ERP-Einführung

Wenn Umfragen zur Qual werden und nur Tricks helfen

Dr. ERPel und das Moodboard-Debakel
06.07.2022 - von Norbert Gronau ORCID Icon
Lesedauer:  2 Minuten
ERP

Dr. ERPel kennt innovative Beratungsunternehmen, die im Rahmen ihrer Arbeit die Stimmung der Mitarbeiter bei großen IT-Projekten in sogenannten Moodboards erfassen. Einer der Anbieter solcher Umfragewerkzeuge wurde vor einigen Jahren von der SAP gekauft. Auf den ersten Blick machte dessen Funktionsumfang einen guten Eindruck, und so wurde ein Moodboard in einem großen Projekt implementiert.

Es ist eine Qual …

Leider bestätigten sich die anfänglich guten Erfahrungen mit dem Tool im Laufe der Nutzung überhaupt nicht. Nur so viel kann Dr. ERPel verraten: Von Längsschnittstudien, bei denen derselbe Teilnehmer mehrfach hintereinander befragt wird, haben die amerikanischen „Experten“ noch nie etwas gehört. Auch die Übernahme von Umfrageergebnissen in Folien, z. B. für Board-Präsentationen, ist nur mit riesigem – manuellem – Aufwand möglich.

Nur mit Tricks gehts überhaupt …

Durch intensives Bemühen des Supports konnte die Umfrage überhaupt zum Laufen gebracht werden, allerdings zu grotesken Preisen: eine Antwort eines Teilnehmers kostet ca. einen Euro. Doch die Umsatzoptimierung des quälenden und tricksenden Anbieters kennt keinerlei Grenzen, wie jenes Beratungsunternehmen erfahren musste.

Wenn die Raffgier überhand nimmt …

Um das Problem mit der Board-Präsentation zu lösen, wird dem Beratungsunternehmen eine weitere Systemkomponente angeboten. Folien kann man damit immer noch nicht erstellen, aber der Preis  für  eine  einzige  Antwort  eines  Projektteilnehmers steigt mit der neuen Komponente auf stolze 10 Euro! Und weil das noch nicht genug ist, wird auf die reine Verlängerungsoption des Vertrags vom letzten Jahr ein Zuschlag von 5 % draufgeschlagen. Warum? Weil das so ist, lautet die Aussage des genervten Vertriebs. Einen Namen hat der Vertrieb übrigens nicht, er unterzeichnet seine Mails nur mit „Renewals Specialist“.

Dr. ERPel meint: Entweder die Truppe steht unter erheblichem  Druck,  die  Umsätze  zu  steigern (wegen Börsennotierung) oder sie fühlen sich unglaublich sicher, dass sie die Besten, Schönsten und Tollsten sind. Das Beratungsunternehmen wird  jedenfalls  zukünftig  auf  Qual  und Tricks verzichten.

Lesen Sie auch diese Kolumne von Dr. ERPel


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