ERP-Auswahl, ERP-Einführung

Interview mit Ralf Bachthaler,
Chief Sales Officer der Asseco Solutions AG

Lesedauer: 9 Minuten

17. Oktober 2022

Interview mit Ralf Bachthaler, Chief Sales Officer der Asseco Solutions AG

Welche Bedeutung hat dieser Wettbewerb für Sie?

Das ERP-System des Jahres ist quasi die „Oscar-Verleihung“ der ERP-Branche. Seit knapp zwei Jahrzehnten ist der Preis in der IT-Welt als eine der wichtigsten Auszeichnung für die entsprechenden Hersteller bekannt. Hier trifft sich das Who-is-Who der ERP-Welt. Die jedes Jahr neu definierten Kategorien spiegeln den Zeitgeist und technologischen Fortschritt der Branche wider und die unabhängige Jury setzt sich kontinuierlich aus namhaften Experten zusammen, die die Branche und die entsprechenden Lösungen wirklich verstehen. Vor diesem Hintergrund ist es stets eine besondere Ehre, eine der Auszeichnungen entgegennehmen zu dürfen.

Was ist der USP Ihres Systems?

Zu den größten Stärken unserer Lösung zählen zweifelsohne ihre Technologie, ihr breites Funktionsspektrum, ihre Brancheneignung, ihre hohe Benutzerfreundlichkeit sowie der Einsatz modernster Zukunftstechnologien wie künstliche Intelligenz. APplus verfügt über eine der modernsten Architekturen am Markt – schon vor über zwanzig Jahren wurde die Lösung komplett browserbasiert entwickelt und seither kontinuierlich auf dem aktuellen Stand der Technik gehalten. Sie bietet Kunden ein leistungsstarkes Funktionsportfolio und deckt dabei den gesamten Geschäftsprozess vom Auftrag bis hin zum Service integriert ab. Dabei haben wir schon immer einen Schwerpunkt auf Benutzerfreundlichkeit und Ergonomie gelegt, sodass Anwender bequem, effizient und damit gerne mit dem System arbeiten. Mit APplus wollen wir stets am Puls der technologischen Entwicklung agieren. Dazu arbeiten wir zum Beispiel auch mit verschiedensten Kooperationspartnern aus der Wissenschaft wie Universitäten und Fachhochschulen zusammen. Die Erkenntnisse dieser innovativen Projekte fließen unmittelbar in die Weiterentwicklung von APplus zurück. So haben wir beispielsweise künstliche Intelligenz für unsere Kunden in konkreten Praxisszenarien nutzbar gemacht und bieten ihnen schon heute ein Portfolio an innovativen KI-Funktionen, die sie in ihrem täglichen Handeln bestens unterstützen und zum Beispiel durch intelligente Automatisierungen sogar von zeitraubender Routine entlasten können.

Was können andere Anbieter in der Kategorie, in der Sie angetreten sind,
nicht so gut wie Sie?

Hierzu möchte ich zunächst einmal sagen, dass die Konkurrenz in dieser Kategorie 2022 wirklich sehr stark war! Vielleicht muss man jedoch bedenken, dass es in der variantenreichen Serienfertigung weniger um einzelne Funktionen geht, sondern vielmehr um eine solide Unterstützung eines lückenlosen Gesamtprozesses. Dieser beginnt bei einer starken PLM-/CAD-Integration und setzt natürlich auch voraus, dass die unterschiedlichsten Formen variantenbehafteter Artikel unterstützt werden. In APplus beispielsweise besteht die Möglichkeit, Konfigurationen über ein Regelwerk abzubilden, aber auch einfache Varianten oder Artikelversionen sauber zu planen und zu verwalten. Durch die unterschiedlichen Varianten ergeben sich auch besondere Anforderungen an die Materialbeschaffung und Produktionsplanung. Einen großen Mehrwert bieten wir hier zum Beispiel durch die optimierte Planung. Dadurch sind wir in der Lage, nach unterschiedlichsten Zielkriterien wie Material, Rüstaufwand oder auch Auslastung zu optimieren, um nur einige Beispiele zu nennen. Dieses starke Gesamtpaket – gepaart mit den bereits zuvor genannten USPs – zeichnet APplus meiner Meinung nach in dieser Kategorie besonders aus.

Was gefällt Kunden an Ihrem System besonders gut?

Aus Sicht der Kunden sind heute vor allem Funktionen gefragt, die zum einen für eine höchstmögliche Transparenz ihrer Prozesse und KPIs sorgen, zum andern aber die Anwender auch umfassend in ihrer täglichen Arbeit unterstützen. Eine moderne und ansprechende Oberfläche ist dabei genauso wichtig wie die Abbildung aller Prozesse eines Unternehmens. Je reibungsloser die täglichen Abläufe durch alle Abteilungen gesteuert werden können, desto effizienter und effektiver agiert das Unternehmen als Ganzes.    

In welchen Branchen können Sie besonders gut Vorteile für ihre Kunden erzielen?

Mit APplus gelingt uns eine sehr breite Branchenabdeckung – bei gleichzeitig umfassend spezialisierten und tiefgehenden Funktionen. Besonders stark ist unsere Lösung zum Beispiel in der diskreten Fertigung, angefangen beim Maschinen- und Anlagenbau bis hin – natürlich – zur variantenreichen Serienfertigung. Auch der Fahrzeugbau, die Kunststoffindustrie sowie der Geräte- und Apparatebau zählen zu unseren Steckenpferden. Darüber hinaus bieten wir aber auch Kunden, die sehr projekt- und serviceorientiert aufgestellt sind, eine vollständige und leistungsstarke Unterstützung ihrer Prozesse und unterstützen auch Unternehmen in wichtigen und innovativen Branchen wie Medizintechnik oder eMobility.

Auf welche Funktionen ihrer Software sind Sie besonders stolz?

Das ist eine schwierige Frage! Ich denke, dass ich nicht speziell auf eine einzelne Funktion stolz bin. Vielmehr ist es die Tatsache, dass wir Kunden ein hochmodernes und technologisch führendes System anbieten können, das eine solch beeindruckende Funktionstiefe aufweist. Denn damit können wir die komplexen Prozesse eines modernen Unternehmens heute und in Zukunft sauber abbilden und daher unsere Kunden langfristig und nachhaltig bei ihrem Wachstum und ihrem Weg in die digitale Zukunft unterstützen. 

Welchen Kundennutzen können Sie mit ihrer Funktionalität für Ihre Kunden sicherstellen?

Der größte Kundennutzen besteht aus meiner Sicht in der effizienten Unterstützung der individuellen Prozesse unserer Kunden. Denn letztendlich sind es vor allem im Mittelstand ihre innovativen Produkte und Dienstleistungen, die ihren Erfolg am Markt ausmachen. Mit APplus bieten wir ihnen ein Werkzeug, das sie von manuellen Aufgaben entlastet, auf allen Prozessstufen unterstützt und dadurch für optimale Abläufe sorgt – sodass sie sich bestmöglich auf das konzentrieren können, was für ihr Geschäftsmodell wirklich entscheidend ist.

Was war die größte Neuerung in Ihrem System in den letzten Jahren?

Ganz klar unsere KI-Module! Durch sie bieten wir unseren Kunden hochmoderne, praxistaugliche KI-Funktionen, die sie schon heute in ihrer täglichen Arbeit unterstützen. Damit ist es beispielsweise möglich, Lagerparameter automatisch zu pflegen und die Disposition auch durch die Einbindung externer Datenquellen deutlich genauer zu kalibrieren. Im Sales-Bereich lassen sich neue Leads durch unsere KI generieren, welche bei Bedarf auch gleich die Recherche zu interessanten Prospects übernimmt. Besonders zeitraubende oder immer wiederkehrende Routineprozesse können auf Wunsch sogar vollständig automatisiert durch unsere KI bearbeitet werden – hier haben erste Praxisbeispiele gezeigt, dass sich ein hoher Prozentsatz der Bestellungen in einem Unternehmen automatisieren lässt. 

Welche Referenzkunden (bitte gern nennen) nutzen besonders gut die Funktionen Ihrer Software?

Ein schönes Beispiel – gerade für den KI-Bereich – ist die Springer Maschinenfabrik, bei der die intelligente Technologie zur Prozessautomatisierung genutzt wird. Dazu hat unser KI-Algorithmus zunächst die konkreten Abläufe von Springer analysiert. Auf Basis dieser Daten war die KI dann in der Lage, die Prozesse zu identifizieren, die in der Regel nahezu gleich ablaufen. Durch die Automatisierung dieser Prozesse haben die Mitarbeiter freie Kapazitäten gewonnen für die wirklich wertschöpfenden Aufgaben. Rein aus ERP-Sicht ist auch unsere Unterstützung der Prozesse bei BayWa r.e. Solar Energy Systems ein anschaulicher Fall, bei dem wir die drei komplexen ERP-Bereiche Großhandel, Projektgeschäft und Fertigung in unserer Lösung miteinander verbinden und umfassend abdecken. Dadurch konnte die Auftragsmenge, die sich in einer bestimmten Zeit bewältigen lässt, insgesamt verdoppelt werden.

Wie zukunftsfähig ist Ihre ERP-System-Architektur?

Wie bereits erwähnt, setzen wir seit über zwanzig Jahren auf eine Webservice-Architektur, die wir kontinuierlich aktuell halten. Damit ist es zum Beispiel möglich, moderne Funktionen wie neuronale Netze und Natural Language Processing mit verhältnismäßig geringem Aufwand zu implementieren und für unsere Kunden nutzbar zu machen. Dieser Linie möchten wir auch in Zukunft treu bleiben und sicherstellen, dass APplus durch die Integration moderner Zukunftstechnologien stets Vorreiter im ERP-Sektor bleibt. Die technische Grundlage dazu besteht allemal.  

Was war die schnellste Implementierung Ihres Systems und warum hat sie so schnell funktioniert?

Unsere schnellsten Implementierungen waren bislang ERP-Einführungen in ca. acht bis zwölf Wochen. Für die Kunden und uns waren dies natürlich tolle Erfolge, aber fairerweise muss man zugeben, dass so etwas nur unter optimalen Bedingungen möglich ist, in denen der Kunde komplett am Standard bleibt und keine umfangreichen Datenmigrationen vorgenommen werden müssen.

Wie stellen Sie eine schnelle Implementierung des Systems sicher und was sollte Ihr Kunde dazu beitragen?

Generell setzen wir auf eine mehrstufige, hybride Einführungsmethodik, die Elemente des klassischen Wasserfallmodells mit agilem Projektmanagement verknüpft. Dies verbindet die Vorteile beider Welten und hat sich bereits in vielen erfolgreich umgesetzten Projekten am Markt bewährt. Um Einführungsprozesse so kurz wie möglich zu halten, haben wir zudem vor wenigen Jahren eine Methodik namens „Fast Track Implementation“ (FTI) entwickelt. Bei dieser wird der Kunde sehr eng durch uns geführt. Die Rahmenbedingungen sowie alle Aufgaben – sowohl für den Kunden wie auch für uns – sind dabei klar geregelt. Im Idealfall lassen sich so sehr schnelle Einführungszeiten von drei bis fünf Monaten erzielen. Diese FTI-Einführungsmethodik wird aufgrund der schnellen Wertschöpfung und anschließenden Möglichkeit der Optimierung mehr und mehr im Markt nachgefragt. 

Welche Wunschfrage hätte die Jury Ihnen stellen sollen und wie lautet Ihre Antwort?

Ein Aspekt, der unseren Kunden derzeit stark am Herzen liegt und zu dem wir immer wieder befragt werden, ist unser Blick auf die derzeitige wirtschaftliche Lage und unsere Ansätze, Kunden in dieser turbulenten Zeit bestmöglich zu unterstützen. Aus unserer Sicht ist es zentral, trotz aller Unsicherheit – oder gerade deswegen – auf Digitalisierung zu setzen. Auch wenn dadurch Lieferketten nicht wie von Zauberhand wiederhergestellt oder der Fachkräftemangel behoben werden, schaffen Unternehmen so dennoch die Voraussetzungen, bestmöglich mit den daraus entstehenden Herausforderungen umzugehen und diese zu bewältigen. Durch die dynamische Weltlage sowie die rasante Weiterentwicklung von Technologien wie KI wird sich der digitale Wandel in der kommenden Zeit sogar schneller vollziehen als je zuvor. Aus meiner Sicht ist es daher gerade jetzt wichtig, in die Zukunft zu denken. In diesen Zeiten wollen wir unseren Kunden als verlässlicher Partner auf Augenhöhe zur Seite stehen und gemeinsam mit ihnen den Weg in die Zukunft gehen.

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Ralf Bachthaler, Chief Sales Officer und Vorstand der Asseco Solutions

Als Chief Sales Officer (DACH) trägt Ralf Bachthaler seit April 2018 die Gesamtverantwortung für den Vertrieb bei Asseco Solutions. In dieser Rolle zeichnet er maßgeblich für das weitere Wachstum und den Ausbau von Marktanteilen in Deutschland, Österreich und der Schweiz verantwortlich. Seit Juli 2018 ist er als Vorstand zudem Teil des Asseco-Boards.

Vor seinem Wechsel zu Asseco arbeitete Ralf Bachthaler seit 2002 für Infor. Knapp neun Jahre leitete er dort als Mitglied des europäischen Management-Teams und Vice President Global Accounts das Großkundengeschäft in Europa.

Zu den weiteren Stationen seines Werdegangs gehören das Softwarehaus Rembold + Holzer sowie der ERP-Spezialist Brain. Nach der Übernahme durch Infor verantwortete er dort unter anderem das komplette Neukundengeschäft der Gruppe in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Seine Karriere begann der studierte Wirtschaftsingenieur vor knapp 30 Jahren als Berater und Projektleiter in der ERP-Welt, bevor er Ende der neunziger Jahre in den Vertrieb wechselte.

Asseco Solutions AG

Amalienbadstraße 41C
76227 Karlsruhe

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