mit über 300 Beschäftigten und mehr als 25 Millionen Euro Jahresumsatz geworden.

DOT zählt zu den „Hidden Champions“, die dem deutschen Mittelstand in eindrucksvoller Weise weltweites Gewicht verleihen. Früh hat DOT auf Forschung und Entwicklung, eine leistungsfähige Organisation und eine flexible ERP-Software gesetzt, die mit dem Wachstumskurs sowie den hohen Qualitätsanforderungen in der Medizintechnik und der Kleinserienproduktion, die Tausende Implantattypen umfasst, Schritt hält. Heute ist DOT mit einer Produktionsfläche von 8 000 Quadratmetern einer der weltweit führenden Anbieter im Bereich der medizinischen Beschichtungstechnologie für Implantate und Instrumente sowie deren Reinraumverpackung.
 

Aller guten Dinge sind drei

Implantatoberflächen haben einen entscheidenden Einfluss auf die Ergebnisse orthopädischer Eingriffe. Im Vergleich zum Wettbewerb besteht das Alleinstellungsmerkmal der DOT GmbH in der außerordentlichen Breite des Produktportfolios an Beschichtungen und zusätzlichen Dienstleistungen, die einen großen Teil der Lieferkette im Gesamtprozess der Implantatfertigung abbilden und daher für die Originalhersteller der Implantate besonders attraktiv sind. Durch Forschung und Entwicklung ist DOT in der Lage, auf einem Implantat drei Beschichtungen unterschiedlicher Funktionalität, je nach Kundenwunsch, aufzubringen. Eine Fähigkeit, die für das Unternehmen bis heute einen klaren Wettbewerbsvorteil darstellt.
 

Forschung sichert Zukunftskraft

Mit der Einführung der BONIT®-Beschichtung betrat das Unternehmen auch weltweit gesehen absolutes Neuland. BONIT® wurde von DOT 1995 selbst entwickelt. Calcium-Phosphat-Beschichtungen tragen zur schnelleren Einheilung des Implantats bei. Während solche Schichten bis dato ausschließlich durch thermische Spritzverfahren aufgebracht wurden, hatte die DOT-Forschung ein elek-
tro-chemisches Verfahren entwickelt, bei dem die Schicht in einem nass-chemischen Bad auf dem Implantat abgeschieden wird. In den vergangenen 20 Jahren hat sich die BONIT®-Beschichtung aufgrund ihrer überlegenen Eigenschaften nicht nur in Deutschland und Europa durchgesetzt, sondern wird auch weltweit von vielen Anwendern geschätzt.


 

Kleinserienfertigung und Einzelfertigung

Pro Jahr durchlaufen mehr als 3 Millionen Produkte das Unternehmen. Das sind pro Werktag rund 12 000 Teile, die gleichzeitig bearbeitet werden. Und das ausschließlich in Kleinserien oder Einzelfertigungen verschiedenster Implantat-Typen (Orthopädie, Trauma, Wirbelsäule, Dental, Vaskulär) sowie medizinischer Instrumente. Diese müssen alle, je nach Kundenauftrag, vorbehandelt, teilweise mit mehreren Beschichtungen versehen, nachbehandelt, graviert, im Reinraum verpackt und auf Kundenwunsch zum Sterilisieren geschickt werden. Hier garantiert abas ERP eine reibungslose Produktionsplanung und zuverlässige Fertigung.
 

Detailgeplante Produktionsabläufe

Bei manchen Implantat-Systemen kann auch noch ein Montagevorgang hinzukommen. Mit jedem Prozessschritt ist eine In-Prozesskontrolle verbunden. Entsprechend den GMP*-Regeln muss immer chargenrein gearbeitet werden, um jede Verwechslung von Produkten auszuschließen. Außerdem muss zu jedem Zeitpunkt bekannt sein, an welchem Punkt der Prozesskette sich das Implantat gerade befindet. Nach Abschluss der Bearbeitung und erfolgter Endkontrolle ist sicherzustellen, dass die Produkte den Hersteller termingerecht in stoßfester Verpackung auf dem schnellsten Weg erreichen, damit sie von diesem endkonfektioniert und an die Kliniken abgegeben werden können.

 

* Unter Good Manufacturing Practice (GMP) versteht man Richtlinien zur Qualitätssicherung der Produktionsabläufe und -umgebung in der Herstellung  von Pharmazeutika und Medizinprodukten.

 

Kleingliedrige Fertigungsabläufe erfordern ein leistungsfähiges ERP
 

Je nach beauftragter Dienstleistung kann der gesamte Produktionsdurchlauf eines Implantats von wenigen bis zu 20 Arbeitstagen dauern. Im Falle dringend erforderlicher Operationen erhält der Kunde die beschichtete Prothese oft bereits nach 48 Stunden zurück. Stets den Überblick über hunderte kleingliedriger Fertigungsabläufe zu behalten und den aktuellen Prozessstatus jedes Implantats zu kennen, ist die Aufgabe der DOT-Produktionsplaner. Mit Hilfe des 2003 eingeführten ERP-Systems von abas planen sie die Aufträge und überwachen die termingerechte Fertigstellung. Die besondere Herausforderung: Bei den Implantaten handelt es sich um Kleinserien von meistens 30 bis 50 Stück. Im Trauma-Bereich liegen die Stückzahlen teilweise etwas höher, bei ein bis 100 Stück. Das können Nägel, Schrauben und Platten sein, die stabil genug sein müssen, um für die Zeit der Heilung die Funktion des Knochens zu übernehmen.  
 

Kunden in Tokyo und San Diego

Obwohl Deutschland mit dem größten europäischen Markt für Implantate naturgemäß das Hauptabsatzgebiet für DOT-Dienstleistungen und -Produkte darstellt, nimmt der Auslandsanteil am Umsatz kontinuierlich zu. Gegenwärtig werden etwa 46 % des Umsatzes in Norddeutschland, 24 % in Süddeutschland und 30 % außerhalb Deutschlands erzielt. Zählt man den indirekten Export hinzu, der hauptsächlich über die Deutschland-Töchter von US-Implantat-Herstellern betrieben wird, liegt der Auslandsanteil sogar bei 50 %. Kunden aus 22 Ländern beziehen Beschichtungsleistungen oder Biomaterialien direkt über DOT in Rostock. Zu den ersten ausländischen Kunden gehören Ende der 1990er Jahre Schweizer Implantat-Hersteller, weitere kommen bald darauf aus Skandinavien, West- und Südeuropa dazu. Nach der Jahrtausendwende beginnt die Marktbearbeitung im Nahen und Fernen Osten. 2006 wird die erste Direktlieferung in die USA durchgeführt.
 

Das ERP-System passt sich an

DOT entscheidet sich 2003 für abas ERP. Der Lohnbeschichter setzt die abas Essentials Verkauf, Einkauf, Materialwirtschaft, Disposition, Fertigung, Finanz- und Anlagenbuchhaltung ein. Das Unternehmen nutzt seit kurzem das abas APS-Plug-In für Feinplanung und Simulation. Im Einsatz befindliche abas-Erweiterungen sind Betriebsdatenerfassung sowie Identifikationssysteme. Unter anderem werden Barcode-Scanner eingesetzt. abas ERP wurde auf die spezifischen Anforderungen der Fertigung bei DOT angepasst, beispielsweise wurden die Fertigungslisten adaptiert. Betriebliche Strukturen mussten bei der Einführung von abas nicht verändert werden, da DOT bereits flach und effizient organisiert war. Es gibt eine Serverinstallation mit Schattenmandanten in Rostock. 
 

Weitere Effizienzsteigerungen sind geplant

abas ERP löste eine unflexible, rudimentäre Unternehmenssoftware ab. Um die Effektivität zu steigern und insbesondere Doppelarbeiten zu vermeiden, wurde abas ERP eingeführt. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Kleinserien, die DOT beschichtet, war es wichtig, Formulare, Lieferscheine, Rechnungen und die Fertigung in einen Prozess zu bringen. „Die Kundenbetreuung von abas ist sehr gut! Upgrades verlaufen reibungslos. abas ERP funktioniert im Grunde fehlerfrei, wenn die Anwender keinen Fehler machen“, bestätigt Jörg Strübing, Leiter Produktion, DOT GmbH und fügt hinzu: „Als nächsten Schritt planen wir eine Optimierung im Bereich Export und Zoll. Wir sind AEO*-zertifiziert und müssen derzeit alle Zoll-Vorgänge doppelt bearbeiten bzw. Daten zweimal eingeben: Einmal im Verzollungsprogramm und zweitens auftragsbezogen im ERP-System. Die Idee ist die Übergabe der Daten über eine Schnittstelle oder ein Tool, um effizienter zu arbeiten.“

 

* AEO: Als Zugelassener Wirtschaftsbeteiligter (ZWB) oder „Authorized Economic Operator“  (AEO) wird im Zollrecht der Europäischen Union ein geprüftes Unternehmen bezeichnet, das in Bezug auf Zollverfahren bestimmte Privilegien genießt.

 

Kontakt

 

DOT GmbH

Charles-Darwin-Ring 1 a 

18059 Rostock

 

ABAS Systemhaus GmbH

Hamburger Str. 27

21465 Reinbek 

www.abas-systemhaus.de

abas Software AG

Gartenstraße 67

76135 Karlsruhe

abas-erp.com