Digitalisierung

Die Transformation zur Smart Factory

Lesedauer:  3 Minuten
tipps top 1

Für Fertigungsunternehmen bedeutet Digitale Transformation vor allem die Umwandlung in eine Smart Factory. In einer intelligenten Fabrik – so das Ziel – passen sich dann miteinander vernetzte Roboter, Geräte und Maschinen autonom an neue Anforderungen an und organisieren selbstständig ganze Produktionsprozesse. Für die meisten Fertigungsunternehmen liegt das allerdings noch in weiter Ferne. Im folgenden Beitrag wird erläutert, wie dieses Ziel möglichst schnell und zielgerichtet erreicht werden kann.

  1. „Business First”- Ansatz verfolgen. Geschäftsführer, Abteilungsleiter und Projektmanager dürfen eine Smart-Factory-Initiative nicht einfach nur angehen, um Kunden oder Investoren sagen zu können, dass jetzt digitalisiert wird. Stattdessen sollte es sich immer um einen konkreten Geschäftsnutzen handeln – sei es, bessere Ergebnisse zu erzielen, das eigene Business zukunftsfähig zu machen oder mehr Wert aus den Produktionsanlagen und dem kompletten Ecosystem zu generieren. Dafür ist es ganz entscheidend, die Smart Factory als integralen Bestandteil einer breiter vernetzten Landschaft aus Informationstechnologie (IT) und Operational Technology (OT) zu betrachten.
  2. Maschinen auf den neuesten Stand bringen. Manche Fertigungsunternehmen haben noch mechanische Systeme im Einsatz, die über 50 Jahre alt sind. Ohne moderne Technologien, wie allen voran IoT, ist die Smart Factory aber nicht realisierbar. IoT verbindet die physischen und digitalen Komponenten miteinander und ist damit die Grundvoraussetzung für eine intelligente Fabrik. Lassen sich veraltete Maschinen nicht IoT-fähig machen, sollten sie wann immer möglich ausgetauscht statt nur modernisiert werden.
  3. Servitization nicht vernachlässigen. Über die intelligente Automatisierung der Fertigung hinaus bietet IoT die Chance, die eigenen Aktivitäten auszubauen. So ermöglicht diese Technologie auch neue Services und neue, verbrauchsorientierte Geschäftsmodelle, bei denen Kunden etwa keine Maschine mehr kaufen, sondern nur noch für ihre konkrete Nutzung bezahlen. Der Wettbewerbsdruck, aber auch die steigenden Kundenerwartungen, machen diese Servitization immer mehr zu einem Muss für die Fertigungsbranche.
  4. Mitarbeiter auf den Wandel vorbereiten. Auch wenn sich das Aussehen der Fertigungshallen in den kommenden Jahren grundlegend verändern wird: eine Sache wird gleich bleiben. Die wichtigste Ressource von Fertigungsunternehmen wird auch weiterhin der Mensch sein. Allerdings werden die Mitarbeiter in der Smart Factory ganz andere Aufgaben wahrnehmen als heute noch. Ihre entsprechende Fort- und Weiterbildung ist eine große, aber unerlässliche Aufgabe.
  5. Klein anfangen und dann skalieren. Investitionen in die Smart Factory sollten gezielt in kleinere ausgewählte Projekte erfolgen, die bei Erfolg inkrementell ausgebaut werden. So lässt sich häufig bereits Wertschöpfung und Wachstum schaffen, indem eine einzelne Maschine an das IoT angebunden und neue Prozesse und Technologien um sie herum getestet werden. Spezielle Zentren können Fertigungsunternehmen dabei helfen, solche Konzepte in sicheren und beherrschbaren Umgebungen auszuprobieren.

„Unternehmen wird ständig erzählt, sie riskieren ihren langfristigen wirtschaftlichen Erfolg, wenn sie sich nicht sofort digitalisieren. Für Fertigungsunternehmen ist das aber nicht so einfach. Steht die Produktion auch nur einen Tag still, kann das erhebliche negative Auswirkungen haben, bis hin zu Millionenverlusten”, sagt Antony Bourne, Vice President of Global Industry Sales bei IFS. „Deshalb ist es wichtig, dass sie auf dem Weg zur Smart Factory einen Schritt nach dem anderen gehen. Experten können ihnen dabei helfen, harmonische, automatisierte und belastbare Lösungen zu implementieren, um die Geschäftsziele zu erreichen, die sie mit der intelligenten Fabrik verfolgen.”

Das könnte Sie auch interessieren

Digitale Geschäftsprozesse im Mehrwegbehältermanagement

Digitale Geschäftsprozesse im Mehrwegbehältermanagement

Technologien und Applikationen für effiziente digitale Mehrwegkreisläufe
Mehrwegkreisläufe effizient zu steuern ist komplex –doch neue digitale Technologien eröffnen ganz neue Möglichkeiten. Der Artikel zeigt, wie No-Code-Development, Computer Vision und IoT-Architekturen das operative Mehrwegbehältermanagement automatisieren und manuelle Prozesse deutlich reduzieren. Praxisnahe Beispiele aus dem Projekt DIBCO geben spannende Einblicke, wie Unternehmen ihre Behälteraufbereitung effizienter und zukunftsfähig gestalten können.
Die Zukunft der ERP-Systeme

Die Zukunft der ERP-Systeme

Strategisch statt operativ: ERP etabliert sich als Top-Management-Thema
ERP ist längst Chefsache. Wer es weiterhin als reines IT-Thema einordnet, unterschätzt seinen strategischen Hebel. Vorausschauende Unternehmen verankern ERP-Kompetenz in ihrer Governance und nutzen sie als Wettbewerbsvorteil. Moderne ERP-Systeme entwickeln sich zu intelligenten, offenen Architekturen –getrieben von Cloud, KI und Automatisierung. Das verlangt von der Unternehmensführung ein tiefes Verständnis von ERP.
BIM trifft ERP: Mit AAS zum digitalen Zwilling

BIM trifft ERP: Mit AAS zum digitalen Zwilling

Planung und Betrieb rücken im digitalen Bauwesen zusammen
Die Digitalisierung des Bauwesens schreitet voran, doch zwischen Planung und Betrieb besteht weiterhin eine Lücke im Informationsfluss. Während BIM die Grundlage für die digitale Modellierung von Bauwerken liefert und ERP-Systeme betriebswirtschaftliche Prozesse steuern, sorgt die Asset Administration Shell (AAS) für die Verbindung beider Welten. Sie macht Daten aus Planung und Betrieb nutzbar und ebnet den Weg zum digitalen Zwilling.
Hoch skalierbares kollaboratives Schreiben

Hoch skalierbares kollaboratives Schreiben

Was wir aus der Softwareentwicklung lernen können
Kollaboratives Schreiben ist mehr als das gemeinsame Bearbeiten eines Dokuments. Es ist ein Prozess, der effiziente Strukturen und Werkzeuge erfordert. Der Ansatz der Autoren kombiniert die Markup-Sprache AsciiDoc mit der Versionsverwaltung Git und überträgt so Methoden aus der Softwareentwicklung auf das gemeinsame Erstellen von Texten. Das Ergebnis: ein flexibles, skalierbares und transparentes Framework für Teams in Wissenschaft und Industrie.
Best-Of ERP 2025: Branchenübergreifend / Cross-Industry

Best-Of ERP 2025: Branchenübergreifend / Cross-Industry

ERP-System des Jahres: Comarch AG wird mit Gold prämiert
Mit beeindruckender technologischer Bandbreite und echter Kundennähe ist Comarch der Gewinner in der Kategorie Cross-Industry. Die Lösung verbindet Handel und Produktion in einer durchgängigen, digitalen Prozesskette – vom Webshop bis in die Fertigung. Dank modularer Architektur, Multi-Site-Struktur und offener Integrationsstandards bleibt das System anpassungsfähig und zukunftssicher.
KI-Agenten statt reiner Datenverwaltung

KI-Agenten statt reiner Datenverwaltung

Moderne CRM-Plattformen bringen den Durchbruch für Vertrieb, Marketing und Service
CRM entwickelt sich durch moderne Plattformen, agile Methoden und den Einsatz von KI grundlegend weiter. Kundenzentrierung wird zum strategischen Erfolgsfaktor, während Change Management und regulatorische Vorgaben die Umsetzung prägen. Unternehmen profitieren von höherer Geschwindigkeit, flexibler Anpassung und einer stärkeren Fokussierung auf individuelle Kundenbedürfnisse.
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Allgemein. Setzen Sie ein Lesezeichen auf den permalink.