Autor: Norbert Gronau

Auseinandersetzung mit dem Anbieter

Auseinandersetzung mit dem Anbieter

In großen IT-Projekten kommt es durchaus vor, dass es Auseinandersetzungen zwischen Auftraggeber und Anbieter gibt. Meist stehe ich in diesen Meinungsverschiedenheiten auf der Seite des Auftraggebers. In dieser Folge lesen Sie, wie Sie sich am besten mit Ihrem Anbieter über den Zeitplan, die Qualität der Ergebnisse und die finanzielle Vergütung verständigen. Wichtig ist zunächst, dass zu Beginn des Projektes eine gemeinsame Ausgangsbasis und Regeln für den Umgang miteinander vereinbart wurden. Auch sollte ein Projekthandbuch existieren, in dem idealerweise bereits die Regeln für den Umgang mit Abweichungen enthalten sind. Am Ende dieser Kolumne erläutere ich, wie vorzugehen ist, wenn diese Regeln nicht zu Projektbeginn vereinbart wurden. Themen der Auseinandersetzung mit dem Anbieter sind Zeit, Qualität oder Kosten bzw. eine Mischung aus mehreren dieser Aspekte. Dabei gilt es, zunächst die Positionen beider Seiten sachlich zu beschreiben. Bei Zeitverzug kommt es vor, ...
Optimierung des Projektstands nach Einführung

Optimierung des Projektstands nach Einführung

Viele Unternehmen sind der Ansicht, wenn sie ein mühevolles IT-Projekt oder eine große Reorganisation erfolgreich abgeschlossen haben, dass sie sich dann wieder vollständig auf das Tagesgeschäft konzentrieren können. Diese Folge der Kolumne warnt vor dieser Einstellung und gibt Hinweise, wie nach dem Go-live der Nutzen aus dem Projekt weiter optimiert werden kann. Die Optimierung nach den Echtstart erfolgt in mehreren Schritten bzw. Phasen. Zunächst muss der erreichte Projektstand analysiert werden. Was wurde geschafft, was wurde verschoben, wo wurde minimiert, um den Go-live nicht zu gefährden? Diese Liste von zusätzlichen Wünschen, Anforderungen und Zielen wird nach internen und externen Aufwänden und nach Businessnutzen bewertet. Zusätzlich sollte vermerkt werden, welcher organisatorische Bereich des Unternehmens je Maßnahme die Key-User und Teilprojektleiter stellen müsste. Aus diesen bewerteten Zielen sind Maßnahmencluster (MC) abzuleiten. Dabei sind die ...
Change ist schwer, Change Management ist schwerer

Change ist schwer, Change Management ist schwerer

Dr. ERPel und der zickige Bereichsleiter
Bei zahlreichen Change-Projekten ist Dr. ERPel aktiv oder als Beobachter eingebunden. Viele davon laufen positiv ab, weil viel geredet wird – über Ängste, Befürchtungen, Probleme. Doch nun hat Dr. ERPel ein Problem am Hals, das schwieriger zu lösen scheint. Auch Männer können Zicken sein Ein Geschäftsbereichsleiter, seit mehr als 15 Jahren in seiner Rolle aktiv, erlebt im Familienunternehmen eine neue Eigentümerstruktur, mit der auch zahlreiche Veränderungen verbunden sind. Gleichzeitig sind seine gewohnten Verfahren nicht mehr zeitgemäß, sein bisher immer beachtliches Geschäftsvolumen bröckelt. Die Eigentümer treiben mehrere Change-Themen voran, bisher um den Bereichsleiter herum. In den Managementmeetings spottet dieser, beklagt sich, schimpft über Veränderungen und zeigt sich ansonsten völlig desinteressiert. Auch positive Veränderungen werden ignoriert Die Familieneigentümer bitten und drängen. Sie wollen mehr Kundenorientierung und den Einsatz ...
Dr. ERPel fährt mit dem Wagen

Dr. ERPel fährt mit dem Wagen

Von Ola Källenius und der unvollkommenen Ingenieurskunst
Ja, trotz der vielfach beschworenen Überlegenheit von Fahrrad und Straßenbahn, vor allem bei Nässe und Blitzeis, besitzt auch Dr. ERPel ein Auto. Es ist nicht nur irgendein Auto, sondern es ist eines der meistverkauften Fahrzeugklassen eines süddeutschen Herstellers (nicht ganz so südlich). Gruß vom Vorstand Als Dr. ERPel nach dem Skiurlaub am Flughafen in sein Auto stieg, begrüßte ihn das Bord- Entertainmentsystem mit den Worten „Sie haben eine neue Nachricht von Ola Källenius“. Wow, dachte Dr. ERPel, das ist aber nett, dass sich der Vorstandsvorsitzende persönlich bei ihm meldet. Leider gelang es Dr. ERPel jedoch nicht, die Nachricht abzuhören, da man dazu erst einige Einstellungen auf der zum Fahrzeug gehörenden App ändern müsste. Merkwürdig, dass die Einstellungen ausreichen, die Nachricht aufs Fahrzeug zu bringen, aber nicht dazu, sie sich anhören zu dürfen? Auf Kriegsfuß mit der Elektronik Dieses kleine Erlebnis gibt Dr. ERPel die Gelegenheit, ...
Wann ist das Projekt beendet?

Wann ist das Projekt beendet?

Bei der Betreuung großer Reorganisations- und IT-Projekte ist es eine große Herausforderung, das gestellte Projektziel, möglichst ohne große Zeit- oder Kostenüberschreitung, zu erreichen. Ist damit das zugrunde liegende Projekt beendet? Eindeutig ja. Ist damit die Aufgabe des Trusted Advisors abgeschlossen? Eindeutig Nein. Warum nicht, erläutere ich in dieser Folge. Es bedarf ungewöhnlicher Kraftanstrengungen, ein gesetztes Ziel der Einführung einer neuen Software oder einer neuen Aufbau- und Ablauforganisation zu erreichen. Keine Organisation der Welt ist darauf eingestellt, „aus dem Stand“ derartiges zu schaffen. In kurzer Zeit muss viel gelernt werden und der materielle Aufwand für Beratung und Begleitung ist erheblich. Daher ist es verständlich, dass Projektleitung und Auftraggebern ein Stein vom Herzen fällt, wenn das Projektziel erreicht ist oderdie neue Organisation mit der Arbeit beginnt. Doch leider ist jetzt nur der erste wichtige Schritt einer längeren ...
Checkliste: ERP-Reife

Checkliste: ERP-Reife

Prinzipiell kann jede Organisation ein ERP-System erfolgreich einführen – nur der Weg dorthin wird sehr unterschiedlich sein. Die Ermittlung des ERP-Reifegrades gibt Hinweise auf den optimalen Weg. Unternehmen mit langjähriger ERP-Erfahrung gehen andere Wege als Organisationen, die erstmals ein integriertes ERP-System einführen. Auch in der Auswahl spielt die ERP-Reife eine wesentliche Rolle. Mit diesem Tool können Sie den Aufwand individuell bestimmen.
Betriebliche Umweltinformationssysteme

Betriebliche Umweltinformationssysteme

Das 21. Jahrhundert ist neben der fortschreitenden Digitalisierung unter anderem von einem neuen Bewusstsein von Umweltgerechtigkeit und der Einhaltung von Umweltzielen geprägt. Der Softwaremarkt reagiert darauf und bietet zunehmend digitale Lösungen an, die Unternehmen bei ihren Aufgaben des Umweltinformationsmanagements unterstützen. In diesem Beitrag werden die zentralen Begrifflichkeiten rund um Umweltsoftware im Betriebskontext erklärt und eine Übersicht über die Funktionen von verschiedenen betrieblichen Umweltinformationssystemen gegeben. Dies soll Unternehmen, die sich mit dem Thema noch nicht tiefergehend auseinandergesetzt haben, eine erste Diskussionsgrundlage bieten. Die umweltgerechte Transformation der Ökonomie mag einer der Megatrends unseres jungen Jahrhunderts sein, die Nutzung von digitalen Mitteln zur Umsetzung eben jener Umweltziele fristet jedoch eher ein Nischendasein. So wurden nach Schätzungen von Experten im Jahr 2016 nur 5 % der IT-Lösungen zum ...
Beratungsqualität

Beratungsqualität

In großen IT- und Reorganisationsprojekten werden externe Beraterinnen und Berater hinzugezogen. Wirtschaftlichkeit und Erfolg des Projektes hängen davon ab, dass diese Berater die ihnen zugeschriebene Qualifikation und Erfahrung auch tatsächlich aufweisen. Im Rahmen meiner Rolle als Trusted Advisor gebührt insbesondere der Beratungsqualität entsprechende Aufmerksamkeit, da Beratung einen Großteil der Kosten im Projekt verursacht. Dabei ist zwischen Onboarding und Eingriffen ins laufende Projekt zu unterscheiden. Speziell bei Software-Einführungsprojekten ist es sinnvoll, im Vertrag mit dem einführenden Dienstleister eine Bezahlung gemäß definierter Qualifikationslevel und eine Überprüfung der Berater vor Ersteinsatz im Projekt durch den Trusted Advisor zu vereinbaren. Für ein ERP-Projekt könnte dieses Gespräch zum Beispiel die Dauer der Erfahrung mit dem ERP-System, die Nennung der vom Berater beherrschten Module, die Art der Kenntnis (Bedienung, Customizing, ...
Videokonferenz-Drama: Ein Alptraum mit MS Teams

Videokonferenz-Drama: Ein Alptraum mit MS Teams

Warum Dr. ERPel sich nach der guten alten Konferenz zurücksehnt
Notgedrungen hat sich Dr. ERPel in der Pandemiezeit mit den diversen Videokonferenzsystemen abgefunden. Auch die scheinbar nicht vergängliche Unfähigkeit einzelner Gesprächsteilnehmer, ihre Kamera zu finden, sie anzuschalten oder ihr Mikrofon auszuschalten oder den Bildschirm zu teilen oder das Teilen wieder zu beenden – alles grausam mitanzusehen, denn jeder Teilnehmer eines Video-Calls ist ja live dabei.
Der Markt für ERP-Systeme

Der Markt für ERP-Systeme

Der Markt für ERP-Systeme ist allein im deutschsprachigen Raum sehr umfangreich. Nicht alle Anbieter sind in allen Marktsegmenten vertreten. Dieser Beitrag stellt eine Strukturierung des Marktes nach Branchen, Unternehmensgröße und Lizensierungsart des ERP-System vor. Es werden die wichtigsten Anbieter in einzelnen Teilmärkten genannt und ihre Marktposition eingeordnet. Die Ausführungen basieren auf [1]. Am Center for Enterprise Research der Universität Potsdam existiert die Datenbank „ERP Wissen“, in der seit 2007 alle publizierten ERP-Projekte in Deutschland verzeichnet werden [2]. Diese Projekte werden von Wissenschaftlern kontinuierlich um Informationen zu Projektgründen, Projektzielen und Gründen für die Auswahl des zuletzt eingeführten Systems ergänzt. Mit über 1.950 Projekten von mehr als 350 Systemen stellt diese Datenbank eine einzigartige Basis für die anwendungsorientierte Forschung dar.  Bild 1: Marktanteile im deutschsprachigen Raum auf der ...
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