ERP-Einführung

Prozessmanagement mit ERP

Lesedauer: 2 Minuten

10. Juni 2014 von Sandy Eggert

Prozessmanagement mit ERP
© Pixabay / geralt

Zur Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens ist die Fähigkeit zur flexiblen Anpassung an veränderte Umweltbedingungen wie z.B. Kundenverhalten, Marktentwicklung, Produktionsbedarfe von enormer Bedeutung. Um diesen Veränderungen, die sich aus der Umweltdynamik ergeben, gerecht zu werden, setzen viele Unternehmen auf eine Um- oder Neugestaltung ihrer Organisationsstrukturen. Dabei werden generell Methoden zur Prozess(‑neu)gestaltung im Rahmen eines Prozessmanagements genutzt.

Bild 1: Integriertes Prozessmanagement [1].

Im Allgemeinen dient das Prozessmanagement dem Abgleich der Unternehmensstrategie, der organisatorischen Gestaltung von Prozessen sowie deren technische Umsetzung mit geeigneten IT-Systemen [1]. Bild 1 zeigt den auf mehrere Ebenen beruhenden Gestaltungsrahmen des Prozessmanagements. Er beinhaltet die Entwicklung der Strategie auf strategischer Ebene, die Konzeption eines auf die Strategie angepassten Prozessmanagements sowie deren Umsetzung auf operativer Ebene. Im Rahmen des Prozessmanagements auf fachlich-konzeptioneller Ebene erfolgt die Prozessabgrenzung, -modellierung und -führung im Sinne des Prozessdurchlaufs. Auf der darunterliegenden Ebene erfolgen die Soll-Prozessmodellierung entsprechend der Vorgaben sowie die Umsetzung. Zudem sichert ein entsprechendes Prozessmonitoring die Überwachung des Prozessverhaltens und liefert dazu entsprechende Messgrößen.

Integration ERP
Ein ERP-System deckt Funktionen aus mehreren Unternehmensbereichen ab und umfasst im Allgemeinen die Verwaltung aller zur Durchführung der Geschäftsprozesse notwendigen Informationen über die Ressourcen Material, Personal, Kapazitäten (Maschinen, Handarbeitsplätze etc.), Finanzen und Information [2]. Mit der Bereitstellung der technischen Grundlage zur Verzahnung von organisatorischen Einheiten und prozessbezogenen Daten leisten ERP-Systeme einen wesentlichen Beitrag zum Prozessmanagement durch den Integrationsaspekt.
Hierbei ist der Integrationsgrad entscheidend. Dieser gibt an, wie viele betriebliche Funktionen in einem ERP-System vereinigt werden. Je mehr Funktionsbereiche in einem ERP-System integriert werden, desto höher ist auch der Integrationsgrad und umso mehr kann von einem integrierten Prozessmanagement gesprochen werden. Ein hoher Integrationsgrad birgt jedoch auch das Risiko einer erheblich steigenden Komplexität des ERP-Systems, sodass nur noch Experten in der Lage sind, Veränderungen am System vorzunehmen und deren Auswirkungen zu überblicken [2]. Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, bieten einige ERP-Systeme eine integrierte Prozessdokumentation. Jedoch ist diese in der Ausgestaltung und im Detaillierungsgrad noch sehr unterschiedlich ausgeprägt und bietet daher entsprechendes Potenzial zur Weiterentwicklung.




[1] Gadatsch, A.: Grundkurs Geschäftsprozessmanagement: Methoden und Werkzeuge für die IT-Praxis, Vieweg Teubner 2010.
[2] Gronau, N.: Enterprise Resource Planning, 2. Auflage. Oldenbourg, München, 2010.




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