ERP-Technologie

Cloud Computing

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pro contra top 1

Das Thema Cloud Computing ist immer noch hochaktuell, dennoch werden Cloud-Services im ERP-Bereich nur in geringem Maße eingesetzt. Cloud Computing nehmen ERP-anwendende Unternehmen als flexibel aber auch unsicher wahr. Der Beitrag betrachtet das Thema von beiden Seiten. Die unterschiedlichen Perspektiven nehmen erfahrene ERP-Anbieter ein. Axel Friedrich ist Geschäftsführer der autinity systems GmbH vertritt die Pro-Seite und spricht über Datensicherheit und inwiefern sich Cloud Computing für ERP-Anwender eignet. Den Contra-Part übernimmt Daniela Huber. Sie leitet die Marketing und Public Relations Abteilung der Step Ahead AG und kennt sich mit den Bedenken der Kunden aus.

PRO

Welche Formen des Cloud Computing sind für ERP-User sinnvoll?

Die Wahl der Form ist abhängig von den verschiedenen Anforderungen der ERP-Nutzer. Die Frage lässt sich also nicht pauschal beantworten. Grundsätzlich bemerkt der ERP-Nutzer nicht, ob er gerade in einer ‚Private‘ oder einer ‚Public Cloud‘ arbeitet. Für die Wahl der idealen Form sollte der ERP-Nutzer folgende Aspekte in seine Betrachtungen mit einbeziehen:

Sicherheitsanforderungen

Aus Sicht des Datenschutzes ist eine Private Cloud, die möglichst keinen Kontakt zum Internet hat, die sicherste Lösung.

Die Private Cloud eignet sich vor allem für den abteilungsübergreifenden Einsatz, um redundante Datenhaltungen zu verringern.

Für kleinere Unternehmen wäre der Einsatz einer Public Cloud denkbar. ERP-Systeme könnten auf diese Weise als SaaS-Variante (Software-as-a-Service) eingesetzt werden. Die Public Cloud würde so mit der Einschränkung, dass sich Anbieter und Nutzer kennen, in Frage kommen.

Ausfallsicherheit

Die Anforderungen an die Ausfallsicherheit beeinflussen die Kosten wesentlich. Anbieter von Public Clouds haben in diesem Punkt deutliche Kostenvorteile. Generell gilt aber, dass die Ausfallsicherheit nicht von der gewählten Form abhängig ist. Beide Konzepte können mit entsprechenden Budgets abgesichert werden.

Welche Vorteile hat Cloud Computing für die Endnutzer und die IT-Abteilung im Speziellen?

Als Vorteil kann generell gewertet werden, dass der Endnutzer unabhängig vom Arbeitsplatz und dessen Ausstattung arbeiten kann. Abgesehen davon ergeben sich aus unserer Sicht keine nennenswerten Vor- und Nachteile.

Für die IT-Abteilung ist der Unterschied allerdings sehr groß. Es ist viel einfacher eine zentrale Stelle zu pflegen, als viele verteilte Systeme. Da bei der Entwicklung von Cloud-Systemen großer Wert auf Aspekte wie Skalierbarkeit und Datensicherung gelegt wird, ist der Aufwand für Erweiterung und Anpassung später meist wesentlich geringer.

Eignen sich alle Unternehmensgrößen für den Einsatz der Cloud-Technologie?

Für die Cloud-Technologie eignen sich aus unserer Sicht jegliche Unternehmensgrößen. Selbst für Kleinstunternehmen besteht die kostengünstige Möglichkeit eine exklusive Public Cloud, die durch Experten betreut und gesichert wird, zu erlangen. Aus meiner Sicht ist diese spezielle Form der Public Cloud vor allem für kleine bis mittlere Unternehmen kaum mehr aus den Arbeitsprozessen wegzudenken.

Inwiefern hat sich die Datensicherheit verglichen mit der Vergangenheit verbessert?

Die Datensicherheit ist deutlich gestiegen – vor allem was die Ausfallsicherheit betrifft. Um sich vor Fremdzugriffen zu schützen, ist das Wissen von Experten für das Konzept des Cloud Computing unumgänglich. Wird die Cloud von dem Unternehmen selbst betrieben, so lässt sich die Datensicherheit ohne Probleme gewährleisten. Bei externen Clouds kann allerdings keine 100%-ige Datensicherheit gewährleistet werden.

Was sind typische Inhalte eines Cloud-Vertrages?

Die hier gegebenen Möglichkeiten reichen nicht aus, um den Umfang eines Cloud-Vertrages aufzuzeigen. Deswegen beziehe ich mich in meinen Ausführungen vorrangig auf externe Public Clouds. Bei diesen Verträgen sollte vor allem die Exklusivität beschrieben sein. Weiterhin sind nach unserer Ansicht das entsprechende Sicherheitskonzept und eine umfangreiche Beratung Grundbestandteil eines Cloud-Vertrages.

CONTRA

Welches sind die größten Unterschiede gegenüber der Nutzung von Inhouse-Systemen?

Datensicherheit, Kosten, Abhängigkeit vom Internet: Cloud Computing steht bei den meisten IT-Verantwortlichen auf der Agenda weit oben. Viele Unternehmen haben allerdings Bedenken, Cloud-Technologien zu nutzen und ebenso viele planen aktuell keine Auslagerung von Teilen ihrer EDV. Sie wiegen sich in einer vermeintlichen Sicherheit bezüglich ihrer Daten. Der interne Aufwand, wirkliche Datensicherheit zu gewährleisten, darf nicht unterschätzt werden. Der Kostenaspekt spielt dabei scheinbar eine untergeordnete Rolle, denn für die interne Hardware und Software fallen wesentlich mehr Kosten an.

Zwingen Sparmaßnahmen Unternehmen dazu Cloud Computing als Alterative zu herkömmlichen Bereitstellungsmodellen zu erwägen?

Grundsätzlich ja, aber die meisten Firmen wollen die eigene IT-Abteilung weiter im Haus betreiben und glauben nicht daran, dass sie mit der Auslagerung von Daten und Diensten Einsparungen erzielen und gleichzeitig die Sicherheit erhöhen können. Das liegt aber oftmals an mangelnder Information. Hier gibt es noch Gesprächsbedarf.

Welche Probleme sprechen Kunden als Gegenargument zum Cloud-Modell an?

Oft werden Einwürfe  wie „Meine Daten sind in meinem Besitz.“ und „Ich habe die Hoheit meiner internen Daten.“ genannt. Weiterhin spielt die gesetzliche Regelung der Auslagerung der Daten eine Rolle.

Ein weiterer Einwand „Ich möchte aber meine Daten bei meinem mir bekannten Lieferanten haben.“ ist ein Problem, denn mittelständische Unternehmen möchten ihre Lieferantenbeziehungen pflegen. Mit einem neuen Cloud-Anbieter stehen sie aber in der Gefahr, diese Dienstleistung von langjährigen, aber nicht-zertifizierten Systemhauspartnern in Anspruch zu nehmen. Die Auslagerung oder die ausgelagerte Verarbeitung wertvoller Firmendaten, ohne dafür zertifiziert zu sein, ist jedoch leichtsinnig.

Können Inhouse-Systeme typische Vorteile von Cloud Computing, wie Datenmobilität und schnelle Implementierungen, bieten?

Grundsätzlich ja, allerdings werden dann aber mindestens ein (idealerweise zwei) IT-Verantwortliche benötigt.

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