Forschung und Entwicklung
Cyberattacken können für Unternehmen große Schäden nach sich ziehen. Oftmals wird diese Gefahr noch immer unterschätzt. ERP-Systeme gelten bislang als wenig beachtete Einfallstore für Manipulationen. Das Forschungsprojekt DeepScan der Uni Würzburg arbeitet an einer Scanning-Architektur, mit der sich Unregelmäßigkeiten und Hackerangriffe auf ERP-Datenbanken automatisch erkennen und verhindern lassen. Als Projektpartner tragen wir dazu bei, die Cybersicherheit in Unternehmen zu erhöhen.
Externen Hackern oder sogar Mitarbeitern gelingt es immer wieder, ERP-Systeme trotz aller Schutzmaßnahmen gezielt anzugreifen bzw. zu manipulieren. Für die betroffenen Firmen können finanzielle und Imageschäden die Folge sein – verursacht beispielsweise durch Nichtlieferungen, erhöhte Bestellungen oder gravierende Logistikprobleme.
Project DeepScan
2018 startete an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg das Forschungsprojekt „DeepScan – maschinelles Lernen zur automatischen Erkennung von IKT-Sicherheitsvorfällen und Manipulationsversuchen“. Unter der Leitung des ERP-Experten Prof. Dr. Axel Winkelmann (Lehrstuhl für BWL und Wirtschaftsinformatik) und des KI-Experten Prof. Dr. Andreas Hotho (Lehrstuhl für Informatik X – Data Science) wird das Ziel verfolgt, eine allgemeingültige und adaptierbare Scanning-Architektur zu schaffen, die Anomalien und Manipulationsversuche in ERP-Datenbanken automatisiert erkennt. Weitere Projektpartner sind die TGS Audit & Tax GmbH, die Datenschutz Süd GmbH sowie die Step Ahead GmbH. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.
Auch Änderungen an Gehaltsdaten oder Eingriffe in die Verkaufspreisgestaltung sind denkbar. Viele ERP-Systeme protokollieren zwar Veränderungen in ihren Datenbanken, erkennen aber keine Anomalien und bieten daher kaum Schutz vor Manipulationen. Die Projektpartner von DeepScan wollen mit einer anpassbaren Scanning-Architektur Abhilfe schaffen. Sie besteht aus einer Künstlichen Intelligenz in Form einer „Machine Learning Toolbox“, die es erlauben soll, häufige Anomalien und Missbrauchsmuster in Echtzeit zu erkennen. Im Rahmen des Projekts werden die zur Verfügung stehenden Daten aus unterschiedlichen Anwendungssystemen analysiert, potenzielle Missbrauchsfälle definiert und die KI mit diesen Demodaten trainiert. Mithilfe von Methoden des maschinellen Lernens sollen sich auch unternehmensspezifische und neue Bedrohungsszenarien identifizieren lassen. Step Ahead beteiligt sich im Rahmen des Forschungsprojekts insbesondere an der Erkennung, Einordnung und Bewertung von Anomaliemustern. Darüber hinaus bringen wir unser Know-how als Hersteller von ERP-Software ein – in Bezug auf Systemarchitektur, potenzielle Schwachstellen und die Anforderungen der User – und unterstützen die beteiligten Partner bei der Entwicklung und beim Test bedarfsgerechter Algorithmen.

Eine allgemeingültige, adaptierbare Scanning-Architektur soll es insbesondere mittelständischen Unternehmen erstmals ermöglichen, Manipulationen an den Daten ihres ERP-Systems frühzeitig und rechtskonform aufzudecken, nachzuvollziehen und geeignete Abwehrmaßnahmen zu ergreifen. Sobald die Scanning-Architektur den nötigen Reifegrad erreicht hat, wollen wir sie in unsere ERP-Software integrieren und können damit unseren Kunden noch mehr Sicherheit für ihr System bieten.
Technologie und Integrationsfähigkeit
Mit mySTEPS haben wir ein komplett neues ERP-System entwickelt. Ergänzt wird es um eine HCM-Lösung sowie Lösungen im Bereich Personalmanagement mit Fokus auf Zeiterfassung, Zutrittskontrolle und Personaleinsatzplanung. Grundlage dafür ist eine vollumfängliche Entwicklungsplattform im Web auf Low-Code-Basis. Mit unserer WFX-Plattform realisieren wir umfangreiche Anwendungen, zügige Entwicklungszeiten und viele weitere Vorteile für unsere Anwender.
Herkömmliche Low-Code-Plattformen fokussieren sich auf die Visualisierung und Generierung von Oberflächen. Die WFX-Plattform setzt hier bereits beim Bau der Datenmodelle an und ermöglicht es, diese anschließend in einer Business-Logik-Schicht als visualisierte Prozesse zu modellieren. Die Prozesse basieren auf reinem JavaScript, die Visualisierung der Daten erfolgt mit nativem HTML und CSS. Das erlaubt eine einfache und schnelle Entwicklung – ohne spezifische Kenntnisse vorauszusetzen. Durch die Bereitstellung der Applikationen auf Metabasis ist ein zügiges Deployment und einfaches Customizing möglich.

Apps einfach verändern
Zentrales Merkmal der WFX-Plattform ist die konsequente Trennung von Oberflächendefinition und Geschäftslogik. So lassen sich Usability und Design der Applikationen immer wieder verändern, ohne Einfluss auf die Programmlogik oder Konflikte mit bestehenden Anwendungsteilen. Dadurch sind rasch und unkompliziert Individualisierungen durch Partner und Consultants möglich, ebenso dynamische Erweiterungen mit eigenen Feldern oder Property Sets durch den Kunden selbst. Darüber hinaus bietet unsere Plattform eine umfangreiche Schnittstellenfunktionalität inklusive Authentifizierung und Autorisierungsmöglichkeiten. Vollintegriert legt sie damit den Grundstein für Interaktion mit Drittsystemen und für die Anbindung von IoT-Geräten. Über das WebHook-System ist zudem eine ereignisbasierte Interaktion möglich.
Low Code ist – wie die Bezeichnung verrät – nicht auf die Produktion vieler Code-Zeilen angelegt. Vielmehr arbeitet das Entwicklerteam hier verstärkt auf konzeptioneller Ebene. Bei der praktischen Umsetzung spielen nicht Programmiersprachen, sondern Modelle und grafische Elemente die tragende Rolle.
Wo ein User Interface der Komplexität notwendiger Einstellungen nicht mehr gerecht wird, bietet die WFX-Plattform als Lösung Code-Editoren an. Eine Entwicklungsumgebung im herkömmlichen Sinn ist nicht mehr notwendig. Das Plattform-Feature „App-Designer“ bringt alle Werkzeuge mit, um eine fachlich anspruchsvolle Full Stack Web Application entwickeln bzw. beschreiben zu können. Die eigentliche Software entsteht dynamisch im Browser des Endanwenders – basierend auf verfügbaren oder installierten Apps und entsprechend den vorhandenen Berechtigungen. Updates müssen nicht mehr von Administratoren eingespielt werden. Von Anfang an berücksichtigte Migrationsszenarien und Prozesse ermöglichen mühelose und automatisierbare Rollouts.

Objektbasierte Datenspeicherung
mySTEPS unterscheidet sich von konventioneller ERP-Software auch in der Art der Datenorganisation: Die Daten werden nicht wie üblich in Form von Tabellen und Relationen, sondern als logisch zusammenhängende Objekte gespeichert. Dies lässt sich am besten mit dem Begriff Multi Relation Management (MRM) beschreiben. In dieser objektbasierten Speicherung gehen die Feldtypen keine festen Beziehungen miteinander ein, sondern sie lassen sich jederzeit dynamisch zuordnen. So wird das System leichter anpassbar, hoch flexibel und deutlich schneller.
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