ERP-Betrieb

IT-Strategieentwicklung

Ein praxisbewährter Ansatz
Lesedauer:  4 Minuten
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Der Begriff IT-Strategie wird oft verwendet, aber nur wenige Unternehmen haben eine IT-Strategie und noch weniger handeln im Sinne ihrer IT-Strategie. Doch ist die IT-Strategie der Schlüssel zum Erfolg der IT und auch oft des Unternehmens. An die IT-Strategie sind hohe Erwartungen geknüpft, die vielfach nicht erfüllt werden. Die Ursachen sind vielfältig. Ein falsches Verständnis führt zwangsläufig zu einem unsachgemäßen Vorgehen bei der Entwicklung einer IT-Strategie. Die wesentlichen Punkte werden nicht oder nicht tief genug behandelt. Mit der erstellten IT-Strategie stellt sich der Erfolg nicht unmittelbar nach Abschluss der Entwicklung ein. Das Tagesgeschäft wird nicht konsequent an der IT-Strategie ausgerichtet. Und schließlich gerät die IT-Strategie in Vergessenheit.

Begriff und Wesen einer Strategie

Der Begriff Strategie wird leider viel zu oft falsch verwendet. Die IT-Strategie ist in deutschen Unternehmen keinesfalls selbstverständlicher Bestandteil der Geschäftsplanung. Das Spektrum der heutigen IT-Strategien reicht von „nicht vorhanden“ über eine Liste von IT-Standards und im Einzelfall bis hin zu einer echten IT-Strategie, die von den Unternehmenszielen abgeleitet ist. Die folgende Definition ist es wert genauer untersucht zu werden.

„Eine Strategie ist ein grundsätzlicher, umfassender Vorgehensplan zur Erreichung eines Zieles, bei dem die Faktoren, die in die eigenen, (geplanten) Aktionen hinein spielen könnten, von vornherein einkalkuliert werden.“ (Bild 1)

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Bild 1: Wie und mit welchen Mitteln erreiche ich ein (bewegliches) Ziel?

Fangen wir mit den Zielen an. Zunächst einmal gilt es die Unternehmensziele zu identifizieren. Das allgemein bekannte Ziel, die Kosten zu reduzieren, lässt sich durch Schließung des Unternehmens relativ schnell und einfach erreichen. Dieser radikale Ansatz ist aber wohl kaum im Sinne der Unternehmensführung, was den Schluss zulässt, dass es sich nicht um ein wirkliches Unternehmensziel handelt oder zumindest ist das Ziel nicht vollständig definiert. So geht es oft mit einer Reihe von einschlägig bekannten Zielen. Die Identifikation und Formulierung von klaren, messbaren Unternehmenszielen ist harte Arbeit, die sich aber lohnt. Geschäftsberichte und Internetauftritt eines Unternehmens sind gute Quellen für die Unternehmensziele. Weitere Quellen sind Gespräche mit der Unternehmensleitung.

Bei vielen Unternehmen gibt es heute eine Unternehmensstrategie, welche auch darlegt wie die Unternehmensziele erreicht werden sollen. Trotzdem ist auch eine Nachschärfung der Formulierungen geboten und auch die eine oder andere Unternehmensstrategie enthält Widersprüche, die ausdiskutiert werden müssen. Selten spielt die IT eine signifikante Rolle in den Unternehmensstrategien. Dies ist Ausdruck eines geringen Vertrauens in die IT.

Die Unternehmensziele sind Vorgaben für die IT und die Unternehmensstrategie bildet den Rahmen für die IT-Strategie.

Wesentliches Element der IT-Strategie ist es nun das Zielbild der IT darzustellen, so dass die Unternehmensziele optimal unterstützt werden. Dabei muss beachtet werden, dass Unternehmensführung und Fachbereiche die Ziele der IT verstehen, den Zusammenhang mit den Unternehmenszielen erkennen und vor allem das Vertrauen entwickeln, dass die IT die Unternehmensziele erfolgreich unterstützten wird.

Gut versteckt, aber doch vorhanden, ist die Notwendigkeit die Ausgangssituation zu erkennen. Denn wer nicht weiß, wo er steht, kann auch nicht wissen in welche Richtung er gehen muss, um sein Ziel zu erreichen. Wenn das Tagesgeschäft nicht wäre, sollte man sich nicht bewegen, denn jeder Schritt könnte falsch sein. Aber die IT-Leiter sind jeden Tag gefordert auch ohne eine IT-Strategie Entscheidungen zu treffen, die Fachbereiche lassen sich nicht aufhalten und die IT-Mitarbeiter arbeiten, hoffentlich ein wenig zielorientiert, ungebremst weiter. Die realistische Darstellung der Ausgangssituation ist die erste große Herausforderung.

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Bild 2: Einflussfaktoren auf eine IT-Strategie.

Je weiter Ausgangssituation und Ziel voneinander entfernt sind, umso größer ist der Handlungsbedarf, und hier stecken Probleme, welche eine IT-Strategie bereits scheitern lassen bevor diese formuliert ist.

  • Wer die Ausgangssituation „verursacht“ hat, wird diese nicht so schlecht darstellen wie sie tatsächlich ist. Darum hat ein neuer CIO bessere Chancen bei der Aufnahme seiner neuen Aufgabe, die aktuelle Situation unbelastet festzustellen und die Erstellung einer IT-Strategie zu beginnen. Für den CIO, der schon lange im Amt ist, bietet sich dann eine Möglichkeit, wenn sich die Unternehmensziele ändern.
  • Wenn der Handlungsbedarf gering ist, finden sich meist genug Befürworter für die Erstellung einer IT-Strategie.
  • Wenn die Ziele unerreichbar scheinen, ist es schwer ein Unternehmen für eine IT-Strategie zu begeistern.

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