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Anforderungen an ERP-Systeme

3. Dezember 2015

Laut einer KfW-Studie planen mehr als die Hälfte der auslandsaktiven Mittelständler, ihre internationalen Aktivitäten bis 2015 zu erweitern [1]. Diesem Internationalisierungs-Trend folgt auch die Automobilindustrie. Damit verbunden sind besondere Anforderungen an IT-Systeme zur Unternehmensorganisation. Zudem müssen gesetzliche Regelungen und Rahmenbedingungen vor Ort beachtet und abgebildet werden können.

Die deutsche Automobilwirtschaft verzeichnet laut Jahresbericht 2012 [2] des Verbands der Automobilindustrie einen Umsatzrekord durch Exporte in 2011 und 2012. Annähernd zwei Drittel des Gesamtumsatzes werden gegenwärtig durch ausländische Geschäftsbeziehungen erwirtschaftet. Bevor ein Engagement im Ausland – ob als Absatzmarkt oder Niederlassungsort – finanzielle Vorteile verspricht, müssen u.a. gesetzliche und technische länderspezifische Herausforderungen bewältigt werden. Eine tragende Rolle in den Unternehmen spielen dabei IT-Systeme. Idealerweise sollten alle Geschäftsprozesse, einschließlich besonderer ausländischer Vorgehensweisen, in einem ERP-System abgebildet und bearbeitet werden können.

Generell beziehen sich solche gesetzlichen Anforderungen auf die Finanzwirtschaft. Etwa im Bereich Automotive muss in einigen Ländern, wie in der Russischen Konföderation, den Logistik-Prozessen besondere Beachtung geschenkt werden. Hier werden Eigentumsübergänge von Materialien einem gesonderten Workflow unterzogen. Beim Cross-Border-Geschäft beispielsweise mit Russland liegt u.a. ein ganz besonderes Augenmerk auf der steuerlichen und zolltechnischen Abwicklung.

Auch wenn Zollabfertigungen oder Warenbewegungen nicht nur über ERP-Systeme getätigt werden, so wird im Mindesten der Abschluss dort bearbeitet. Es gibt aber auch Anforderungen, die sich mit Entwicklungen und Bestrebungen in Deutschland decken. Vor allem größere und global agierende Unternehmen bevorzugen immer mehr den papierlosen Workflow für Rechnungen oder auch Aufträge und Bestellungen. Diesen Trend müssen moderne IT-Systeme abbilden können. Richtungsweisende Möglichkeiten bieten cloudbasierte Portallösungen, auf denen Informationen austauschbar sind. 

Weitere Barrieren entstehen z.B. als Folge der Einführung des SEPA-Code (Single Euro Payments Area) oder durch fremde Rechnungslegungsgrundsätze, wie die US-GAAP der Vereinigten Staaten, und stören Betriebsabläufe und Organisationsprozesse. Oft sind entsprechende Lösungskomponenten in ERP-Systemen vorhanden, können aber durch die enorme Komplexität untergehen.

Weitsicht gefordert

Mehr Übersichtlichkeit würde hier weiterhelfen. Anwender haben noch mehr Forderungen klar formuliert: Änderungen in ERP-Systemen umzusetzen und abzubilden, muss schneller erfolgen. Außerdem sollten Trends, Entwicklungen und Gesetzesänderungen viel früher entdeckt und berücksichtigt werden. Würde Globalisierung am Anfang und nicht am Ende einer Entwicklungskette stehen, könnten damit aufkommende Hürden viel schneller aufgespürt und überwunden werden. Im Idealfall beraten Internationalisierungs-Spezialisten ERP-Entwickler und stoßen damit Veränderungen schneller aktiv mit an. Das wirkt Halbwissen entgegen und notwendige Maßnahmen werden nicht verzögert. Besonders wichtig ist aber auch eine gewisse Durchgängigkeit in den Systemen. Eine optimale Orchestrierung, etwa durch Cloud-Lösungen, könnte länderspezifische Barrieren leichter umgehen, als komplexe ERP-Systeme.    




[1] Kreditanstalt für Wiederaufbau, „Mittelständler nutzen Globalisierungschancen“, 2011.
[2] Verband der Automobilindustrie (VDA), „Jahresbericht 2012“, 2012.




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