ERP-Technologie

Mobil mit ERP-Systemen – Chancen und Risiken

26. April 2014 von Sandy Eggert

Von unterwegs Bestellungen auslösen, Angebote direkt beim Kunden mit aktuellen Bestands- und Preisdaten erstellen, E-Mails am Wochenende beantworten – mit einem mobilen Endgerät, welches einen Zugang zum ERP-System des Unternehmens bietet, ist das kein Problem. Immer mehr Anbieter von ERP-Systemen bieten Funktionen ihrer ERP-Lösung auch auf mobilen Endgeräten, wie Smartphones, Tablets etc. an oder stellen moderne Cloud-Lösungen zur Verfügung. Seitdem mobile Endgeräte im privaten Bereich zum Alltag gehören, wird die Forderung nach geschäftstauglichen Applikationen immer größer. ERP-Anbieter geraten dadurch immer mehr in die Pflicht, sich stärker in Richtung mobiler Applikationen zu orientieren. Die damit verbundenen Nutzungsmöglichkeiten versprechen aus Anwendersicht große Chancen. Zu den wichtigsten Vorteilen gehören: Produktivitätssteigerungen, eine erhöhte Flexibilität durch Ortsunabhängigkeit, Kosteneinsparungen, steigende Kundenzufriedenheit sowie eine gesteigerte Anwenderfreundlichkeit. Seitdem mobile Endgeräte im privaten Bereich zum Alltag gehören, wird die Forderung nach geschäftstauglichen Applikationen immer größer. ERP-Anbieter geraten dadurch immer mehr in die Pflicht, sich stärker in Richtung mobiler Applikationen zu orientieren. Die damit verbundenen Nutzungsmöglichkeiten versprechen aus Anwendersicht große Chancen. Zu den wichtigsten Vorteilen gehören: Produktivitätssteigerungen, eine erhöhte Flexibilität durch Ortsunabhängigkeit, Kosteneinsparungen, steigende Kundenzufriedenheit sowie eine gesteigerte Anwenderfreundlichkeit.

Produktivitätssteigerungen
Laut einer Untersuchung der Aberdeen Group kann allein durch den Einsatz mobiler Endgeräte eine Betriebsgewinnsteigerung von 17% erreicht werden. Es können z.B. effiziente Innovationen und Anwendungsmöglichkeiten genutzt werden, welche langfristig die Produktivität steigern, Kunden stärker binden und dadurch das Unternehmen wettbewerbsfähiger machen. [1]

Flexibilität durch Ortsunabhängigkeit
Entsprechende Benachrichtigungsdienste zur Veränderung von Daten oder Zuständen ermöglichen ein schnelles Handeln durch die Nutzung mobiler Endgeräte. Eine Untersuchung zu der 600 europäische Geschäftsleute befragt wurden ergab, dass 90% der Befragten nicht im Büro, sondern unterwegs am produktivsten arbeiten können [2]. 73% der Geschäftsreisenden nutzen ihre Dienstreisezeit besonders intensiv, um sich zu informieren und neue Geschäftsideen zu sammeln. [2] Dies zeigt, dass die zunehmende Flexibilität auch die Produktivität positiv beeinflusst.

Kosteneinsparungen
In einigen Branchen bietet es sich nahezu an, den Büroarbeitsplatz mit einer mobilen Endgeräteausstattung in den Homeoffice-Bereich zu verlegen (z.B. im Außendienst). Dies kann unmittelbar zur Einsparung von Mieten für Büroräume und -ausstattung führen. Weiterhin können kürzere Reaktionszeiten zu einem schnelleren Prozessdurchlauf führen.

Kundenzufriedenheit
Mobile Endgeräte erlauben schnellere Reaktionsgeschwindigkeiten. Damit verbunden sind Steigerungen von Antwort- und Durchlaufzeiten [3]. Dies wird zudem durch die Möglichkeit des mobilen Zugriffs auf kundenrelevante Daten gefördert. Diese Aspekte können unmittelbar zu einer erhöhten Kundenzufriedenheit führen.

Anwenderfreundlichkeit
Herkömmliche ERP-Lösungen haben eher bedienerunfreundliche Benutzeroberflächen [4]. Die oftmals eher gering ausgeprägte Akzeptanz der ERP-Lösungen lässt sich allerdings vor allem durch modernere und ergonomische Benutzerschnittstellen erhöhen, die über schnelle, sichere, unmittelbare und interaktive Kommunikation verfügen [4]. Die Bedienkonzepte moderner ERP-Apps ähneln meist Applikationen aus dem privaten Gebrauch. Diese zeichnen sich vor allem durch eine intuitive Gestaltung aus und führen dadurch zu einer erhöhten Nutzerakzeptanz. Neben den enormen Chancen, die mit der zunehmenden Mobilität verbunden sind, müssen auch Risiken berücksichtigt werden. Hierbei werden vor allem datenschutzrechtliche Bedenken und die zunehmend verschwindende Abgrenzung zwischen Arbeits- und Freizeit genannt.

Datenschutz
Die Verwendung von mobilen Endgeräten birgt besondere Sicherheitsrisiken. Einerseits können Daten ausspioniert werden, weiterhin können aber auch Gerätemerkmale erhoben, und damit wichtige Aspekte der Sicherheitspolicy des Unternehmens herausgefiltert werden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sieht insbesondere folgende Bedrohungspotenziale bei der Verwendung mobiler Endgeräte [5]:

  • Manipulation der Hardware: Der geräteinterne Speicher kann ausgelesen und beschrieben werden. Neben dem Datendiebstahl können zudem weitere Anwendungen auf dem Gerät installiert werden, welche bspw. Aktionen des Benutzers aufzeichnen.
  • Erhebung von Gerätemerkmalen: Die von vielen Unternehmen verwendeten Beschriftungen oder Label können identifiziert, kopiert und auf ein kompromittiertes Gerät aufgebracht werden. Dies kann u.a. die Erhebung von Passwörtern ermöglichen.
  • Analyse von Nutzungsspuren
  • Manipulation der Geräteausstattung: Durch das Einbringen von zusätzlicher Hardware können Daten ausspioniert werden.
    Nutzung durch Dritte: Durch die Nutzung eines mobilen Endgerätes durch mehrere Personen können sicherheitsrelevante Probleme entstehen. Bspw. können durch Installation von Software schädliche Programme (Spyware etc.) in das System eindringen.
  • Wartungsarbeiten: Auch bei Wartungs- und Reparaturarbeiten des mobilen Endgerätes außerhalb des eigenen Vertrauensbereiches (z.B. des Unternehmens) werden Risiken gesehen. Gerätedaten können verändert oder gestohlen werden.

Bei einer Umfrage (Bild 1) unter IT-Verantwortlichen zum Thema Sicherheitsprobleme bei mobilen Endgeräten gaben 83,5% der Befragten an, dass vor allem Apps Daten ausspionieren könnten [6]. Weiterhin wird die Hauptbedrohung in klassischer Malware, Hackerangriffen und Spam gesehen.

 

Bild 1: Sicherheitsrisiken bei der Nutzung mobiler Endgeräte [6].
 
 

Überlastung der Mitarbeiter
Laut einer Studie der Deutschen Angestellten Krankenkasse aus dem Jahre 2012 sind fast 40% der über 3 000 befragten Erwerbstätigen außerhalb der Arbeitszeit für Kollegen und Vorgesetzten telefonisch verfügbar [7]. Durch diese ständige Erreichbarkeit entsteht eine zunehmende Vermischung von Arbeits- und Freizeit, was häufiger zu psychischen Erkrankungen führt. Dies beobachten nicht nur Krankenkassen, auch einige Arbeitgeber versuchen dem sogenannten „Burn-out“ entgegen zu wirken. So gibt es bspw. Unternehmen, die zum Schutz der Mitarbeiter den Mailserver am Abend oder am Wochenende abschalten, um der mobilen Erreichbarkeit eine Grenze zu setzen.

Fazit
Aus Sicht der anwendenden Unternehmen hat das Thema Mobilität eine hohe Relevanz. ERP-Anbieter geraten zunehmend in die Pflicht, ihre oft noch sehr schwerfälligen Systeme alltagstauglich und mobil anzubieten.

DatenschutzERPFlexibilitätMobilSicherheit


[1] Aberdeen Group (2013): Decisions on the Move: Mobile BI 2013. http://iqeverywhere.com/wp-content/uploads/2012/12/Decisions-on-the-Move-Mobile-BI-2013.pdf, Zugriff 23.02.2014.
[2] Manhart, Klaus (2013): Businessleute fordern mehr Consumer-Technik. Reisezeit = Arbeitszeit. http://ibmexperts.computerwoche.de/mobile-enterprise/artikel/reisezeit-arbeitszeit, Zugriff 23.02.2014.
[3] Amberg, M.; Lang, M.: Innovation durch Smartphone & Co. 2011, Seite 79-95.
[4] Schnittler, V.: Prägende Merkmale von ERP-Lösungen der Zukunft. In: ERP Management 7/2011.
[5] Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (2006): Mobile Endgeräte und mobile Applikationen: Sicherheitsgefährdungen und Schutzmaßnahmen. https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BSI/Publikationen/Broschueren/Mobile_Endgeraete_pdf.pdf?__blob=publicationFile, Zugriff 23.02.2014.
[6] Welche Sicherheitsrisiken gibt es bei der Nutzung mobiler Endgeräte aus Ihrer Sicht? http://de.statista.com/statistik/daten/studie/253937/umfrage/bedrohungen-durch-mobile-endgeraete/, Zugriff 23.02.2014.
[7] Gesundheitsreport 2013, DAK Forschung, IGES Institut GmbH, www.dak.de/dak/download/Gesundheitsreport_2013-1146388.pdf, Zugriff 23.02.2014.




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