ERP-Technologie, Business Intelligence (BI)

Mobile Business Intelligence

Lesedauer:  3 Minuten
titel fuchs1 2 14 1

Auch Business-Anwendungen sollen künftig von überall aus via Tablets und Smartphones verfügbar sein. Das Management und die Fachbereiche wollen neben Standardberichten auch Dashboards und Analyse- und Kollaborationsfunktionen auf ihren mobilen Clients nutzen. Doch die Umsetzung mobiler Lösungen stellt Unternehmen vor Herausforderungen. Bild 1:Umsetzung von Mobile-BI-Projekten [1]. Die mobile Nutzung von Informationstechnologien schreitet rasant voran. Viele Endbenutzer haben sich an mobile Endgeräte im Alltag gewöhnt und möchten sie nun auch im beruflichen Alltag einsetzen. Allerdings fehlt oftmals der klare geschäftliche Mehrwert, der entsprechende Investitionen in eine mobile Infrastruktur rechtfertigt. Ein guter Ansatz sind Business Intelligence Anwendungen, da Führungskräfte, Vertrieb oder technischer Außendienst oft unterwegs auf eine Versorgung mit Geschäftsinformationen angewiesen sind bzw. Daten erfassen müssen. Anwenderunternehmen erhoffen sich entsprechend von Mobile Business Intelligence (MBI) eine breitere, ortsunabhängige Nutzung von Geschäftsinformationen innerhalb der Organisation. Mobile Geräte sind stets zur Hand, immer verfügbar, immer aktiv, auf den Nutzer angepasst (Apps) und eröffnen neue Anwendungsszenarien, so die allgemeine Wahrnehmung in Unternehmen.

Trends im Mobile Business Intelligence-Check

Unter den in den letzten Jahren implementierten MBI-Lösungen dominieren laut eigener Untersuchungen solche für Reporting und zur Anzeige von Dashboards. Vor allem Letztere sieht das Management gern auf seinem iPad. Vorreiter unter den Fachabteilungen ist der Vertrieb. Nach Branchen betrachtet sind weltweit IT-Dienstleistungen, Produktion, Luft- und Raumfahrt sowie der Einzelhandel am stärksten unter den Nutzern von MBI vertreten. Aber auch die Rohstoff- und Unterhaltungsbranche bekunden großes Interesse. Zugleich ist zu beobachten, dass sich in ersten Unternehmen mit der Praxis und Erfahrung die Nutzung von MBI-Anwendungen tendenziell verändert: vom reinen Inhaltskonsum hin zur Wissensgenerierung sowie personifizierte Auswertungen bzw. Dashboards. Erste MBI-Angebote im Markt folgen diesem Trend bereits und warten mit entsprechenden Analyse- und Manipulations- bzw. Eingabemöglichkeiten für Daten auf. Interessant könnten in der Zukunft auch virtuelle Arbeitsräume für die Onlineabstimmung von Inhalten werden sowie allgemein die Nutzung erweiterter Kommunikationsmöglichkeiten wie Kommentarfunktionen und Workflows. Solche Features können mit der Anwendung integriert sein oder durch Kommunikation mit der auf dem Endgerät, wie beispielsweise das Versenden von Kommentaren per E-Mail, oder die im Unternehmen vorhandene Kommunikationssoftware, beispielsweise Microsoft SharePoint, verknüpft werden.

Hindernisse in MBI-Projekten

Allerdings werden die erhofften Vorteile einer mobilen Business-Anwendung nur dann eintreffen, wenn diese im Rahmen einer definierten Mobile-Strategie mit einem nachvollziehbarem Business Case eingeführt wurde. Das bedeutet, dass MBI-Lösungen immer einen Mehrwert liefern müssen.

Die Umsetzung einer ‚Read-only‘-Applikation, wie sie viele Unternehmen zunächst implementieren, ist daher sicher ein erster Schritt, jedoch bietet MBI wesentlich mehr Anwendungsformen. Diese Erkenntnis verbreitet sich und hat manches ambitioniert geplante Projekt merkbar gebremst oder gar verhindert. Laut der jährlichen Anwenderbefragung (Bild 1), ist auffällig, dass viele kurzfristig geplante Projekte nicht produktiv waren. Auch scheinen Anwender insgesamt eher vorausschauender und vorsichtiger zu planen. Dennoch beabsichtigen 50% der Befragten eine Umsetzung von MBI-Lösungen, nur 35% sehen keinen Bedarf [1].
Nachfolgend einige typische Hindernisse bei der Planung und Einführung mobiler Clients, die Unternehmen frühzeitig beseitigen müssen.


Das könnte Sie auch interessieren

Learnings aus den Blackouts

Learnings aus den Blackouts

Handlungsempfehlungen für wandlungsfähige IT-Systeme
Wie bleiben Unternehmen handlungsfähig, wenn zentrale IT-Systeme plötzlich ausfallen? Der Beitrag zeigt anhand realer IT-Blackouts, warum Wandlungsfähigkeit heute entscheidend für stabile Geschäftsprozesse ist. Er erläutert praxisnah, wie Redundanzen, Modularität, Failover-Mechanismen und organisatorische Vorbereitung helfen, Ausfälle schneller zu beherrschen und den Betrieb resilient aufzustellen.
Vibe Coding: Wenn die Fachabteilung selbst entwickelt

Vibe Coding: Wenn die Fachabteilung selbst entwickelt

Wie KI-Tools auch ohne Programmierkenntnisse ERP-Erweiterungen in Reichweite bringen
Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Der Change Request ist vor acht Wochen eingereicht worden. Die IT-Abteilung hat Rückfragen, das Projekt steht in der Prioritätenliste irgendwo hinter der Server-Migration und der Vertriebsleiter tippt weiterhin täglich dieselben Zahlen in eine Excel-Tabelle, die er eigentlich direkt aus dem ERP-System haben könnte. Diese Situation ist in mittelständischen Unternehmen kein Einzelfall, sie ist die Regel. Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Der Change Request ist vor acht Wochen eingereicht worden. Die IT-Abteilung hat Rückfragen, das Projekt steht in der Prioritätenliste irgendwo hinter der Server-Migration und der Vertriebsleiter tippt weiterhin täglich dieselben Zahlen in eine Excel-Tabelle, die er eigentlich direkt aus dem ERP-System haben könnte. Diese Situation ist in mittelständischen Unternehmen kein Einzelfall, sie ist die Regel. ERP-Systeme bilden das Rückgrat operativer Geschäftsprozesse. Ihre Anpassung gilt ...
Auf welche Technologien ERP-Anwender bei ihrem neuen ERP-System achten sollten

Auf welche Technologien ERP-Anwender bei ihrem neuen ERP-System achten sollten

Ergebnisse einer aktuellen Studie
Die Auswahl eines neuen ERP-Systems darf sich heute nicht mehr auf Prozessabdeckung, Bedienoberfläche und Bereitstellungsmodell beschränken. Der aktuelle ERP-Trendradar der Universität Potsdam beschreibt vielmehr, welche Technologien in den kommenden Jahren für die Weiterentwicklung von ERP-Systemen strategisch entscheidend werden und wo zugleich die größten Lücken zwischen Anwenderbedarf und Anbieterreife liegen. Gerade für Anwender ist diese Perspektive relevant. Denn ein neues ERP-System muss nicht nur die heutigen Abläufe stabil unterstützen, sondern auch die technologischen Anforderungen der nächsten Jahre tragen. Der Trendradar versteht sich ausdrücklich als Entscheidungsinstrument für ERP-Verantwortliche, Produktmanager und Forschende, um technologische Entwicklungen zu priorisieren und zukunftsfähige Strategien abzuleiten.
Die Zukunft der ERP-Systeme

Die Zukunft der ERP-Systeme

Strategisch statt operativ: ERP etabliert sich als Top-Management-Thema
ERP ist längst Chefsache. Wer es weiterhin als reines IT-Thema einordnet, unterschätzt seinen strategischen Hebel. Vorausschauende Unternehmen verankern ERP-Kompetenz in ihrer Governance und nutzen sie als Wettbewerbsvorteil. Moderne ERP-Systeme entwickeln sich zu intelligenten, offenen Architekturen –getrieben von Cloud, KI und Automatisierung. Das verlangt von der Unternehmensführung ein tiefes Verständnis von ERP.
Mit neuen KI-Modellen immer wissen, was fehlt

Mit neuen KI-Modellen immer wissen, was fehlt

Innovative Prognosemodelle in SAP IBP für eine erfolgreiche Supply-Chain-Planung
Die Zukunft der Bedarfsplanung liegt im KI-gestütztem Forecasting - und mit der Integration in der SAP-Lösung „Integrated Business Planning – IBP“ wird sie zum „Game Changer“. Durch die Kombination modernster Algorithmen mit der End-to-End-Integration in SAP IBP werden nicht nur interne und externe Datenquellen intelligent genutzt, sondern auch Schwankungen auf den Märkten, Kundenverhalten und externe Treiber in Echtzeit berücksichtigt.
Warum gute ERP-Daten jetzt Geld wert sind

Warum gute ERP-Daten jetzt Geld wert sind

KI macht Tempo, aber nur mit sauberen Regeln und Verantwortung
In den nächsten Jahren werden ERP-Systeme in vielen Unternehmen wie ein organisatorisches Betriebssystem funktionieren. Sie werden Arbeit verteilen, Prioritäten setzen, Risiken markieren, Entscheidungen vorbereiten und Interaktionen bündeln. Der Bildschirm bleibt, aber die Arbeit verschiebt sich. Weniger Klickstrecken, mehr Ausnahmen. Weniger Dateneingabe, mehr Steuerung. Umso wichtiger sind deshalb Operational Excellence und ausgefeiltes BPM.