ERP-Betrieb

Innovative Digitalisierungsstrategien

Lesedauer: 3 Minuten

11. Dezember 2017 von Gabriele Roth-Dietrich

Innovative Digitalisierungsstrategien

Sowohl innovative Digitalisierungsstrategien als auch der operative IT-Betrieb gelangen einerseits unter Rechtfertigungsdruck bezüglich ihres Kosten-Nutzen-Verhältnisses und müssen andererseits vielfältige Nachweispflichten für Governance, Risk und Compliance (GRC) erfüllen. Der Beitrag zeigt, wie eine integrierte IT-Unterstützung von der Executive-Ebene der Unternehmensführung bis zur Anpassung einzelner Code-Änderungen auf IT-Ebene Transparenz schafft und entwirft dazu ein Modell für einen durchgängigen Datenzugriff von Unternehmensleitbild und Performance Measurement über Projektmanagement zur Strategieumsetzung bis zur Ticket-gesteuerten IT-Anpassung der Anwendungssysteme. Zentrales Element in SAP-Systemlandschaften ist dabei das Enterprise Software Management (ESM), das als Bindeglied zwischen der IT-Service-Ebene und den Softwareanpassungen fungiert.

Der Begriff Digitale Transformation umfasst eine Vielzahl von Aspekten einer digitalisierten Welt, in der etablierte Unternehmen an einer grundlegenden Neuausrichtung ihrer Produkte, Dienstleistungen, Prozesse und Geschäftsmodelle arbeiten, um in einem zunehmend dynamischen Markt-
umfeld zu bestehen [1]. Unternehmen gehen im Zeitalter der Digitalen Transformation einerseits Digitalisierungsprojekte an, die mittelfristig über ihren Markterfolg entscheiden. Auf der anderen Seite müssen die täglichen Geschäftsprozesse stabil weiter laufen und inkrementell verbessert werden. Für beide Seiten ist IT-Unterstützung unabdingbar. Begriffe wie Systems of Engagement und Systems of Records deuten die unterschiedlichen IT-Anforderungen der neuen digitalisierten Systemwelt sowie der altbewährten Business Suite-Systemlandschaft an, etwa Agilität und Innovationsfähigkeit einerseits, aber auch einfache Bedienbarkeit für die zweckmäßige Prozesssteuerung und Kommunikation der Legacy-Systeme andererseits. Der Ansatz, eine zweigeteilte Systemlandschaft zu betreiben, ist dabei lediglich eine Übergangslösung. Nur durch Integration der Systemwelten können Unternehmen Insellösungen vermeiden und gereifte Prototypen bei Erfolg sukzessiv in das Produkt- und Serviceportfolio sowie in die altbekannten Wartungs- und Weiterentwicklungsprozesse überführen. 


Unternehmenssteuerung auf mehreren Ebenen 

In der Unternehmenspraxis stellt sich nach ersten Schritten in Richtung Digitalisierung die Frage nach dem Erfolg des gewählten Ansatzes, etwa ob die Umsetzungsmaßnahmen die Strategie stimmig umsetzen und welchem Aufwand der erzielte Nutzen gegenüber steht, um fundiert über Fortführung oder Abbruch des Digitalisierungsprojekts zu entscheiden. Die Information zur Beantwortung dieser Fragen findet sich verstreut über verschiedenen Ebenen der Unternehmenssteuerung (siehe graue Bereiche in Bild 1).
 

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Bild 1: Ebenen der Unternehmenssteuerung und ihre Integration.

Auf der Executive-Ebene nimmt die Entscheidung der strategischen Unternehmensführung zur Digitalisierung mit dem Unternehmensleitbild, der Erklärung zu Selbstverständnis und Grundprinzipien des Unternehmens, ihren Anfang. Die Leitbildelemente Mission und Vision dokumentiert beispielsweise das Business Motivation Model (BMM), ein Schema zu Design und Kommunikation von Geschäftsmodellen und Unternehmensstrategien. BMM-Modelle unterscheiden die Bereiche „End“, dem Ziel oder Zweck, sowie „Means“, den Mitteln zur Umsetzung oder Zielerreichung. Der End-Bereich zur Unternehmensvision enthält die gewünschten Ergebnisse auf strategischer Ebene (Goals) und um messbare Zielerreichungskriterien ergänzt auf taktischer Ebene (Objectives). Der Means-Bereich zeigt zur Vision die konkretisierte Mission und zu den Zielen die Vorgehensweisen (Courses of Action). Die BMM-Modellierung erleichtert ein einheitliches Begriffsverständnis im Unternehmen sowie die Kommunikation mit den Stakeholdern und hilft, nicht zielführende Ausgaben zu senken und die Chancen zur Zielerreichung zu erhöhen. Als Beispiel für ein Tool zur BMM-Modellierung sei ein Prototyp genannt, der an der Hochschule Mannheim in der Fakultät für Informatik im Rahmen eines studentischen Projekts erstellt und bereits im Praxiseinsatz getestet wurde [2].

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