ERP-Technologie

Operational Business Intelligence

Lesedauer:  3 Minuten
haenel top 1

Operational Business Intelligence ermöglicht Unternehmen die Analyse täglicher Geschäftsaufgaben zur Unterstützung der Wettbewerbsfähigkeit. Allerdings bedarf es einer fachlichen Ausrichtung analytischer Anwendungen an eine operative Entscheidungsfindung und deren spezifischen Merkmalen der Wertschöpfung. Der vorliegende Beitrag schlägt eine Kombination der Modellierung von Geschäftsszenarios und analytischer Anwendungen vor. Der fachliche Ansatz wird anhand einer Fallstudie aus der metallverarbeitenden Industrie dargestellt.

Operational Business Intelligence (OpBI) adressiert die Analyse des aktuellen Tagesgeschäfts, um das Leistungspotenzial wertschaffender Prozesse auszuschöpfen [1]. Derartig umgesetzte Konzepte müssen mit der betriebswirtschaftlichen Motivation eines Unternehmens im Einklang stehen, sodass Entscheider ein System wie OpBI für die Leistungsanalyse der täglichen Aufgabenerfüllung nutzen. Ziel des Beitrages ist daher die Darstellung der Überführung eines Geschäftsszenarios in ein entsprechendes fachliches Datenmodell im Rahmen einer OpBI-Anwendung.
Der Literatur zu OpBI fehlt es gegenwärtig an einer Diskussion fachlicher Ansätze, die eine Ableitung von Analysestrukturen aus Geschäftsszenarios adressiert. Diese Diskussion ist wichtig, um Nutzen oder Hürden für eine OpBI-Anwendung ausgehend von der betriebswirtschaftlichen Motivation eines Unternehmens abzuschätzen. Es bedarf eines fachlichen Bezugs zwischen dem analytischen Verarbeitungsmodell von OpBI und der Wertschöpfungslogik eines Unternehmens. Zu diesem Zweck tragen wir zur Diskussion über die Strukturierung von Geschäftsszenarios zugunsten einer Leistungsanalyse in wertschaffenden Prozessen bei.

Status quo

OpBI integriert und analysiert Daten zur Unterstützung operativer Entscheidungen [1]. Daraus lässt sich schließen, dass das Entscheidungsumfeld durch Anforderungen des operativen Managements bestimmt wird. Die Erfüllung wiederkehrender Aufgaben ist an dieser Stelle charakteristisch. Informationen sind detailliert vorzuhalten und der betreffende Sachverhalt präzise darzustellen. Operative Tätigkeiten beziehen schon aufgrund ihrer Ebene in der Unternehmenspyramide viele Anwender ein, die häufig Entscheidungen treffen. Ebenfalls charakterisierend ist, dass die Anwendungssysteme über längere Zeiträume genutzt und kontinuierlich angepasst werden.
OpBI-Systeme müssen Informationen aus dem operativen Entscheidungsumfeld derart aufbereiten, als dass ein Entscheidungsträger zeitnah sein Handlungserfordernis erkennen und geeignete Maßnahmen ableiten kann [1]. Mit abnehmender Strukturierung der Informationen besteht die Gefahr, dass fehlerhafte Entscheidungen getroffen werden und der Aufwand der Entscheidungsfindung zunimmt [2]. Die Gefahr besteht für Entscheidungen, die aufgrund ihrer Häufigkeit einen signifikanten Einfluss auf ein Unternehmen haben.
OpBI ist hinsichtlich der Aufbereitung entscheidungsrelevanter Informationen mit dem Anspruch einer Reduktion von Latenzzeiten bis hin zu einer Datenverarbeitung in Echtzeit verbunden [1]. Allerdings begegnen Systeme dieser Anforderung aus technischer Sicht schon eine längere Zeit. Seien es ursprünglich Datenbanktrigger und Spiegelungsmechanismen, so sind es heutzutage Frameworks wie Hadoop, die beispielsweise den Zugriff auf große Datenmengen ermöglichen [3]. In-Memory-Datenbanken können transaktionale und analyseorientierte Datenstrukturen gleichermaßen berücksichtigen [4]. Die Integration von Daten lässt sich durch eine Virtualisierung verbessern [5]. Die technischen Entwicklungen fokussieren aber nur auf die Bereitstellung von Daten und sind anwendungsneutral hinsichtlich der Analyse eines operativen Entscheidungsumfelds. Dieses Umfeld hängt von der Wertschöpfungslogik eines Unternehmens ab und ist nicht per se für ein technisches System zugänglich. Daher wird im Folgenden anhand einer Fallstudie aufgezeigt, wie ein operatives Geschäftsszenario in ein fachliches Datenmodell überführt und als IT-basiertes Arbeitssystem beschrieben werden kann.

Fallstudie Metallverarbeitung

Das hier betrachtete Unternehmen führt Lohnfertigungsaufträge für den allgemeinen und spezialisierten Maschinenbau aus. Die Untersuchung erfolgt in drei Phasen: (1) Beschreibung des Geschäftsszenarios, (2) Erstellung des fachlichen Datenmodells und (3) Beschreibung des IT-basierten Arbeitssystems.

ERP Management 3/2014 im Shop bestellen

 

Ihre Downloads


Das könnte Sie auch interessieren

Learnings aus den Blackouts

Learnings aus den Blackouts

Handlungsempfehlungen für wandlungsfähige IT-Systeme
Wie bleiben Unternehmen handlungsfähig, wenn zentrale IT-Systeme plötzlich ausfallen? Der Beitrag zeigt anhand realer IT-Blackouts, warum Wandlungsfähigkeit heute entscheidend für stabile Geschäftsprozesse ist. Er erläutert praxisnah, wie Redundanzen, Modularität, Failover-Mechanismen und organisatorische Vorbereitung helfen, Ausfälle schneller zu beherrschen und den Betrieb resilient aufzustellen.
Vibe Coding: Wenn die Fachabteilung selbst entwickelt

Vibe Coding: Wenn die Fachabteilung selbst entwickelt

Wie KI-Tools auch ohne Programmierkenntnisse ERP-Erweiterungen in Reichweite bringen
Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Der Change Request ist vor acht Wochen eingereicht worden. Die IT-Abteilung hat Rückfragen, das Projekt steht in der Prioritätenliste irgendwo hinter der Server-Migration und der Vertriebsleiter tippt weiterhin täglich dieselben Zahlen in eine Excel-Tabelle, die er eigentlich direkt aus dem ERP-System haben könnte. Diese Situation ist in mittelständischen Unternehmen kein Einzelfall, sie ist die Regel. Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Der Change Request ist vor acht Wochen eingereicht worden. Die IT-Abteilung hat Rückfragen, das Projekt steht in der Prioritätenliste irgendwo hinter der Server-Migration und der Vertriebsleiter tippt weiterhin täglich dieselben Zahlen in eine Excel-Tabelle, die er eigentlich direkt aus dem ERP-System haben könnte. Diese Situation ist in mittelständischen Unternehmen kein Einzelfall, sie ist die Regel. ERP-Systeme bilden das Rückgrat operativer Geschäftsprozesse. Ihre Anpassung gilt ...
Auf welche Technologien ERP-Anwender bei ihrem neuen ERP-System achten sollten

Auf welche Technologien ERP-Anwender bei ihrem neuen ERP-System achten sollten

Ergebnisse einer aktuellen Studie
Die Auswahl eines neuen ERP-Systems darf sich heute nicht mehr auf Prozessabdeckung, Bedienoberfläche und Bereitstellungsmodell beschränken. Der aktuelle ERP-Trendradar der Universität Potsdam beschreibt vielmehr, welche Technologien in den kommenden Jahren für die Weiterentwicklung von ERP-Systemen strategisch entscheidend werden und wo zugleich die größten Lücken zwischen Anwenderbedarf und Anbieterreife liegen. Gerade für Anwender ist diese Perspektive relevant. Denn ein neues ERP-System muss nicht nur die heutigen Abläufe stabil unterstützen, sondern auch die technologischen Anforderungen der nächsten Jahre tragen. Der Trendradar versteht sich ausdrücklich als Entscheidungsinstrument für ERP-Verantwortliche, Produktmanager und Forschende, um technologische Entwicklungen zu priorisieren und zukunftsfähige Strategien abzuleiten.
Die Zukunft der ERP-Systeme

Die Zukunft der ERP-Systeme

Strategisch statt operativ: ERP etabliert sich als Top-Management-Thema
ERP ist längst Chefsache. Wer es weiterhin als reines IT-Thema einordnet, unterschätzt seinen strategischen Hebel. Vorausschauende Unternehmen verankern ERP-Kompetenz in ihrer Governance und nutzen sie als Wettbewerbsvorteil. Moderne ERP-Systeme entwickeln sich zu intelligenten, offenen Architekturen –getrieben von Cloud, KI und Automatisierung. Das verlangt von der Unternehmensführung ein tiefes Verständnis von ERP.
Warum gute ERP-Daten jetzt Geld wert sind

Warum gute ERP-Daten jetzt Geld wert sind

KI macht Tempo, aber nur mit sauberen Regeln und Verantwortung
In den nächsten Jahren werden ERP-Systeme in vielen Unternehmen wie ein organisatorisches Betriebssystem funktionieren. Sie werden Arbeit verteilen, Prioritäten setzen, Risiken markieren, Entscheidungen vorbereiten und Interaktionen bündeln. Der Bildschirm bleibt, aber die Arbeit verschiebt sich. Weniger Klickstrecken, mehr Ausnahmen. Weniger Dateneingabe, mehr Steuerung. Umso wichtiger sind deshalb Operational Excellence und ausgefeiltes BPM.
Marktüberblick: Interne ERP-Low-Code Plattformen

Marktüberblick: Interne ERP-Low-Code Plattformen

8 integrierte ERP Low-Code Plattformen im Vergleich
Unternehmen stehen im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung vor der Herausforderung, ihre Prozesse flexibel weiterzuentwickeln und zugleich eine stabile Systemlandschaft zu bewahren. Klassische ERP-Systeme bieten nur begrenzte Möglichkeiten, da Anpassungen häufig tiefgreifende Programmierungen erfordern. Dies führt zu hohen Kosten und langen Entwicklungszyklen. Gleichzeitig werden einfachere Möglichkeiten zur Prozessgestaltung gesucht.