ERP-Technologie

Open Source-ERP für KMU

Lesedauer:  3 Minuten
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Open Source-Hersteller sehen sich immer wieder mit verschiedensten Kritikpunkten und Vorurteilen konfrontiert. Es ist die Rede von geringer Funktionalität, versteckten Kosten und mangelnder Zuverlässigkeit oder unzureichender Stabilität seitens der Anbieter bzw. Communities. Andererseits ruft der Begriff Open Source gleichzeitig auch positive Assoziationen hervor. Schlagworte wie Produktsicherheit, Kostenminimierung, Flexibilität und Individualisierbarkeit sind im Bewusstsein vieler Entscheider immer noch präsent. Der folgende Artikel setzt sich mit diesen Aspekten auseinander und vergleicht drei beliebte Open Source-ERP-Produkte hinsichtlich ihres Funktionsumfanges sowie ihrer Usability. Als Alternative zu kommerziellen ERP-Anbietern ist Open Source-Software vor allem aufgrund der oft entfallenden Lizenzkosten interessant. Die Weiterentwicklung und Pflege der Software wird in der Regel durch eine Interessengemeinschaft, die sog. Community, vorangetrieben. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass Open Source nicht immer auch mit Freeware, also kostenfreier Software gleichzusetzen ist. Im Gegensatz zu kommerziellen Lösungen steht der Quellcode von Open Source-Produkten der Allgemeinheit zur Einsicht und auch zur Weiterentwicklung zur Verfügung. Customising-Dienstleister werden dadurch in die Lage versetzt, ein mit Nutzungsentgelten verbundenes Geschäftsmodell auf Grundlage jener quelloffenen Produkte zu betreiben. Trotz der Deklaration als Open Source-Software können somit Nutzungsgebühren anfallen, besonders dann, wenn es sich um Cloud-Lösungen oder signifikante Weiterentwicklungen des ursprünglich offenen Quellcodes handelt.

KMU
Großunternehmen weisen oft eine ähnliche Organisationsstruktur auf, was die Gestaltung effektiver Prozesse mithilfe von Standardisierungsmaßnahmen erleichtert. Die Vorteile kommerzieller, meist ebenso standardisierter ERP-Systeme können dadurch besser genutzt werden. Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sind jedoch oft weniger stark strukturiert und weisen eine individualisierte Prozessgestaltung sowie flachere Hierarchien auf. Dies gestattet in der Regel nur eine partielle Nutzung dieser ERP-Systeme. KMU müssen aus verschiedensten Gründen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen zielgerichtet haushalten. Ihre Prozesse orientieren sich zumeist nicht an den Grundsätzen der „Best Practice“, sondern sind organisch gewachsen. Sie sind stark an die Umgebung des jeweiligen Geschäftsfeldes angepasst. Einheitliche Prozesse finden sich, wenn überhaupt, nur innerhalb spezifischer Branchen oder Wirtschaftszweige. [1] Spezialisierte Lösungen orientieren sich entsprechend an den Anforderungen der jeweiligen Branche oder einzelnen Tätigkeitsfeldern und sind meist als Individuallösungen am Markt präsent. In Bezug auf Open Source-Produkte trifft dies allerdings nicht zu. Generische, branchenneutrale Lösungen sind vorherrschend. Diese müssen, wenn branchenspezifische Tools benötigt werden, angepasst werden [2].

Open Source-ERP für KMU
Neben der Einsparung von Lizenzkosten zählt die Vermeidung des „Lock-In-Effektes“, also der langfristigen Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter, zu den überzeugendsten Vorteilen, die bei der Nutzung quelloffener ERP-Systeme entstehen können. Open Source-Frameworks erleichtern dabei die Umsetzung von Individualisierungs- und Weiterentwicklungsvorhaben auf der Basis offener Quelltexte. Zwar ebnet dies den Weg zur absoluten Kontrolle über das ERP-System und ermöglicht somit eine gewisse Unabhängigkeit vom Release-Zyklus und der Preispolitik der Hersteller, gleichzeitig fördert diese Vorgehensweise aber auch die Entstehung interner Abhängigkeiten, da das Angebot an spezialisierten Entwicklern und Systembetreuern im Vergleich zu etablierten, kommerziellen ERP-Lösungen geringer ist. Die zusätzliche Flexibilität, die durch die Möglichkeit zur Umsetzung von Individualisierungsvorhaben ohne externe Beteiligung entsteht, wird somit durch die Schaffung von Einschränkungen bei der Personalauswahl „erkauft“.
Die daraus resultierende, längerfristige Bindung zwischen bestehenden Mitarbeitern und dem Unternehmen kann jedoch auch als Vorteil interpretiert werden. Während eine hohe Personalfluktuation einen ständigen Verlust von unternehmensinternem Wissen zur Folge hat, trägt eine enge Bindung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zur Konservierung desselbigen bei. Während die Software als solche i. d. R. kostenfrei ist, darf nicht außer Acht gelassen werden, dass durch Implementierung, Customising, Support, Wartung oder andere Zusatzleistungen Kosten entstehen können.


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