ERP-Technologie

Wandel im ERP-Markt

18. Januar 2016 von Reinhold Karner

Durch das Zusammenwirken verschiedener Technologie- und Marktkräfte steht der größte Wandel im ERP-Markt bzw. der ERP-Architekturen seit rund 25 Jahren bevor. Gartner Inc. bezeichnet dies als die neue Ära des „postmodern ERP“ und geht davon aus, dass zukünftig keine monolithischen ERP-Systeme mehr dominieren, sondern lose gekoppelte Anwendungen. Dieser Umbruch hat das Potenzial die ERP-Branche von Grund auf zu ändern.

Der ERP-Markt scheint im Vergleich zu den Megatrends wie Cloud Computing, Mobility oder Big Data ein geradezu beschauliches Dasein zu führen. Doch der Schein trügt. Ein starker Umbruch steht bevor, der größte seit rund 25 Jahren!

Dies ganz unabhängig davon, dass derzeit keine demnächst nutzbaren, revolutionär-disruptiven Technologien von den IKT-Schlüsselakteuren für die nächsten zwei Jahre geplant sind und wir auf zahlreiche bis jetzt unbeachtete noch etwas länger warten müssen, z. B. auf die Memristoren. Der IKT-Markt insgesamt läuft dennoch immer rasanter und dies zeigt sich auch in der ERP-Szene.

Gartner Inc., der weltführende IKT Marktforscher und Advisor prägte 1990 erstmals das Akronym „ERP“ (enterprise resource planning) als Vision einer evolutionären Erweiterung für die „resource planning domain“, des lange zuvor etablierten Konzepts für den produzierenden Sektor, das „MRP“. MRP wurde 1964 von Joseph Orlicky als „material requirement planning“ geboren und Black & Decker war der erste Anwender. 1983 wurde dieses von Oliver Wight zum MRP-II „manufacturing resource planning“ erweitert.

Geworden ist aus ERP jedoch weit mehr. Heute haben wir unter ERP ein allgemeines Verständnis für das gesamte Rückgrat von Geschäftsanwendungen, nicht nur für Produktionsbetriebe, sondern auch für Nicht-Produzenten, für deren interne und externe Geschäftsprozesstransaktionen einschließlich Finanz- und Rechnungswesen, unabhängig von Branche oder Region.

Im Jahr 2000 publizierte Gartner Inc. einen Artikel mit dem Titel „ERP ist tot – lang lebe ERP-II“ [1]. Obwohl jüngst schon der Begriff „ERP-III“ [2] umging, erwähnte Gartner erstmals 2013 und setzte im Juli 2014 den marktprägenden Begriff samt Konzept für eine neue ERP-Ära: postmodern ERP [3]. Damit einhergehend erklärte Gartner das Zeitalter für diese bisherige Automatisierung in lokal betriebenen, alleinstehenden, monolithischen ERP-Systemen für Vergangenheit.

Ursachen der neuen Ära

Die wohl wichtigste Frage, um zu verstehen, was eine neue Epoche auszurufen rechtfertig, ist: Was sind dessen so bedeutende Treiber?  Die Antworten lassen sich in drei Segmente unterteilen [3]:

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[1] Gartner (2000): https://www.gartner.com/doc/314701/erp-dead--long-live (08.09.2014)
[2] R3Now (2010): http://www.r3now.com/erp-vs-erp-ii-vs-erp-iii-future-enterprise-applications/ (08.09.2014)
[3] Gartner (2014): http://www.gartner.com/newsroom/id/2658415 (08.09.2014)
[4] Gartner (2014): http://www.gartner.com/technology/research/digital-business/ (08.09.2014)
[5] Wirtschaftsblatt (2014): http://wirtschaftsblatt.at/archiv/printimport/1564028/Hasso-Plattner_SAP-muss-radikaler-denken-lernen (08.09.2014)
[6] Gartner (2013): http://blogs.gartner.com/peter-sondergaard/everyone-is-a-technology-company/ (08.09.2014)




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