Gelegentlich trifft Doktor ERPel auf neue ERP-Anbieter. Da treffen sich abends beim Bier ein paar Entwickler und denken, sie können doch ihre Inhouse-Lösung auch mal Dritten zur Nutzung anbiete.
Unwissenheit trifft Unbelehrbarkeit
So auch in dem Fall des Anbieters, den Doktor ERPel hier schildern möchte. Es wurde immerhin ein Marketing-Mitarbeiter eingestellt, der sich nun um die Vermarktung seiner neuen ERP Lösung kümmert. Es sei gesagt, dass der ERP-Markt extrem stark gesättigt ist und nur wenig Platz für Neuankömmlinge bietet. Der Marketing-Mitarbeiter, der im übrigen halbtags arbeitet, hatte allerdings kein Budget.
Zero Based Marketing ist sinnlos
Schon Henry Ford wusste, dass er die Hälfte seines Marketingaufwands verschwendete. Er wusste nur nicht, welche Hälfte. Der neue ERP-Anbieter löste dieses Problem ganz einfach. Wenn er 0 Euro für Marketing ausgibt, dann ist ja auch nur die Hälfte von 0 Euro verschenkt. Leider erfordern alle Facetten von Marketing heutzutage Aufwendungen: um Vertrauen aufzubauen, um die Zielgruppe zu informieren, um sich vom Wettbewerb abzusetzen, um auf Produktdifferenzierung hinzuweisen usw.
„Wiederholen heißt Verstärken“
Hinzu kommt, dass in unserer schnelllebigen Zeit all diese Informationen nicht nur einmal, sondern mehrfach an die Zielgruppe gebracht werden müssen. Auch hier erscheint es extrem anspruchsvoll zu sein, dies ohne Marketingbudget zu versuchen, zumal der ERP-Markt extrem erklärungsbedürftig ist.
Gleichwohl wünscht Doktor ERPel dem neuen ERP-Anbieter viel Glück bei der Differenzierung von seinen 585 Mitbewerbern.