Die neue Studie von COMPUTERWOCHE Research Services zeigt: SAP S/4HANA gilt als führendes ERP-System und ist laut Unternehmen entscheidend für die digitale Transformation. Besonders die Integration über SAP BTP und der Einsatz von KI sollen Prozesse beschleunigen und Kosten senken – gerade in unsicheren Zeiten. Warum das so ist, wurde bei rund 350 kleinen und mittelständischen Unternehmen abgefragt.
SAP bleibt das Maß der Dinge im ERP-Markt: Zwei Drittel der befragten Unternehmen setzen laut aktueller S/4HANA-Studie 2025 bereits auf die Business-Suite S/4HANA – in der Cloud oder on-premises. Damit hat sich SAP endgültig an die Spitze der ERP-Landschaft gesetzt. Besonders große Unternehmen (über 1 000 Mitarbeitende) und kleine Betriebe unter 250 Mitarbeitenden treiben den Wechsel voran. Mittelständler hinken noch hinterher – nur 56 Prozent von ihnen arbeiten mit S/4HANA.

SAP S/4HANA gilt als führendes ERP-System und ist laut Unternehmen entscheidend für die digitale Transformation.
Die wichtigsten Ergebnisse in dieser kostenlosen Studie – SAP S/4HANA 2025.
Der Cloud-Trend ist klar – aber nicht unumkehrbar
Von den aktiven S/4HANA-Nutzern betreiben nur 20 Prozent ihre Systeme on-premises. 46 Prozent setzen auf Public-Cloud-Modelle über Hyperscaler wie AWS, Azure oder Google Cloud, weitere 19 Prozent auf die Public-Cloud-Edition im SAP-Rechenzentrum. Sieben Prozent haben sich für die Private-Cloud-Edition entschieden, die individuellen Spielraum erlaubt. Doch der Weg in die Cloud verläuft nicht immer gradlinig: 84 Prozent der Firmen, die ihr System migriert hatten, holten es per Rollback wieder zurück – ein deutliches Signal, dass Erwartungen an Stabilität, Kosten oder Anpassbarkeit häufig enttäuscht wurden.
Trotzdem planen 85 Prozent der On-Premises-Kunden, in den nächsten Jahren in die Cloud zu wechseln. Besonders kleine und mittlere Unternehmen wollen diesen Schritt bald gehen – getrieben von Effizienz-, Kostenvorteilen und Compliance-Anforderungen.
Digitalisierung: S/4HANA als Booster
71 Prozent der Befragten bewerten den Umstieg auf S/4HANA als „entscheidend“ oder „sehr wichtig“ für ihre digitale Transformation. Besonders das C-Level sieht die ERP-Suite als Herzstück der Digitalisierung – 87 Prozent attestieren ihr strategische Bedeutung. Bei IT-Leiter sind es nur 63 Prozent, was zeigt: Die technologische Umsetzung bleibt herausfordernd. Embedded Analytics, Fiori-UX und integrierte KI-Funktionen gelten dennoch als Schlüssel für Tempo, Transparenz und Effizienz.
Erwartungen: Mehr Flexibilität, niedrigere Kosten, höhere Umsätze
Der Business-Nutzen steht klar im Fokus:
- 35 Prozent erwarten von S/4HANA mehr Schnelligkeit und Flexibilität,
- 32 Prozent Kostenreduktion,
- 31 Prozent Umsatzwachstum.
Für große Unternehmen sind Effizienz und Flexibilität ausschlaggebend, kleine Betriebe setzen stärker auf Wachstum. Weniger Gewicht erhalten Aspekte wie neue Geschäftsmodelle (20 Prozent) oder höheres Innovationstempo (17 Prozent) – ein Indiz, dass viele Unternehmen S/4HANA noch primär als Effizienzmaschine sehen.

Erwartungen: Mehr Flexibilität, niedrigere Kosten, höhere Umsätze
85 Prozent der Anwender sind mit S/4HANA zufrieden, 77 Prozent auch mit dem Projektverlauf. Doch die IT-Leiter zeigen sich deutlich kritischer: Nur 62 Prozent sind zufrieden. Zu teuer, zu komplex, zu wenig Support – so lauten häufige Einwände. Kleinere Firmen berichten hingegen von reibungslosen Projekten, was auf den hohen Standardisierungsgrad der Public-Cloud-Edition zurückgeführt wird.
Die größten Stolpersteine: IT-Anpassung und Datenqualität
35 Prozent der Befragten nennen die Anpassung der IT-Landschaft als größte Hürde, 33 Prozent den Abgleich von Stammdaten aus verschiedenen Quellen. Gerade mittelständische Unternehmen kämpfen mit verteilten Systemen und fehlenden Ressourcen. Auch die Einrichtung einer einheitlichen Datenbasis („Single Source of Truth“) bleibt eine zentrale Baustelle.
SAP BTP: Vom Integrations-Tool zur Innovationsplattform
Zwei Drittel der Unternehmen setzen bereits auf die Business Technology Platform (BTP) – 29 Prozent produktiv, 38 Prozent in Einführung. Damit entwickelt sich die PaaS-Plattform zum Integrationsstandard für SAP-Umgebungen. Über die Hälfte nutzt sie für App-Entwicklung und Automatisierung, 36 Prozent für Datenmanagement, ein Drittel für erweiterte Planungs- und Analyseprozesse. C-Level-Verantwortliche sehen in der BTP einen strategischen Hebel, um SAP-Landschaften mit Drittsystemen zu vernetzen und eigene Innovationen schneller umzusetzen.
Künstliche Intelligenz: Vom Pilot zur Praxis
67 Prozent der Unternehmen nutzen SAP Business AI bereits – entweder umfassend oder für bestimmte Aufgaben. Mehr als die Hälfte sieht den größten Vorteil in beschleunigten Prozessen, 45 Prozent in Kosteneinsparungen. Nahezu vier von zehn Unternehmen erkennen den Wert in Prozessautomatisierung und Compliance-Erfüllung. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten wird KI als Instrument gesehen, um Wettbewerbsvorteile zu sichern.

Preissteigerungen akzeptiert – aber Wechselwille wächst
80 Prozent der Unternehmen halten SAPs Preissteigerungen für nachvollziehbar. Gleichzeitig denken 58 Prozent über einen ERP-Wechsel nach – vor allem kleine Firmen und C-Level-Verantwortliche. Die Diskrepanz zwischen formaler Akzeptanz und tatsächlicher Wechselbereitschaft zeigt, wie empfindlich das Thema Kosten bleibt. Viele Unternehmen sehen zwar den Mehrwert von S/4HANA, doch die Preisstruktur und mangelnde Transparenz bleiben ein Reizthema.
Hybrid als Königsweg
Beim Migrationsansatz setzt sich ein pragmatischer Trend durch: 41 Prozent der Unternehmen wählen ein hybrides Modell aus Greenfield und Brownfield – ein Kompromiss zwischen Neustart und Bewahrung bewährter Strukturen. Damit lassen sich Prozesse modernisieren, ohne das komplette ERP-Erbe aufzugeben. 32 Prozent setzen auf eine klassische System Conversion, 20 Prozent auf eine Neuimplementierung von Grund auf.
Fazit: Die Cloud kommt – aber nicht für alle gleich
Die Studie 2025 zeichnet ein ambivalentes Bild: S/4HANA hat sich durchgesetzt und gilt als zentraler Treiber der Digitalisierung. Doch der Weg in die Cloud bleibt für viele Unternehmen ein Balanceakt zwischen Innovation und Risikokontrolle. IT-Leiter fordern mehr Planbarkeit, C-Level mehr Geschwindigkeit, und SAP selbst muss beweisen, dass die Cloud-Strategie auch für den Mittelstand wirtschaftlich tragfähig ist.
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