Neue digitale Unternehmenskultur und New Leadership

Andreas Eichhorn, Business Coach und Managing Partner Business Design bei COSMO CONSULT Gruppe
19.06.2023
Lesedauer:  4 Minuten
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© Adobe Stock/popba

Damit Digitalisierungsprojekte gelingen, braucht es neben der richtigen Technologiestrategie auch einen umfassenden Kulturwandel – Stichwort New Leadership. Beratungspartner können dabei helfen, die Menschen emotional für die Transformation zu begeistern und eine neue Team- und Leadership-Kultur zu schaffen.

Derzeit erleben viele Unternehmen, dass der Druck steigt. Komplexität, Geschwindigkeit und Dynamik haben in den meisten Branchen weiter zugenommen. Die Digitalisierung ist eine wichtige Antwort auf diese Herausforderungen, doch die Praxis zeigt immer wieder, wie schwer sich Unternehmen mit der Transformation tun. Man will die Prozesse stärker am Kunden ausrichten und sich agiler an Marktveränderungen anpassen. Doch zugleich werden bestehende Organisationsstrukturen aufrechterhalten, die nicht für die neue Dynamik ausgelegt sind. Für eine erfolgreiche Transformation muss sich jedoch das gesamte Unternehmen in seiner Kultur verändern und agile Methoden aufgreifen. Das Konzept der „Living Organisation“ eignet sich besonders gut, um eine flexiblere, agilere Organisationsstruktur aufzubauen, die Veränderung aus sich heraus erzeugt und von außen aufgreift: Lebende Organismen passen sich auch immer weiter evolutionär an wechselnde Umstände an.

Die Cloud unterstützt die digitale Transformation

Auch die technologische Unterstützung ist wichtig. Cloud-Plattformen bilden eine natürliche Basis für neue Formen der Zusammenarbeit. Einerseits wird die Arbeit spätestens seit Corona immer virtueller. Andererseits gilt es angesichts des Fachkräftemangels, nicht nur auf regionale Orientierung zu setzen, sondern das Know-how von Experten auch an anderen Standorten zugänglich zu machen. Sowohl für die Teamentwicklung als auch für das gesamte Digitalisierungsprojekt sind deshalb Transparenz und Collaboration-Möglichkeiten wie in Microsoft Office 365 mit Teams, Office und Yammer erfolgsentscheidend. Doch auch wertschöpfende Managementsysteme wie ERP oder CRM sollten möglichst in der Cloud integriert sein. In der Microsoft-Welt sind die Anwendungen so stark verzahnt, dass Nutzerinnen und Nutzer die Übergänge gar nicht mehr wahrnehmen: Ob also in Business Central oder im Planner gearbeitet wird, macht keinen Unterschied. Das hilft massiv in der Transformation.

Alle an Bord holen

Vor allem aber kommt es auf die Motivation jedes einzelnen Menschen im Unternehmen an: Ganz wichtig ist dabei, dass die Mitarbeitenden die Notwendigkeit einer Veränderung nicht nur kognitiv verstehen, sondern auch emotional an Bord sind. Jede Person braucht eine positive Perspektive für sich selbst und sollte verstehen, was es ihr konkret bringt, sich am Veränderungsprozess zu beteiligen. Die Erfahrung aus vielen Praxisprojekten zeigt, dass das Einbeziehen der Mitarbeitenden über Erfolg oder Misserfolg der Digitalisierung entscheidet. Deshalb hat COSMO CONSULT eine eigene Beratungssparte Business Design gegründet. Die Begleitung durch Beratungspartner sollte zudem immer auch den Reifegrad des Unternehmens einbeziehen. Wenn aktuell eher eine Top-Down-Kultur gelebt wird und Mitarbeitende nicht gewohnt sind, in strategische Entscheidungen eingebunden zu sein, muss das beispielsweise im Prozess und den gewählten Austauschformaten berücksichtigt werden.

Vier Personen zeigen auf ein Tablet, das auf dem Tisch liegt

Führung wird zur Teamkompetenz

Wird bereits auf Augenhöhe miteinander agiert und partizipiert, dann kann hingegen an einem anderen Ausgangspunkt gestartet werden. Je nach Aufgabe können es sehr unterschiedliche Dinge sein, die Menschen dazu bewegen, sich auch emotional mit einer Veränderung zu identifizieren. Hier muss jeder und jede entsprechend abgeholt werden.

Im Sinne der Living Organisation hängt die Führung nicht mehr an einzelnen Positionen, sondern die Verantwortung wird stärker verteilt. Führung heißt heute, Orientierung zu geben, die Strategie im Auge zu behalten, zu integrieren und Konflikte zu lösen. Insbesondere kommt es auf die Mitarbeitenden-Entwicklung im Team und mit Blick auf die einzelnen Menschen an. Agile Methoden setzen darauf, Entscheidungen in die möglichst eigenverantwortlichen, autonomen Kompetenzteams zu verlagern, die ein Projekt bearbeiten: Führung wird dabei zur Teamkompetenz. Dafür muss jedoch auch die Gesamtorganisation so aufgestellt werden, dass sie dieser Neuausrichtung nicht entgegenläuft.

Kompetenzen lösen traditionelle Hierarchien ab

Eine neue Kultur bedeutet, dass klassische Führungskräfte auch Macht und Kontrolle abgeben. Das ist erst einmal insbesondere  für diejenigen schwierig, die sich stark an Karrierepfaden orientiert haben. Doch in der Praxis zeigen sich hier überraschend positive Reaktionen: In einer Umfrage bei der Tochter eines Automobilkonzerns, die sich innerhalb eines knappen Jahres auf die Organisationsform „Living Organisation“ umgestellt hat, war die Akzeptanz erstaunlich hoch. Die Mehrzahl der Befragten hat bestätigt, dass sie in der neuen Struktur relativ schnell Aufgaben für sich gefunden haben, die ihren Stärken und Leidenschaften noch besser entsprechen. Trotz umfassender Veränderungen verließen weniger als ein Prozent der Mitarbeitenden das Unternehmen. Klar ist aber auch: Nachhaltiger Wandel braucht neben einer guten Change-Kultur vor allem einen sehr langen Atem und viel Geduld, sowohl bei den Sponsoren, als auch bei den Treibern der Transformation.

Personenfoto von Andreas Eichhorn
Andreas Eichhorn, COSMO CONSULT

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www.cosmoconsult.com

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