Digitalisierung

Change Management für internationale ERP-Ablösungen

Lesedauer:  2 Minuten
© Adobe Stock / metamorworks
© Adobe Stock / metamorworks

Interkulturelle Unterschiede, verschiedene Unternehmensgrößen und Rechtsformen, aber auch andere Wertvorstellungen bei Aufkauf von Firmen bedingen verschiedene Ansichten des Managements und der Mitarbeiter der beiden zusammengeführten Parteien. Hieraus können Problematiken, vor allem in Großprojekten resultieren. Ein häufiges Vorhaben nach Akquisition eines Unternehmens ist die Integration der Systemlandschaft. Hierzu gehören auch Großprojekte, wie die Ablösung des vorhandenen ERP-Systems. Solch eine Ablösung eines der primären Anwendungssysteme stellt einen weitreichenden Einschnitt in die bisherigen Unternehmensstrukturen dar.

Der Erfolg oder eben das Scheitern solcher Umstellungen hängt stark von der Akzeptanz der Mitarbeiter ab [1]. Der Beitrag des Change Managements zur Effizienzverbesserung wird in ERP-Einführungsprojekten leider häufig unterschätzt. Dabei ist das Scheitern eines Projektes weit tiefgründiger verursacht, als durch die reine Betrachtung der klassischen Erfolgsindikatoren Zeit und Geld. Spielen zu der Veränderung selbst auch noch differenzierte Vorgehensweisen, Ansichten und sogar Paradigmenwechsel eine Rolle, wird die Notwendigkeit eines gelungenen Change Managements bei ERP-Ablösungen drastisch verstärkt, um ein Scheitern des Projektvorhabens in einem internationalen Umfeld zu verhindern. Das Change Management sorgt für eine Nachhaltigkeit der im Projekt bearbeiteten Aufgaben [2], [3].

groeschel top 1
Bild 1: Nachwirkung des Change Managements.

Die Wichtigkeit der nachhaltigen Akzeptanz der Mitarbeiter mit einer konsequenten Nutzung des neuen ERP-System folgt aus der Tatsache, dass das ERP-System die zentrale Anwendungssoftware eines Industriebetriebes darstellt. Mit diesem werden im klassischen Falle alle kaufmännischen Prozesse durchgeführt und abgebildet. Es ist Datenquelle für das Reporting und ist zum einen Grundlage zur Ausgabe des Gewinns oder Verlustes eines Geschäftsbereiches, zum anderen somit auch Grundlage für strategische Entscheidungen.

Ausgangssituation

Durch eine Akquisition wurde ein mittelständisches, deutsch geprägtes Unternehmen Teil eines amerikanischen Großkonzerns. Eine große Herausforderung stellte nach der Akquisition die Harmonisierung der IT-Landschaft dar, insbesondere die Ersetzung der vorhandenen Lösung durch das bereits international (ein-)gesetzte ERP-System. In international aufgestellten Unternehmen finden sich sehr unterschiedliche Kulturen wieder. In ersten Projekten an einzelnen Standorten entstanden sodann Probleme, die sich auf interkulturelle Unterschiede in den Projektteams zurückführen ließen.

Die Projektteams, die die Systemablösung und -einführung durchführen, sind ebenfalls kulturell unterschiedlich aufgestellt. Damit diese Projektteams die gewünschte hohe Mitarbeiterakzeptanz erreichen können, wurde ein Hilfsmittel für die Projektdurchführung erarbeitet, das das Change Management durch die Erfassung, Bewertung und Berücksichtigung interkultureller Unterschiede verbessert. Damit wird ein positiver Effekt auf den Projekterfolg erreicht. Da für die im Unternehmen aufgeworfene Fragestellung keine Lösungskonzepte bekannt waren, wurde das Konzept von Grund auf neu entwickelt. Anschließend wurde das Instrument evaluiert und in realen Projekten erprobt.

Tags: Change Management
Branchen: Fertigung

Das könnte Sie auch interessieren

Digitale Geschäftsprozesse im Mehrwegbehältermanagement

Digitale Geschäftsprozesse im Mehrwegbehältermanagement

Technologien und Applikationen für effiziente digitale Mehrwegkreisläufe
Mehrwegkreisläufe effizient zu steuern ist komplex –doch neue digitale Technologien eröffnen ganz neue Möglichkeiten. Der Artikel zeigt, wie No-Code-Development, Computer Vision und IoT-Architekturen das operative Mehrwegbehältermanagement automatisieren und manuelle Prozesse deutlich reduzieren. Praxisnahe Beispiele aus dem Projekt DIBCO geben spannende Einblicke, wie Unternehmen ihre Behälteraufbereitung effizienter und zukunftsfähig gestalten können.
Die Zukunft der ERP-Systeme

Die Zukunft der ERP-Systeme

Strategisch statt operativ: ERP etabliert sich als Top-Management-Thema
ERP ist längst Chefsache. Wer es weiterhin als reines IT-Thema einordnet, unterschätzt seinen strategischen Hebel. Vorausschauende Unternehmen verankern ERP-Kompetenz in ihrer Governance und nutzen sie als Wettbewerbsvorteil. Moderne ERP-Systeme entwickeln sich zu intelligenten, offenen Architekturen –getrieben von Cloud, KI und Automatisierung. Das verlangt von der Unternehmensführung ein tiefes Verständnis von ERP.
BIM trifft ERP: Mit AAS zum digitalen Zwilling

BIM trifft ERP: Mit AAS zum digitalen Zwilling

Planung und Betrieb rücken im digitalen Bauwesen zusammen
Die Digitalisierung des Bauwesens schreitet voran, doch zwischen Planung und Betrieb besteht weiterhin eine Lücke im Informationsfluss. Während BIM die Grundlage für die digitale Modellierung von Bauwerken liefert und ERP-Systeme betriebswirtschaftliche Prozesse steuern, sorgt die Asset Administration Shell (AAS) für die Verbindung beider Welten. Sie macht Daten aus Planung und Betrieb nutzbar und ebnet den Weg zum digitalen Zwilling.
Hoch skalierbares kollaboratives Schreiben

Hoch skalierbares kollaboratives Schreiben

Was wir aus der Softwareentwicklung lernen können
Kollaboratives Schreiben ist mehr als das gemeinsame Bearbeiten eines Dokuments. Es ist ein Prozess, der effiziente Strukturen und Werkzeuge erfordert. Der Ansatz der Autoren kombiniert die Markup-Sprache AsciiDoc mit der Versionsverwaltung Git und überträgt so Methoden aus der Softwareentwicklung auf das gemeinsame Erstellen von Texten. Das Ergebnis: ein flexibles, skalierbares und transparentes Framework für Teams in Wissenschaft und Industrie.
Best-Of ERP 2025: Branchenübergreifend / Cross-Industry

Best-Of ERP 2025: Branchenübergreifend / Cross-Industry

ERP-System des Jahres: Comarch AG wird mit Gold prämiert
Mit beeindruckender technologischer Bandbreite und echter Kundennähe ist Comarch der Gewinner in der Kategorie Cross-Industry. Die Lösung verbindet Handel und Produktion in einer durchgängigen, digitalen Prozesskette – vom Webshop bis in die Fertigung. Dank modularer Architektur, Multi-Site-Struktur und offener Integrationsstandards bleibt das System anpassungsfähig und zukunftssicher.
KI-Agenten statt reiner Datenverwaltung

KI-Agenten statt reiner Datenverwaltung

Moderne CRM-Plattformen bringen den Durchbruch für Vertrieb, Marketing und Service
CRM entwickelt sich durch moderne Plattformen, agile Methoden und den Einsatz von KI grundlegend weiter. Kundenzentrierung wird zum strategischen Erfolgsfaktor, während Change Management und regulatorische Vorgaben die Umsetzung prägen. Unternehmen profitieren von höherer Geschwindigkeit, flexibler Anpassung und einer stärkeren Fokussierung auf individuelle Kundenbedürfnisse.