Autor: Norbert Gronau

Der ERP-Berater ist immer schuld!

Der ERP-Berater ist immer schuld!

Dr. ERPel und ein Missverständnis in Zahlen
Einer der Vorteile externer Berater liegt ja darin, dass der Auftraggeber sie jederzeit feuern kann. Dr. ERPel hörte neulich von einem Beratungsprojekt, wo nach einer intensiven Auswahl eine Unternehmensberatung angeheuert wurde, die speziell zum suchenden Unternehmen passen sollte. Ein großes ERP-Projekt kam kaum vom Fleck, die Burnrate war groß, der Fortschritt kaum erkennbar. „Budgetverbrauch ist doch auch Fortschritt“ Die Beratung ging munter an den Start und machte das, was Beratungen immer machen: sie analysierte die Situation unvoreingenommen, entwarf mögliche Handlungsvorschläge zur Verbesserung der Situation und schlug ihren Auftraggebern dann die besten Maßnahmen vor. Diese umfassten personelle, technische, kommunikative und organisatorische Veränderungen. So weit, so gut. Nun war ja die Unternehmensleitung am Zuge, denn umsetzen kann ein Beratungsunternehmen die Ratschläge nicht, sondern das muss das Unternehmen selber machen. „Das haben wir gar nicht ...
Fünf Merkmale für den Projekterfolg

Fünf Merkmale für den Projekterfolg

Folge 27
Nach der Auswahlentscheidung und nach der Vertragsunterschrift folgt die Umsetzung des Projektes. Nach meiner Erfahrung kann der Projekterfolg durch fünf Merkmale sichergestellt werden. Das erste Merkmal ist die Projektstruktur. Alle Mitarbeiter müssen den Projektplan, die Ziele, die mit dem Projekt verbunden werden und vor allem ihre eigene Rolle als Key-User oder Teilprojektleiter kennen. Und sie nehmen diese Rolle ernst und füllen diese auch aus! Wenn da im Projektplan steht „Schreiben von Testfällen“, dann schreiben die Key-User auch Testfälle. Sie warten nicht, bis jemand in der Phase „Integrationstest“ fragt, wo denn eigentlich die Testfälle seien. Idealerweise wird ein Projektmanagementhandbuch ausgeliefert, das auf die konkrete Situation im Unternehmen und die konkrete Projektstruktur zugeschnitten ist. Ich empfehle auch, die Namen und Aufgaben der Mitglieder der Projektorganisation direkt in das Handbuch einzutragen. Da sind dann Horst und Ahmed Key-User in ...
Wissensintensive ERP-Geschäftsprozesse

Wissensintensive ERP-Geschäftsprozesse

In welchen Prozessen benötigen ERP-Anwender eine gezielte Entscheidungsunterstützung?
Jetzt registrieren und im kostenlosen Digital-Abo weiterlesen! Auf der Suche nach Anwendungsfällen von künstlicher Intelligenz in ERP-Systemen kommt man an einem Kernthema nicht vorbei: der Entscheidungsunterstützung von ERP-Anwendern – wie kann also mit intelligenten Funktionen im ERP-System den Anwendern zu schnelleren und besseren Entscheidungen in komplexen Prozessen verholfen werden?
Kommunikation im Projekt: Die Rolle der Key-User

Kommunikation im Projekt: Die Rolle der Key-User

Folge 26
In dieser Folge des Trusted Advisor wird die Rolle der KU in einem Software-Einführungsprojekt beleuchtet. Diese haben eine sehr wichtige Aufgabe, denn sie stellen das Bindeglied zwischen den Entscheidungen im Projekt und dem Tagesgeschäft dar. Zu den Aufgaben der KU gehört es, zunächst am Entwurf der neuen Abläufe in der neuen Software mitzuwirken, deren Funktionsweise in der neuen Software zu testen und dann die neuen Prozesse und Eingabemasken den übrigen Mitarbeitern der Abteilung bekanntzumachen. Die KU stehen auch nach dem Go-live für Fragen als Ansprechpartner zur Verfügung. Um diese Aufgaben im Projekt bewältigen zu können, werden Key-User aus dem Tagesgeschäft für einen gewissen Zeitanteil freigestellt (empfohlen ein bis drei Tage je Woche). Sie können die ihnen zugedachte Rolle nur wahrnehmen, wenn sie teilweise im Tagesgeschäft verbleiben und nicht vollständig ins Projekt überwechseln. Um die Key-User bestmöglich auf ihre Rolle einzustimmen, ist es ...
Dr. ERPel sucht ergonomische Software

Dr. ERPel sucht ergonomische Software

Warum Benutzerfreundlichkeit in der ERP-Welt oft ein Fremdwort ist
Wenn eine neue Software ausgewählt wird, spielt die Software-Ergonomie leider meist keine bedeutende Rolle. Tagtäglich leiden Millionen von ERP-Usern unter schlechter Ergonomie. Eine eigene Softwaregattung, die Robotic Process Automation, wurde extra erfunden, um ergonomische Mängel von Software zu beheben. Software für schlechte Software All das wollte Dr. ERPel in dieser Kolumne gar nicht aufspießen – vielmehr soll es um die heile Welt gehen, mit der Softwareanbieter ihre Ergonomie und Usability präsentieren. Fast immer werden jetzt quadratische Kacheln hergezeigt, mit denen Programmteile aufgerufen oder sogar Informationen angezeigt werden können. Es ist alles voller Kacheln hier Manchmal sind diese Kachellandschaften sogar nett gestaltet, weiß Dr. ERPel. Aber wie lange verweilte ein Benutzer auf so einer Kachel? Sehr kurz, denn er muss ja mit dem ERP-System wirklich arbeiten. Und das bedeutet meist dreierlei: Er muss mit den teilweise schlechten ...
Impressionen und Jury-Interview

Impressionen und Jury-Interview

ERP-System des Jahres 2022
Der Wettbewerb „ERP-System des Jahres“, die wichtigste ERP-Auszeichnung Europas, fand auch 2022 statt. Dieses Interview reflektiert die aktuelle Situation am deutschsprachigen ERP-Markt und liefert Erkenntnisse zum Thema ERP-Software für KMU und SAP-Wettbewerber. Es zeigt auf, welche Trends und Innovationen sich am Horizont abzeichnen und welche Technologien aus Sicht der Jury mehr Beachtung verdienen.
Interview mit André Ehrhard, 5Cube.digital GmbH

Interview mit André Ehrhard, 5Cube.digital GmbH

Welche Bedeutung hat dieser Wettbewerb für Sie?  Der Wettbewerb hat einen sehr hohen Stellenwert für uns, denn es zeigt sehr deutlich die Stärke und die Qualität von Monitor G5 für produzierende Unternehmen – gerade auch für ein schwedisches System hier im deutschsprachigen Markt! Die Teilnahme am Wettbewerb zum ERP-System des Jahres und die Reputation der Uni Potsdam, Herrn Norbert Gronau, erhöht zudem unseren Bekanntheitsgrad im produzierenden Mittelstand. Was ist der USP Ihres Systems?  Monitor G5 ist ein Komplett-System mit herausragender Flexibilität. Es vereint alle wichtigen Funktionen und Module bereits im Standard. Mithilfe der integrierten BI können Unternehmen nicht nur aussagekräftige Prognosen erstellen, sondern die eigene Zukunft ändern! Was können andere Anbieter in der Kategorie, in der Sie angetreten sind, nicht so gut wie Sie? Unser Fokus ist die Produktion, in dieser sind wir besonders stark und maximal flexibel. Das System ist ...
Dr. ERPel und der Vertraulichkeitswahn

Dr. ERPel und der Vertraulichkeitswahn

Wenn Geheimniskrämerei absurde Ausmaße annimmt
Dr. ERPel arbeitet beruflich mit Beratungsunternehmen zusammen. Deshalb versteht er, dass ein großer Teil der Informationen, mit denen Beratungsunternehmen  umgehen, vertraulich behandelt werden muss. So mag niemand die herausgefundenen Schwachstellen des eigenen Unternehmens an die Öffentlichkeit gezerrt wissen oder Details der eingesetzten Methoden, die das intellektuelle Kapital der Beratung darstellen. Auch Businesspläne und die diesen zugrunde liegenden Annahmen müssen vertraulich bleiben. Gute Vertraulichkeit und doofe Vertraulichkeit Leider passiert es immer wieder, dass dieser nachvollziehbare Wunsch nach Vertraulichkeit übertrieben wird – zumeist von Mitarbeitern der Beratung, die leider keine glanzvolle Karriere hinlegen, sondern eher in die Kategorie Hilfsdienste einzuordnen sind. So begab es sich, dass Dr. ERPel eine Vertraulichkeitserklärung unterschreiben musste, in der er versicherte, keine Details zu einem internen Verfahren des Beratungsunternehmens ...
Einsatz von Beratern

Einsatz von Beratern

In ERP-Auswahlprojekten stellt sich immer die Frage, ob bzw. wann ein externer Berater hinzuzuziehen sei. Dazu ist es hilfreich, sich zu überlegen, welches Wissen im Unternehmen verfügbar ist und welches Wissen ein Berater mitbringen sollte. So kennt das Unternehmen seine bisherigen Prozesse sehr gut. Ebenso vorhanden, wenn auch nicht immer artikuliert, ist das Wissen über die Schwachstellen in den derzeitigen Prozessen. Auch die bisher eingesetzten ERP-Funktionen sind im Unternehmen (zumeist) bekannt. Ein Berater sollte das mitbringen, was nicht zum üblichen Kenntnisstand des Anwenderunternehmens gehört: Best-Practice-Prozesse, branchenweit und darüber hinaus. Der Berater muss nicht Branchenexperte, aber Methodenexperte sein, um Potenziale zur Verbesserung von Geschäftsprozessen zu entdecken. Branchenexperten neigen dazu, in die Richtung zu beraten, in die sie ihr letztes erfolgreiches Projekt ebenfalls geführt haben – Wettbewerbsvorteile erringt man so nicht. ...
Wenn Umfragen zur Qual werden und nur Tricks helfen

Wenn Umfragen zur Qual werden und nur Tricks helfen

Dr. ERPel und das Moodboard-Debakel
Dr. ERPel kennt innovative Beratungsunternehmen, die im Rahmen ihrer Arbeit die Stimmung der Mitarbeiter bei großen IT-Projekten in sogenannten Moodboards erfassen. Einer der Anbieter solcher Umfragewerkzeuge wurde vor einigen Jahren von der SAP gekauft. Auf den ersten Blick machte dessen Funktionsumfang einen guten Eindruck, und so wurde ein Moodboard in einem großen Projekt implementiert. Es ist eine Qual … Leider bestätigten sich die anfänglich guten Erfahrungen mit dem Tool im Laufe der Nutzung überhaupt nicht. Nur so viel kann Dr. ERPel verraten: Von Längsschnittstudien, bei denen derselbe Teilnehmer mehrfach hintereinander befragt wird, haben die amerikanischen „Experten“ noch nie etwas gehört. Auch die Übernahme von Umfrageergebnissen in Folien, z. B. für Board-Präsentationen, ist nur mit riesigem – manuellem – Aufwand möglich. Nur mit Tricks gehts überhaupt … Durch intensives Bemühen des Supports konnte die Umfrage überhaupt zum Laufen ...
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