ERP-Technologie

Wandel im ERP-Markt

Lesedauer:  2 Minuten
AdobeStock 524331975
©Adobe Stock/photon_photo

Durch das Zusammenwirken verschiedener Technologie- und Marktkräfte steht der größte Wandel im ERP-Markt bzw. der ERP-Architekturen seit rund 25 Jahren bevor. Gartner Inc. bezeichnet dies als die neue Ära des „postmodern ERP“ und geht davon aus, dass zukünftig keine monolithischen ERP-Systeme mehr dominieren, sondern lose gekoppelte Anwendungen. Dieser Umbruch hat das Potenzial die ERP-Branche von Grund auf zu ändern.

Der ERP-Markt scheint im Vergleich zu den Megatrends wie Cloud Computing, Mobility oder Big Data ein geradezu beschauliches Dasein zu führen. Doch der Schein trügt. Ein starker Umbruch steht bevor, der größte seit rund 25 Jahren!

Dies ganz unabhängig davon, dass derzeit keine demnächst nutzbaren, revolutionär-disruptiven Technologien von den IKT-Schlüsselakteuren für die nächsten zwei Jahre geplant sind und wir auf zahlreiche bis jetzt unbeachtete noch etwas länger warten müssen, z. B. auf die Memristoren. Der IKT-Markt insgesamt läuft dennoch immer rasanter und dies zeigt sich auch in der ERP-Szene.

Gartner Inc., der weltführende IKT Marktforscher und Advisor prägte 1990 erstmals das Akronym „ERP“ (enterprise resource planning) als Vision einer evolutionären Erweiterung für die „resource planning domain“, des lange zuvor etablierten Konzepts für den produzierenden Sektor, das „MRP“. MRP wurde 1964 von Joseph Orlicky als „material requirement planning“ geboren und Black & Decker war der erste Anwender. 1983 wurde dieses von Oliver Wight zum MRP-II „manufacturing resource planning“ erweitert.

Geworden ist aus ERP jedoch weit mehr. Heute haben wir unter ERP ein allgemeines Verständnis für das gesamte Rückgrat von Geschäftsanwendungen, nicht nur für Produktionsbetriebe, sondern auch für Nicht-Produzenten, für deren interne und externe Geschäftsprozesstransaktionen einschließlich Finanz- und Rechnungswesen, unabhängig von Branche oder Region.

Im Jahr 2000 publizierte Gartner Inc. einen Artikel mit dem Titel „ERP ist tot – lang lebe ERP-II“ [1]. Obwohl jüngst schon der Begriff „ERP-III“ [2] umging, erwähnte Gartner erstmals 2013 und setzte im Juli 2014 den marktprägenden Begriff samt Konzept für eine neue ERP-Ära: postmodern ERP [3]. Damit einhergehend erklärte Gartner das Zeitalter für diese bisherige Automatisierung in lokal betriebenen, alleinstehenden, monolithischen ERP-Systemen für Vergangenheit.

Ursachen der neuen Ära

Die wohl wichtigste Frage, um zu verstehen, was eine neue Epoche auszurufen rechtfertig, ist: Was sind dessen so bedeutende Treiber?  Die Antworten lassen sich in drei Segmente unterteilen [3]:

Das könnte Sie auch interessieren:
[ Mensch-Technik-Interaktion in der digitalen Arbeitswelt]


Literatur

[:de][1] Gartner (2000): https://www.gartner.com/doc/314701/erp-dead–long-live (08.09.2014)
[2] R3Now (2010): https://www.r3now.com/erp-vs-erp-ii-vs-erp-iii-future-enterprise-applications/ (08.09.2014)
[3] Gartner (2014): https://www.gartner.com/newsroom/id/2658415 (08.09.2014)
[4] Gartner (2014): https://www.gartner.com/technology/research/digital-business/ (08.09.2014)
[5] Wirtschaftsblatt (2014): https://wirtschaftsblatt.at/archiv/printimport/1564028/Hasso-Plattner_SAP-muss-radikaler-denken-lernen (08.09.2014)
[6] Gartner (2013): https://blogs.gartner.com/peter-sondergaard/everyone-is-a-technology-company/ (08.09.2014)

​[:en][1] Gartner (2000): https://www.gartner.com/doc/314701/erp-dead–long-live (08.09.2014)
[2] R3Now (2010): http://www.r3now.com/erp-vs-erp-ii-vs-erp-iii-future-enterprise-applications/ (08.09.2014)
[3] Gartner (2014): http://www.gartner.com/newsroom/id/2658415 (08.09.2014)
[4] Gartner (2014): http://www.gartner.com/technology/research/digital-business/ (08.09.2014)
[5] Wirtschaftsblatt (2014): http://wirtschaftsblatt.at/archiv/printimport/1564028/Hasso-Plattner_SAP-muss-radikaler-denken-lernen (08.09.2014)
[6] Gartner (2013): http://blogs.gartner.com/peter-sondergaard/everyone-is-a-technology-company/ (08.09.2014)

​[:]


Das könnte Sie auch interessieren

Intelligentes Kalkulationsmanagement

Intelligentes Kalkulationsmanagement

Abweichungen erkennen, bevor sie teuer werden
Budgetabweichungen entstehen im industriellen Projektgeschäft häufig nicht erst während der Ausführung. Ihre Ursachen liegen vielfach bereits in frühen Annahmen, unvollständigen Mengengerüsten und fehlender Abstimmung. Intelligentes Kalkulationsmanagement verbindet Kalkulation, Risikoanalyse, ERP-Daten und Projektsteuerung. Der Beitrag zeigt, wie Unternehmen Abweichungen früher sichtbar machen und Verantwortung systematisch verankern können.
ERP ist nicht mehr das Betriebssystem des Unternehmens

ERP ist nicht mehr das Betriebssystem des Unternehmens

Vom System of Record zum kontrollierten System of Action
ERP-Systeme bleiben das transaktionale Rückgrat von Unternehmen – doch in der KI-nativen Welt reicht ihre Rolle allein nicht mehr aus. Unternehmenswissen verteilt sich über zahlreiche Systeme, während KI Kontext, Governance und systemübergreifende Prozesse benötigt. Ein Business-Operating-System kann diese Lücke schließen: als semantische, KI-fähige und systemunabhängige Schicht zwischen Menschen, Daten, Prozessen und Anwendungen.
Steuer-Compliance im ERP-Kontext

Steuer-Compliance im ERP-Kontext

Steuer-Compliance im ERP systematisch gestalten
 1. Steuerliche Anpassungen außerhalb des ERP-Systems? Im Jahresabschluss werden steuerliche Abweichungen von handelsrechtlichen Wertansätzen häufig außerhalb des ERP-Systems ermittelt und in Excel fortgeschrieben. So bildete ein Unternehmen handelsrechtlich eine Drohverlustrückstellung von 50 Mio. Euro, die steuerlich grundsätzlich nicht angesetzt werden darf. Die steuerliche Korrektur lag ausschließlich in mehreren Excel-Dateien. Bei einer späteren Prüfung mussten unterschiedliche Versionen abgestimmt und die Verbindung zum ursprünglichen Geschäftsvorfall aufwendig rekonstruiert werden. Das Praxisproblem liegt damit im Medienbruch: Der handelsrechtliche Wert befindet sich im ERP-System, der steuerliche Wert und seine Herleitung dagegen außerhalb. Unterschiedliche Bearbeitungsstände und manuelle Abstimmungen erschweren die Nachvollziehbarkeit. Hinzu kommen Anforderungen der GoBD an Nachvollziehbarkeit und Unveränderbarkeit. Der Tax Ledger als ...
Integrierte Prozessarchitektur: Basis digitaler Wertschöpfung

Integrierte Prozessarchitektur: Basis digitaler Wertschöpfung

Erkenntnisse aus der Wohnungswirtschaft
Die Wohnungswirtschaft braucht neue Antworten auf steigende Komplexität, Kostendruck und wachsende Digitalisierungsanforderungen. Eine integrierte Prozessarchitektur schafft dafür den Ordnungsrahmen: Sie verbindet end-to-end-Prozesse, wiederverwendbare Prozessmodule, Workflows und interoperable IT-Systeme. Das ERP wird dabei vom zentralen Prozessführer zum stabilen System of Record und schafft Raum für flexible, spezialisierte digitale Lösungen.
Task-Management-Tools im Vergleich: 5 im Praxistest

Task-Management-Tools im Vergleich: 5 im Praxistest

Stärken, Schwächen und Funktionen anhand klarer Bewertungskriterien
Ob Excel-Liste oder Kanban-Board: Die Wahl des richtigen Task-Management-Systems entscheidet mit darüber, ob wachsende Unternehmen den Überblick behalten oder im Chaos versinken. Der Artikel stellt listenbasierte und kanban-orientierte Ansätze gegenüber – Struktur versus Flexibilität, lineare Ordnung versus visueller Workflow. Anhand konkreter Tools und Praxisszenarien zeigt sich, welches Konzept in welchem Szenario wirklich überzeugt.
Agentic AI : Unterstützung statt Dashboard-Dschungel

Agentic AI : Unterstützung statt Dashboard-Dschungel

Wie aktive Agenten den Betriebs Workflow neu definieren
IT-Betriebsteams verwalten heute vielschichtige Ökosysteme mit immer mehr Tools für Monitoring, Observability, ITSM, CMDB, Automatisierung, Security und Asset-Management. Diese liefern aber selten ein einheitliches Lagebild. Koordinierte KI-Agenten, die Datenquellen zusammenführen, Ursachenhypothesen bilden, Maßnahmen vorschlagen und (im klar abgegrenzten Rahmen) Teile der Ausführung übernehmen, werden Teams zukünftig aktiver unterstützen.