Digitalisierung

Papierlose Fertigung: Nicht ohne Apps!

Autor: Stefan Thalhammer, Teamleiter Österreich, PSI Automotive & Industry GmbH
22.10.2022
Lesedauer:  4 Minuten
Quelle: iStock.com / juststock (bearbeitet durch PSI)
Quelle: iStock.com / juststock (bearbeitet durch PSI)

Produktionsunternehmen mit hohem Digitalisierungsgrad haben einen existenziellen Vorteil: Sie verfügen über eine stets aktuelle Datenbasis. Mit diesem Wissensvorsprung navigieren sie deutlich besser durch Krisen als andere. Eine Hauptrolle spielen Industrielle Apps. 

Gerade Krisen belegen immer wieder die Vorteile von Unternehmen, die sich bereits vollständig von Fertigungspapieren aller Art gelöst und Prozesse ohne Wenn und Aber digitalisiert haben: Deutlich schneller, flexibler und kreativer stellen sie sich auf volatile Rahmenbedingungen ein und sichern so Unternehmenswerte. Auch kleinste Digitalisierungslücken erweisen sich in diesen Situationen als relevante Einflussfaktoren. Gemeint sind einzelne Prozesse in der Produktion, im Lager oder Außendienst, die nur aus wenigen Arbeitsschritten bestehen. Genau für diese sind gedruckte und händisch bearbeitete Fertigungspapiere vielerorts noch immer gang und gäbe. Das bedeutet auch, dass Daten manuell und zeitversetzt in die führenden IT-Systeme wie ERP und MES übertragen werden – hohe Fehleranfälligkeit, häufige Nacharbeiten und teure Verzögerungen inklusive. Der Grund für diese Digitalisierungslücken liegt oftmals in der Vergangenheit. Denn für die Einbindung jedes noch so kleinen Prozesses bedurfte es der Einrichtung eines vollständigen IT-Arbeitsplatzes mit ERP-MES-Client. Nutzen und Aufwand standen nicht im Verhältnis zueinander. 

Kleinste Arbeitsschritte effizient abbilden

Mit der Entwicklung und Verbreitung webbasierter, industrietauglicher Apps hat sich das Blatt gewendet: Mit ihnen können Unternehmen auch kleinste Arbeitsschritte schnell, einfach und effizient abbilden und profitieren davon in vielerlei Hinsicht. So ermitteln Anwenderinnen und Anwender Daten direkt am Ort des Geschehens und erfassen diese ohne Medienbrüche oder Zeitverzug in der ERP-MES-Lösung. Dort werden sie ebenfalls direkt weiterverarbeitet, so dass Unternehmen stets über eine aktuelle, verlässliche Datenbasis verfügen. Zudem beschleunigt der Einsatz der mobilen Anwendungen Abläufe deutlich, verbessert die Datenqualität und steigert nicht zuletzt die Zufriedenheit der Mitarbeiter, für die lästige Nacharbeiten entfallen.

tablet industrial apps pr psi
Mobiles ERP mit Industrial Apps –den Überblick in der Produktion behalten. Quelle: PSI Automotive & Industry

Daten ohne Zeitverzug erfassen

Prozesse wie diese finden sich sowohl in der Produktion als auch im Lager, Service und Außendienst. Kunden der ERP-MES-Lösung PSIpenta buchen via Industrial App z. B. Material – auftragsbezogen und genau am Ort des Geschehens. Im Ergebnis ist der Status aller Produktionsaufträge immer aktuell und korrekt. Ähnliches gilt für Lager, wo die App u. a. für Materialentnahmen zum Einsatz kommt und individuell konfigurierbare Feld-Plausibilitätsprüfungen fehlerhafte Eingaben verhindern. Denn durch sie erkennt die App jede Unstimmigkeit und zeigt diese sofort an. Beliebt sind die mobilen ERP-MES-Erweiterungen auch im Servicemanagement. Ein typisches Szenario: Ein Endkunde meldet via App sein Anliegen. Automatisch wird im ERP-System ein Ticket angelegt und alle weiteren Schritte ausgelöst. Den Bearbeitungsstatus kann der Kunde über seine App zudem jederzeit einsehen. Auf demselben Ansatz beruht der Einsatz der Apps im Außendienst: Ausgestattet mit einem mobilen Endgerät, z. B. ein Industrie-Tablet-PC oder Smartphone, erhalten Techniker Zugang zu dem im ERP-System angelegten Auftrag und hinterlegten Aufgabenlisten. Diese beschreiben die auszuführenden Tätigkeiten Schritt für Schritt in Text und Bild und bieten den Mitarbeitern eine hilfreiche Stütze. Sind unvorhergesehene Reparaturen notwendig, sind sie wiederum sofort aussagefähig, weil sie auch Lagerbestände, Bestellungen & Co. jederzeit einsehen können. Rückmeldungen zu erledigten Arbeitsschritten bzw. dem gesamten Auftrag sind ebenfalls mit wenigen Klicks direkt vor Ort und im Kundenvorgang erledigt. 

Einfache Bedienbarkeit ist entscheidend

Wie für jede App gilt jedoch auch für Industrie-Apps: Richtig gut sind sie erst dann, wenn sie sich intuitiv bedienen lassen. So sollten Bedienmasken und Benutzeroberflächen so gestaltet sein, dass sie Anwenderinnen und Anwender selbsterklärend durch den Prozess führen. Dazu zählt auch, dass jeweils nur jene Informationen und Funktionen angezeigt werden, die für den entsprechenden Aufgabenbereich relevant sind. Unternehmen, in denen Apps selbstverständlich genutzt werden, wissen zudem längst, dass die mobilen Lösungen zu einer höheren Zufriedenheit aller beitragen. Denn neben Effizienz, Beschleunigung & Co. erwarten Angestellte in ihrem beruflichen Umfeld heute auch gute Softwarelösungen, die sich einfach bedienen lassen und einen echten Mehrwert bieten. 

So profitieren Unternehmen von Industrial Apps

  • Mobile Nutzung einzelner ERP- und MES-Funktionen
  • Einfache Digitalisierung und Integration kleinster Arbeitsschritte
  • Verbesserte Performance durch beschleunigte Unternehmensprozesse 
  • Rückmeldung von Arbeitsgängen sowie Informationserfassung am Ort des Geschehens
  • Effiziente Datenerfassung durch passgenaue Gestaltung der Bedienmasken
  • Sicherung der Datenqualität durch Plausibilitätsprüfungen

Kleine Puzzleteile – große Wirkung

Ein Fremdwort ist Prozessdigitalisierung für die meisten Unternehmen nicht mehr. Digitale Lücken finden sich hier und da dennoch, vor allem in der Peripherie. Passgenaue ERP-MES-Apps sind das fehlende IT-Puzzleteil, um diese effizient, schnell und einfach zu schließen.  

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