ERP Auswahl

ERP-Projekte in der Corona-Pandemie

Wie unterstützen ERP-Anbieter ihre Kunden?

Lesedauer: 4 Minuten

14. Dezember 2020 von Sandy Eggert

ERP-Projekte in der Corona-Pandemie

Gerade in der aktuellen Corona-Pandemie stehen Unternehmen zunehmend vor einer Belastungsprobe [1]. Zahlreiche Unternehmen müssen ihre Prozesse umstellen und Mitarbeiter arbeiten vielerorts aus unterschiedlichen Gründen dezentral aus dem Homeoffice bzw. außerhalb der Betriebsstätte. Gerade in dieser Situation benötigen die Unternehmen flexible ERP-Lösungen, die bspw. auch aus dem Homeoffice erreichbar sind. Gefragt sind mobile Lösungen zur Steuerung des Unternehmens oder auch die Möglichkeit alternative Geschäftsmodelle entwickeln zu können. Die Corona-Pandemie zwingt viele Unternehmen zu einer Beschleunigung der Prozessdigitalisierung. [1] In diesem Zusammenhang entstehen neue Anforderungen an die im Unternehmen eingesetzte ERP-Lösung. In einer aktueller Umfrage wurde untersucht, welche neuen Anforderungen an ERP-Lösungen zur effizienten Steuerung von betrieblichen Prozessen gestellt werden und wie die ERP-Anbieter damit umgehen.

An der im Herbst 2020 durchgeführten Umfrage haben sich insgesamt 24 Anbieter und Dienstleister von ERP-Lösungen beteiligt. Zunächst wurde gefragt, welche Branchen, die von den Unternehmen bedient werden, am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen sind. Besonders betroffen sind die Kundenunternehmen, welche in Lieferketten eingebunden sind. Insgesamt gaben die befragten Anbieter die folgenden Branchen an: exportintensive Fertigungsunternehmen, Werkzeug-, Fahrzeug- und Maschinenbau, Tourismusbranche, Filial- und Einzelhandel, Gastronomie, Veranstaltungsmanagement, Messebau, Hotellerie, Logistikunternehmen, Hersteller von chemischen oder pharmazeutischen Erzeugnissen, Einzelhändler, Bekleidungseinzelhandel, Agenturen, Unternehmensberatungen, Sportvereine sowie teilweise das Produktions- und Dienstleistungsgewerbe (außer der IT). Ein Anbieter gab zudem die Geräteindustrie an, die sich vor allem mit Instandhaltungen befasst. Die Bereiche Medizintechnik und Gesundheitsmarkt verzeichnen teils auch positive Effekte. Auch die Baunebenbranche sowie der Bereich Retail sind weniger betroffen. Festgestellt wurde auch, dass IT-Projekte innerhalb der Kundenunternehmen zum Teil sogar schneller initiiert und auch abgewickelt wurden und werden. 

Wie werden von der Pandemie betroffene Kunden unterstützt?

Viele Kundenunternehmen haben, verursacht durch die Corona-Pandemie, mit unterschiedlichen Herausforderungen zu kämpfen. Daher wurde in dieser Umfrage aufgenommen, wie Anbieter und Dienstleister von ERP-Lösungen hierbei unterstützen. Auffällig oft wurden dabei die Zahlungsmodalitäten angegeben. ERP-Anbieter unterstützen bspw. mit verlängerten Zahlungszielen oder einer Rabattierung der Lizenzkosten. Teils wurden auch individuelle Zahlungsvereinbarungen aufgrund der Pandemie verabredet. 

Weiterhin unterstützen die Anbieter und Dienstleister mit einer Direkthilfe bei Umstellungen, der Organisation von Kurzarbeit, mit Anpassungen von Wartungsverträgen, individuellen Supportvereinbarungen, Anpassungen der Projektlaufzeiten, Durchführungen von Websessions und Webinaren zu Beratungs- und Schulungszwecken, Flexibilität bei der Projektterminierung, speziellen Online-Projekteinführungsmodellen sowie bei der Bereitstellung von Tools für die Online-Zusammenarbeit. Ein ERP-Hersteller bietet aktuell sogar eine kostenlose Homeoffice-Unternehmenslösung an.
Zudem werden die Kunden beratend bei Investitionshilfen von Bund und Länder unterstützt. Insgesamt ist erkennbar, dass die Anbieter ihren Kunden mit umfangreichen und teils auch kostenlosen (digitale Seminare, Bereitstellung von webbasierten Kollaborationswerkzeugen) Angeboten zur Seite stehen.

Wichtige ERP-Anforderungen während der Pandemie

Im Zuge der Corona-Pandemie werden an ERP-Systeme vielerlei Anforderungen gestellt. Die Teilnehmer der Umfrage wurden daher nach den wichtigsten Anforderungen gefragt. Entlang der Antworten konnten vier große Kategorien (Mobilität, Analysefunktionalität, Prozesssteuerung und Cloudverfügbarkeit) gebildet werden, welche in Tabelle 1 zusammengefasst dargestellt wurden. In der rechten Spalte befinden sich die Angaben der Anbieter dieser Umfrage.

recherche tab
Tabelle 1: ERP-Anforderungen während der Pandemie.

Weiterhin wurden Portalfunktionalität, die Änderung der Mehrwert- bzw. Vorsteuersätze im ERP-System für bestehende Aufträge und Bestellungen, die elektronische Signatur und Versand von Dokumenten sowie die Anbindung an Microsoft Teams genannt. 

Wichtigste Entwicklungsprojekte

Schließlich wurden die Anbieter nach den aktuell wichtigsten Entwicklungsprojekten hinsichtlich ihres ERP-Systems gefragt. Häufig wurden Funktionserweiterungen und Produktmodernisierungen genannt. Ein Anbieter gab sehr konkret an, das ERP-System um KI-Funktionalität für eine intelligente Beschaffungsoptimierung bis hin zur intelligenten Lagerverwaltung zu erweitern. Aber auch Integrationsthemen stehen auf der Agenda, wie bspw. eine Web-Shop-Integration oder auch die Anbindung an verschiedene Laser-Maschinen. Bei weiteren Anbietern stehen die Themen Usability und die Weiterentwicklung der Verfügbarkeit auf mobilen Endgeräten im Vordergrund. Zudem sind mobile Applikationen in den Bereichen Materialwirtschaft, Fertigungssteuerung, PZE und CRM in Planung.

Fazit

Die folgenden Tabellen zeigen die Antworten aller an der Umfrage beteiligten Anbieter und Dienstleister. Es ist deutlich erkennbar, dass, ausgelöst durch die Pandemie, viele neue Anforderungen seitens der Kunden in den letzten Monaten gefordert wurden. Mit welchen Dienstleistungen und neuen Funktionen die Anbieter unterstützen, wird teils sehr detailliert in den Antworten vorgestellt.

Lesen Sie weiter im Shop

zum Shop
ERPMarktübersichtPandemie


[1] Kompalka, K; Lewandowski, S.: Belastungsprobe für Unternehmen und ERP-Systeme. Wird die Corona-Pandemie die Digitalisierung vorantreiben?, ERP Management 1/2020, S. 28-29




Das könnte Sie auch interessieren

Anbieterportal


alle Anbieter
Sharer Icon: facebookSharer Icon: TwitterSharer Icon: LindekInSharer Icon: XingSharer Icon: EnvelopeSharer Icon: Print
Banner

Neu: ERP 3/2022

Die vorliegende Ausgabe von ERP Management befasst sich mit der ERP-Implementation.  Lesen Sie hier, welchen Nutzen erfolgreiche Strategien der digitalen Transformation bringen.

Inhaltsverzeichnis

Leseprobe

JETZT bestellen!

The World of ERP in One Event!

The ERP competition of the year 2022

  • Meet the trendsetters in ERP – the best of the best and the most innovative
  • Intelligent solutions for the future – 11 winning categories
  • An independent jury with top-class digital and industry experts
  • Registration deadline ends June, 2022

Get your ticket now!

Wir verwenden Cookies, um die Nutzererfahrung stetig zu verbessern. Mehr Erfahren.

We use cookies to constantly improve our users’ experience. Learn more.

Essentielle Cookies

Essential Cookies

Cookie Settings
Speichert Einstellungen, die hier getroffen werden. (1 Jahr)

Cookie Settings
Saves selected settings. (1 Year)

Statistik

Statistics

Google Analytics | Google LLC | Datenschutz
Cookie von Google für Website-Analysen. Erzeugt statistische Daten darüber, wie der Besucher die Website nutzt. Alle Informationen werden anonymisiert gespeichert. (2 Jahre)

Google Analytics | Google LLC | Privacy Notice
Cookie used by Google for web site analysis. Collects statistical data on how visitors use the website. This data does not contain personal information. (2 years)