ERP-Einführung

Sind das Berater oder kann das weg?

Dr. ERPel und der Fehler im System
Lesedauer:  2 Minuten
ERP

Dr. ERPel muss Ihnen an dieser Stelle ein bisher sorgfältig gehütetes Geheimnis offenbaren. Obwohl er sich für einen der besten Kenner des deutschsprachigen ERP-Marktes hält, wird Sie das folgende Bekenntnis erschüttern:

„Ich habe mich geirrt“

Ja, es ist passiert. Dr. ERPel ist einer Fehleinschätzung erlegen. Worum ging es? Dr. ERPel schaute wieder einmal bei der Auswahl eines ERP-Systems zu und betrachtete wohlgefällig den großen international tätigen Anbieter. ERPel sprach sich dafür aus, das Projekt mit dem Anbieter selbst durchzuführen und nicht etwa eines der sehr pfiffigen und tüchtigen, aber doch etwas kleineren deutschen Systemhäuser zu beauftragen. DAS WAR EIN FEHLER!

Stundenzettel konnten sie ausfüllen 

Im Laufe des Projektes zeigte sich, was die allermeisten der direkt vom Anbieter entsandten Berater konnten: ihre beim Kunden verbrachten Stunden korrekt zu erfassen. Eines konnten sie leider gar nicht: die Anforderungen des Kunden in Funktionalität der – an sich sehr guten – Software zu überführen.

Peinliche Resultate

Dr. ERPel will hier nicht allzu viele Grausamkeiten ausbreiten, aber so viel sei gesagt: Nach dem Produktivstart des neuen ERP-Systems implementierte der verzweifelte Kunde eine neue MS-Access-Datenbank, führte eine Papierakte über den Kundenauftrag ein und erkundigte sich telefonisch in der Buchhaltung nach der Höhe der bisher vom Kunden geleisteten Anzahlung.

So eine peinliche Performance hatte Dr. ERPel in seinen mehr als 25 Jahren ERP-Erfahrung noch nicht erlebt. Derselbe unfähige Berater, der den Anruf in der Buchhaltung empfohlen hatte, murmelte immer „Sie haben so spezielle Anforderungen, da kann ich Ihnen nicht helfen“.

Dumme Anbieter verdienen kein Geld

Glauben Sie nicht, dass das alles war. Als im Projekt entschieden wurde, die Version upzugraden, wurde nur die Oberfläche upgegradet, weil dort die neue Versionsnummer angezeigt wurde. Die Applikation blieb auf dem alten Stand.

Dr. ERPel meint: Früher oder später rächt sich ein derart grob unprofessionelles Verhalten. Im deutschsprachigen ERP-Markt spricht sich sowas in Windeseile herum. Übrigens gelten die Tagessätze des Beraters nur für Berater, nicht für Ratlose. Dieser Ausflug in die professionelle Unprofessionalität wird diesen Anbieter mehr als eine halbe Million EUR kosten. Geld, das er verdient hätte, wenn er kompetente Berater geschickt hätte.

Dr. ERPel

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