ERP-Einführung

Exclusiver Einblick: Wettbewerbsunterlagen von TimeLine Business Solutions Group

Kategorie Variantenreiche Fertigung
22.10.2022
Lesedauer:  6 Minuten
Verleihung der Siegerurkunde an Boris Gebauer, TimeLine (Bild Mitte)
Verleihung der Siegerurkunde an Boris Gebauer, TimeLine (Bild Mitte)

Variantenreichtum

Variantenreichtum in der Produktion effizient zu handhaben, erfordert eine nahtlose Integration von CAD und ERP oder einen Varianten-Generator, um Stücklisten und Arbeitspläne teil- oder vollautomatisch erstellen zu können. TimeLine ERP hat beides:

  • einen integrierten, formel- und merkmalsbasierten Variantengenerator sowie
  • eine bidirektionale CAD-Integration, die mit nativen Adaptern Stücklisten, technische Eigenschaften sowie Zeichnungen und Bilder aus den gängigsten CAD-Systemen Inventor, SolidEdge, SolidWorks und EPLAN vollautomatisch übernimmt.

Im System angekommen, können diese als Betriebsauftrag, mehrstufiger Projekt-Betriebsauftrag oder Koppelproduktauftrag (d. h. in Kombination mit anderen Produkten) gefertigt werden. Variantenfertiger unterscheiden sich dabei technologisch in zwei Gruppen:

  • diejenigen, deren Variante im CAD-System durch einen konstruktiven Eingriff entsteht und
  • diejenigen, deren Variante im ERP-System durch einen „Konfigurator“ erstellt wird (ohne dass konstruktiv an Teilen oder Baugruppen Änderungen erfolgen müssen).

TimeLine bildet durch das integrierte PDM in Verbindung mit der „Smart-Copy“-Funktion sowohl die konstruktive Varianten-Generierung wie über einen integrierten Variantengenerator als auch die generatorgestützte Varianten-Generierung ab.

TimeLine ERP ist mittels nativer Adapter zu den o. a. CAD-Systemen in der Lage, CAD-Daten nicht nur zu lesen, sondern auch zu manipulieren. In der variantenreichen Fertigung verwenden wir dies, um über Suchen/Ersetzen bzw. „Smart-Copy“ neue „Assemblies“ direkt über das TimeLine-Plug-in in Inventor zu erstellen. Die Variante entsteht hierbei durch einen Austausch von Baugruppen und -Teilen bzw. eine Neudefinition derselben durch Ähnlichkeitskopie (derzeit nur in Verbindung mit Autodesk Inventor möglich) über das in Inventor integrierte TimeLine-Plug-in.

Projektbetriebsaufträge

Der Projekt-Betriebsauftrag ist – wie der „normale“ Betriebsauftrag für Serienfertiger – der zentrale Beleg für mehrstufige Einzel-, Projekt- und Variantenfertiger. Ein Projekt-Betriebsauftrag kann aus einer PDM-Datei-Assembly-Struktur, einer Projekt-Stückliste, dem Artikelstamm oder manuell erstellt werden.

Mit dem Projekt-Betriebsauftrag setzt sich die CAD-Inte­gration aus dem letzten Kapitel also nahtlos im ERP-Ablauf fort, da dieser direkt aus einer PDM-Datei-Struktur erstellt werden kann. Über Projekt-Stücklisten lassen sich optional mehrstufige „Snapshots“ von Stücklisten-Strukturen revisionssicher speichern und historisch ablegen. Als „Zwischenstück“ zwischen PDM-Struktur und Projekt-Betriebsauftrag erlaubt die Projektstückliste damit die Revisionierung der gesamten Stücklistenstruktur und ist Voraussetzung für das Stücklisten-Update („wachsende Stückliste“).

Hierbei kann eine vorläufige Stückliste in Projekt-Betriebsauftrag übernommen werden, sodass die Produktion beginnen kann, obwohl die Konstruktion noch nicht abgeschlossen ist. Der Projekt-Betriebsauftrag unterstützt eine baugruppenbezogene Freigabe, die eine selektive Disposition (und Bestellung) nur der von der Konstruktion freigegebenen Teile ermöglicht. Bei fortgeschrittener Konstruktion kann nun im CAD-System eine neue Version der Projektstückliste erstellt werden.

Planung

TimeLine verfügt über 2 Planungssysteme – die Grob- und die Feinplanung. Die Grobplanung plant über den JIT-Neuaufwurf bzw. den APS-Lauf neue Aufträge/Abrufe über automatische Plan-Auftragsgenerierung (MRP) automatisch ein, während die Feinplanung die detaillierte Fertigungsreihenfolge per Drag & Drop erlaubt.

Der Planer kann die Reihenfolge der Aufträge auf der Maschine verschieben oder von einer Maschine auf eine andere Maschine umplanen. 

Weiterhin können zur Optimierung des Produktionsdurchlaufs ähnliche Teile zusammengefasst (Koppelproduktion) oder größere Lose gesplittet werden.

BDE & MDE

Die Produktionsdatenerfassung ist das Rückgrat für den APS-Lauf und jede Form von Fertigungsplanung – und in der Praxis meist auch die Schwachstelle im Ablauf. TimeLine ERP liefert deshalb eine intuitive – und auf alle Individualanforderungen anpassbare – Buchungsoberfläche für die Rückmeldung von Material, Zeiten und Fertigartikeln und Erfassung sämtlicher Produktionsabläufe.

Qualitätsmanagement

Eine Kernanforderung für alle produzierenden Betriebe ist die Erfüllung unterschiedlichster Qualitätsnormen. Die Erfüllung dieser Normen setzt den Einsatz eines Qualitätssicherungssystems nahezu voraus. Dennoch sind in den meisten Fällen ERP- und QS-Systeme getrennte Lösungen. TimeLine ERP integriert die Qualitätssicherung vollständig ins ERP-System – die Vorteile der Integration beginnen bereits bei der Stammdatenerfassung: Produktionsdaten, Qualitätsdaten und technische Dokumente werden in einem Modul verwaltet: Im Produktionskontrollplan (PKP) werden Arbeitsplan, Prüfplan, Stückliste und FMEA, Fotos zu Prüfanweisungen und sämtliche technischen Dokumente in einem Modul erfasst.

Ein Verwechseln alter und neuer Arbeitspläne bzw. nicht zum Arbeitsplan passender Prüfpläne ist hierdurch ausgeschlossen. Der Prüfplan-Index ist bis auf die Charge hinunter nachvollziehbar – Standardanforderung der TS-16949-Norm der Automobilindustrie. TimeLine ERP bildet den gesamten QS-technischen Durchlauf von

  • Prüfmittelverwaltung (Prüfmittel-Fähigkeit gem. MSA),
  • Kontroll- und Lenkungsplan,
  • Prüfauftragsgenerierung,
  • Prüfdatenerfassung (QDE – natürlich auch in 
    Kombination mit der TimeLine-BDE),
  • Regelkarte/ Werkszeugnis ab.

Dokumentenmanagement

TimeLine-DMS verwendet die ERP-typische Datenstruktur als Organisationsmittel, um auf Dateien zuzugreifen. Dies ist mit außerhalb des ERP-Systems liegenden DMS-Systemen nur dann möglich, wenn man die Datenstruktur des ERP-Systems im DMS-System erneut redundant repliziert. Dieser Aufwand entfällt, wenn man ERP und DMS in einem einzigen System abbildet. Der intuitive Zugriff auf die Rechnung beispielsweise erfolgt über das Rechnungsmodul – der integrierte Belegexplorer, der komplette Vorgänge über den Flow-Charter visualisiert, stellt alle verknüpften Dokumente des gesamten Geschäftsprozesses in einer Einheit dar.

HTML-Oberflächen für mobiles Arbeiten

Die alte Dominanz des windowsbasierten Desktops wird zunehmend durch Smartphones und andere mobile Devices durchbrochen. Um der aufwendigen Entwicklung für eine Vielzahl unterschiedlicher mobiler Umgebungen zu entgehen, bieten sich HTML-basierte Module an.

Auf Basis von neuen Technologien erlaubt TimeLine Developer die Entwicklung sogenannter „Web-Projects“, die auf die gleiche Art entwickelt werden können wie klassische Module für den Windows-Desktop. Aktuell bietet TimeLine hierdurch die Möglichkeit, Lagerscanner direkt anzubinden und Umlagerungen, Verschrottungen, Zugänge und Gebinde zurückzumelden.

Über uns

Die TimeLine Business Solutions Group besteht aus 15 Unternehmen in sieben Ländern (D, CH, RO, SK, LUX, NL und IN) und erwirtschaftet ca. 16 Millionen EUR Umsatz mit rund 160 Mitarbeitern. Im europäischen Bereich sind im letzten Jahr Partner in Polen und den Niederlanden hinzugekommen. Alle Unternehmen sind in privater Hand und alle Partner sind in das Tagesgeschäft involviert.

Unser Ziel ist es, das innovativste ERP-System für mittelständische Industriekunden zu schaffen und in ausgewählten Branchen passgenau zugeschnittene Branchenfunktionen zu liefern. Grundlage hierfür ist TimeLine Developer, eine auf C#/.NET aufsetzende Rapid-Development-Umgebung, die Customizing unter Beibehaltung der Releasefähigkeit sowie das „Forking“ ein- und desselben ERP-Systems in verschiedene Branchenlösungen (und Ländervarianten) ermöglicht.

TimeLine Developer erlaubt uns, mit wenigen Ressourcen schneller als viele deutlich größere Wettbewerber funktional zu wachsen und unseren Kunden ein auf den Mittelstand zugeschnittenes Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten. Für einen überschaubaren Einstiegspreis liefern wir eine Bandbreite an Modulen, die bei nahezu allen Anbietern mindestens 2-3 Schnittstellen zu Fremdsystemen erfordern würde: ERP + DMS + EDI + Planung + APS + BDE + MDE + QM + PDM + FiBu.

Drei Fragen an Christian Salihin,
Geschäftsführer TimeLine Neo GmbH

Wie sieht Ihre weitere Systemroadmap aus?

Gemeinsam mit der Universität Potsdam und der von uns geförderten Professur für künstliche Intelligenz in Anwendungssystemen setzen wir mit Timeline ERP auf den Ausbau intelligenter Algorithmen und KI-Technologie. Unser System wird bereits heute als digitale Prozess- und Datendrehscheibe in Unternehmen eingesetzt. Wir sehen mit Timeline ERP die Möglichkeiten, KI sowohl in internen Prozessen als auch in Produkten zu nutzen und wollen frühzeitig Erfahrungen damit sammeln. Der Startschuss für unser erstes kundenbasiertes KI-Projekt fällt bereits zum Jahreswechsel.

Welche Besonderheiten hat Ihr System?

Hervorzuheben bei Timeline ist die eigene Entwicklungsplattform. Der TimeLineDeveloper (TLD) dient als Frontend für eine schnelle Anwendungsentwicklung für Microsoft Visual Studio und C#. 

Er wird sowohl intern für die eigene Weiterentwicklung des ERP-Systems als auch extern von anderen Systemhäusern genutzt. Insbesondere bei Customizing oder neuen Releases konnte der Migrationsaufwand von Anpassungen durch den TimeLine Developer um das Zehnfache reduziert werden.

Was war die wichtigste Motivation für Ihre Bewerbung?

Wir betrachten das ERP-System des Jahres als die prestigeträchtigste Auszeichnung im ERP-Segment und die Teilnahme ist für uns immer ein Highlight des Jahres. Bereits acht Mal konnten wir die Auszeichnung gewinnen. Darüber hinaus macht die Veranstaltung Spaß und bietet vor allem die Möglichkeit, andere Wettbewerber zu treffen, Ideen auszutauschen und wertvolle Einblicke in die Branche zu gewinnen.

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