ERP-Einführung

Beratungsqualität

Lesedauer: 2 Minuten

21. Dezember 2021 von Norbert Gronau

Beratungsqualität

In großen IT- und Reorganisationsprojekten werden externe Beraterinnen und Berater hinzugezogen. Wirtschaftlichkeit und Erfolg des Projektes hängen davon ab, dass diese Berater die ihnen zugeschriebene Qualifikation und Erfahrung auch tatsächlich aufweisen. Im Rahmen meiner Rolle als Trusted Advisor gebührt insbesondere der Beratungsqualität entsprechende Aufmerksamkeit, da Beratung einen Großteil der Kosten im Projekt verursacht.

Dabei ist zwischen Onboarding und Eingriffen ins laufende Projekt zu unterscheiden. Speziell bei Software-Einführungsprojekten ist es sinnvoll, im Vertrag mit dem einführenden Dienstleister eine Bezahlung gemäß definierter Qualifikationslevel und eine Überprüfung der Berater vor Ersteinsatz im Projekt durch den Trusted Advisor zu vereinbaren. Für ein ERP-Projekt könnte dieses Gespräch zum Beispiel die Dauer der Erfahrung mit dem ERP-System, die Nennung der vom Berater beherrschten Module, die Art der Kenntnis (Bedienung, Customizing, Anpassungsprogrammierung) sowie ggf. weitere projektspezifisch erforderliche Kenntnisse und Erfahrungen (z. B. zur Middleware des Anbieters, zu Schnittstellen, zur Datenübernahme etc.) umfassen. Zu solchen Vertragsanpassungen sind meines Erachtens die Dienstleister vor Projektbeginn gern bereit, denn sie haben immer ihre besten Beraterinnen oder Berater vor Augen.

Im Projekt selbst kommt es aber häufig vor, dass die besten Beraterinnen keine Zeit haben und stattdessen die zweitbesten Berater eingeplant werden. Dann kann ein Eingriff im laufenden Projekt erforderlich sein, um den nicht performenden Berater zu entfernen. Aus meiner Erfahrung heraus führt eine „Bewährung“ nicht dazu, dass die Beratungsqualität besser wird. Ein Festhalten an dem Berater mit der schwachen Leistung im Projekt ist also in keinem Fall zu empfehlen. Dies gilt im übrigen nicht nur für den Projektleiter!

Für solche Fälle ist ebenfalls eine Vorsorge im Dienstleistungsvertrag zu treffen. Dort ist zu verankern, dass die Einarbeitungszeit eines im Projekt ausgetauschten Beraters in einem gewissen Umfang nicht vergütet wird. Üblich sind hier fünf bis zehn Tage. Auch diese Regelung lässt sich gut vor Beginn des Projektes treffen. Entscheidungen über den Austausch von Beratern werden einvernehmlich im Lenkungsausschuss des Projektes getroffen. Eine Gefahr, dass der Dienstleister sich einem Austausch verweigert, sehe ich generell nicht, da auch dieser an einem reibungslosen Abschluss des Projektes interessiert ist. Im Zweifel kann eine Umfrage unter den Key-Usern, die die Beratungsqualität der mit ihnen zusammenarbeitenden Berater einschätzt, hier weiterhelfen – alles was unterhalb des Durchschnittes ist, muss der Kunde nicht akzeptieren.

Von (einseitigen) Kürzungen der Honorarrechnungen und von Nachverhandlungen des Honorars halte ich gar nichts. Im Interesse des Kunden sind nicht billige Berater, sondern bestmöglich performende Berater.

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