ERP-Betrieb

Prozessmodellierung und-analyse mittels Process Mining

Lesedauer: 3 Minuten

11. April 2021 von Andrea Breimayer und Peter Preuss

Prozessmodellierung und-analyse mittels Process Mining
© Pixabay / geralt

Beim Process Mining werden digitalisierte Geschäftsprozesse automatisiert erhoben und in einem Prozessmodell visualisiert, um sie anschließend optimieren zu können. Bei der Prozessidentifizierung, der Verifikation der Prozessmodelle und der Prozessoptimierung kann allerdings nicht auf klassische Prozessmanagementmethoden verzichtet werden.

In den letzten Jahren hat die Bedeutung der Informationstechnik in allen Unternehmensbereichen massiv zugenommen, und die Abwicklung von Geschäftsprozessen ist ohne die Unterstützung von Anwendungssystemen nicht mehr denkbar. Allerdings sind viele Prozesse noch gekennzeichnet durch Medienbrüche, worunter der Wechsel zwischen papier- und computerbasierten Informationssystemen verstanden wird. In diesem Beitrag wird daher untersucht, ob die Unternehmensprozesse dennoch mittels Process Mining automatisiert modelliert werden können oder ob Process Mining mit Ansätzen des klassischen Prozessmanagements verbunden werden muss, um valide Prozessmodelle zu erhalten.

Klassisches Prozessmanagement 

Ziel des klassischen Prozessmanagements ist es, die Ist-Geschäftsprozesse in Unternehmen zu identifizieren und zu modellieren (visualisieren), um sie anschließend zu optimieren. Bevor mit der Modellierung der Prozesse begonnen werden kann, muss entschieden werden, mit welchem Detaillierungsgrad die Prozesse visualisiert werden sollen und welche Sichten auf die Prozesslandschaft benötigt werden. Zudem muss festgelegt werden, wie die relevanten Informationen über den Prozess, die einzelnen Prozessschritte und die beteiligten Rollen gewonnen werden (Prozesserhebung). Mögliche Informationsquellen können beispielsweise bestehende Prozessdokumentationen, Organisationshandbücher oder auch Dokumentationen der Anwendungssysteme sein. Es ist auch empfehlenswert, Prozessexperten, die Auskunft über die realen Abläufe im Unternehmen geben können, einzubinden, da die Dokumentationen oft veraltet sind. Das Expertenwissen kann in einem Workshop, an dem alle Prozessbeteiligten teilnehmen, oder in Einzelinterviews ermittelt werden [1]. Eine weitere Möglichkeit zur Erfassung des Ist-Zustandes ist das sogenannte Laufzettelverfahren. Dieses wird häufig zur Erhebung von analogen bzw. papierbasierten Geschäftsprozessen eingesetzt. Einem Dokument, z. B. einer Rechnung, wird ein solcher Laufzettel beigefügt, der dann zusammen mit dem eigentlichen Dokument alle Prozessschritte und Organisationseinheiten durchläuft. Jeder Prozessbeteiligte notiert dabei auf dem Laufzettel, welche Tätigkeiten er vorgenommen und wann er diese ausgeführt hat. Nach der Erhebung der Prozesse gilt es, diese zu visualisieren (Prozessmodellierung). Hierfür stehen verschiedene Modellierungsnotationen, wie z. B. EPK, BPMN oder UML, zur Verfügung. Diese Modelle bilden die Grundlage für die anschließende Prozessverbesserung (Prozessoptimierung).

image 2
Bild 2: Einsatzmöglichkeiten von Process Mining

Von Vorteil bei der klassischen Prozesserhebung ist, dass nicht nur digitale, sondern auch analoge Prozessschritte problemlos erfasst werden. Geschäftsprozesse können somit durchgängig und vollständig erhoben werden. Dementgegen steht eine Reihe von Nachteilen. Die klassische Prozesserhebung ist aufwendig, da die Erhebung manuell erfolgt und alle relevanten Prozessbeteiligten miteinbezogen werden müssen. Die Aktualisierung der Prozessmodelle ist auch sehr zeitaufwendig. Das hat zur Folge, dass die Prozessmodelle oft veraltet sind. Des Weiteren ist die Prozesserhebung stark durch die subjektive Sichtweise der Befragten geprägt. Häufig verschweigen die Beteiligten bestehende Mängel oder stellen Sachverhalte verfälscht dar. Nicht selten wird ein idealer und nicht der reale Prozessablauf beschrieben. Problematisch ist auch, dass die Prozessbeteiligten nicht immer mit den Modellierungsnotationen vertraut sind und geschulte Personen die Geschäftsprozesse visualisieren müssen. Kommunikationsprobleme zwischen Prozessbeteiligten und Modellierern können dann zu fehlerhaften Prozessmodellen führen.

Lesen Sie weiter im Shop

zum Shop
ERP-BetriebProcess MiningProzessanalyseProzessmanagement





Das könnte Sie auch interessieren

Anbieterportal


alle Anbieter
Sharer Icon: facebookSharer Icon: TwitterSharer Icon: LindekInSharer Icon: XingSharer Icon: EnvelopeSharer Icon: Print
Banner

Neu: ERP 3/2022

Die vorliegende Ausgabe von ERP Management befasst sich mit der ERP-Implementation.  Lesen Sie hier, welchen Nutzen erfolgreiche Strategien der digitalen Transformation bringen.

Inhaltsverzeichnis

Leseprobe

JETZT bestellen!

The World of ERP in One Event!

The ERP competition of the year 2022

  • Meet the trendsetters in ERP – the best of the best and the most innovative
  • Intelligent solutions for the future – 11 winning categories
  • An independent jury with top-class digital and industry experts
  • Registration deadline ends June, 2022

Get your ticket now!

Wir verwenden Cookies, um die Nutzererfahrung stetig zu verbessern. Mehr Erfahren.

We use cookies to constantly improve our users’ experience. Learn more.

Essentielle Cookies

Essential Cookies

Cookie Settings
Speichert Einstellungen, die hier getroffen werden. (1 Jahr)

Cookie Settings
Saves selected settings. (1 Year)

Statistik

Statistics

Google Analytics | Google LLC | Datenschutz
Cookie von Google für Website-Analysen. Erzeugt statistische Daten darüber, wie der Besucher die Website nutzt. Alle Informationen werden anonymisiert gespeichert. (2 Jahre)

Google Analytics | Google LLC | Privacy Notice
Cookie used by Google for web site analysis. Collects statistical data on how visitors use the website. This data does not contain personal information. (2 years)