ERP-Technologie

Einsatz einer mobilen Unternehmensplattform

Lesedauer: 4 Minuten

08. Februar 2014 von Helmut Krcmar, Holger Wittges, Marcus Homann und Vassilena Banova

Einsatz einer mobilen Unternehmensplattform

Der Einsatz mobiler Endgeräte und zugehöriger mobiler Anwendungen in Unternehmen bringt eine Vielzahl von Herausforderungen mit sich. Beispiele sind die effiziente Kommunikation der mobilen Anwendungen mit unterschiedlichen Backendsystemen sowie die Administration der mobilen Endgeräte und deren Anwendungen. Mobile Unternehmensplattformen stellen als zentrales Bindeglied zwischen mobilen Endgeräten und Backendsystemen eine Vielzahl von Funktionen zur Verfügung, um diesen Herausforderungen zu begegnen. In diesem Beitrag wird das Konzept von mobilen Unternehmensplattformen und deren Funktionen vorgestellt. Zudem wird diskutiert, welche Herausforderungen der Einsatz einer mobilen Unternehmensplattform mit sich bringt. Mobile Endgeräte ermöglichen einen zeit- und standortunabhängigen Zugriff auf Unternehmensdaten. Durch ihre stetige Verfügbarkeit können die Besitzer der Geräte zudem proaktiv über wichtige Ereignisse informiert werden. Außerdem ermöglichen moderne mobile Endgeräte, wie Smartphones und Tablets, durch ihre integrierten Sensoren zusätzliche Anwendungsfelder. Neben den technologischen Möglichkeiten erfreuen sich mobile Endgeräte im privaten- und beruflichen Umfeld einer großen Popularität. In Summe bieten diese Aspekte Unternehmen das Potenzial ihre bestehenden Geschäftsprozesse zu verbessern oder neue Geschäftsfelder zu erschließen [1, 2]. Beispiele hierfür sind eine höhere Arbeitsproduktivität der Mitarbeiter, geringe Verzögerungen bei Genehmigungsprozessen, geringe Fehlerraten durch die Vermeidung von Medienbrüchen oder eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit [2, 3]. Aufgrund des allgemeinen Interesses an mobilen Anwendungen im Unternehmensumfeld haben unterschiedliche Softwareanbieter bereits mobile Anwendungen für unterschiedliche Einsatzzwecke entwickelt. Besonders groß ist das Angebot in den klassischen Aufgabenbereichen mobiler Mitarbeiter, wie beispielsweise dem Vertrieb oder Außendienst [2]. Beispiele für Funktionen von mobilen Anwendungen in diesem Bereich sind [2, 4]:

  • Koordination von Kundenbesuchen,
  • Suche im Produktkatalog,
  • Erfassung von Kundenaufträgen und Prüfung der Lieferfähigkeit vor Ort,
  • Zugriff auf Reparaturanleitungen vor Ort und
  • Erfassung von Arbeitszeiten und Reisespesen.

Herausforderungen mobiler Geräte und Anwendungen

Aufgrund der kleineren Displaygrößen und unterschiedlichen Interaktionsmuster können bestehenden Desktop-Anwendungen nicht ohne Weiteres auf mobile Geräte portiert werden. In vielen Fällen ist eine komplette Neuentwicklung der mobilen Anwendung zu empfehlen. Hierbei muss die im mobilen Umfeld notwendige Funktionalität identifiziert werden und das Bedienkonzept sorgfältig ausgearbeitet werden.
Durch die hohe Heterogenität mobiler Endgeräte und deren Betriebssysteme müssen Unternehmen ihre Anwendungen oftmals für mehrere mobile Plattformen, wie beispielsweise iOS, Android, Blackberry OS oder Windows Phone, entwickeln. Dieser Aspekt wird zusätzlich durch den „Bring Your Own Device“ Trend verstärkt, welcher es Mitarbeitern ermöglicht private mobile Endgeräte im geschäftlichen Umfeld zu nutzen [4]. Zur Entwicklung mobiler Anwendungen für die unterschiedlichen mobilen Plattformen werden derzeit unterschiedliche Programmiersprachen, Entwicklungsbibliotheken und -werkzeuge eingesetzt [5]. Deren Anwendung erfordert entsprechende Mitarbeiterfähigkeiten und teilweise zusätzliche Lizenzkosten.
In den IT-Landschaften von Unternehmen sind üblicherweise unterschiedliche Backendsysteme im Einsatz. Beispiele sind: Enterprise Resource Planning- (ERP), Customer Relationship Management- oder Supply Chain Management-Systeme [6, 7]. Diese Systeme werden oftmals von unterschiedlichen Softwareanbietern entwickelt, haben unterschiedliche Programmierschnittstellen und nutzen unterschiedliche Netzwerkprotokolle. Zudem sollten bei Datenabfragen aus Backendsystemen die oftmals geringeren Bandbreiten und die Stabilität mobiler Datennetze berücksichtigt werden. Um eine effiziente Kommunikation zwischen mobilen Anwendungen und Backendsystemen zu ermöglichen, sollte die zu übertragene Datenmenge auf das absolut notwendige Maß reduziert werden [4, 5]. Mit einer steigenden Anzahl mobiler Anwendungen, die direkt auf die unterschiedlichen Backendsysteme zugreifen, steigt auch die Zahl der Punk-zu-Punkt Verbindungen. Dies führt ab einer gewissen Menge zu einer schwer überschaubaren und schwer wartbaren Umgebung [5].
Eine weitere Herausforderung stellen unterschiedliche Sicherheitsaspekte dar. Zum einen können mobile Geräte verloren gehen oder gestohlen werden. Falls auf dem mobilen Endgerät wichtige Geschäftsdaten oder Zugangsdaten gespeichert sind, stellt dies ein hohes Sicherheitsrisiko dar [4]. Zum anderen greifen mobile Geräte i.d.R. auch über unsichere mobile Datennetze auf die IT-Landschaft des Unternehmens zu. Um das Sicherheitsrisiko in diesem Fall zu minimieren, sollten entsprechende Authentifizierungs- und Datenverschlüsselungsmechanismen angewendet werden [4]. Auch die Vermischung von privater und geschäftlicher Nutzung von mobilen Endgeräten birgt Gefahren. Um beispielsweise zu verhindern, dass unbefugte Anwendungen den Zugang zu den mobilen Unternehmensanwendungen erlangen, müssen entsprechenden Policies und Nutzungskonzepte implementiert werden [2]. Im folgenden Abschnitt wird das Konzept einer mobilen Unternehmensplattform vorstellt und erläutert, welche Lösungsmöglichkeiten dieses für die genannten Problemstellungen anbietet.

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