Dr. ERPel

Der ERP-Berater ist immer schuld!

Der ERP-Berater ist immer schuld!

Dr. ERPel und ein Missverständnis in Zahlen
Einer der Vorteile externer Berater liegt ja darin, dass der Auftraggeber sie jederzeit feuern kann. Dr. ERPel hörte neulich von einem Beratungsprojekt, wo nach einer intensiven Auswahl eine Unternehmensberatung angeheuert wurde, die speziell zum suchenden Unternehmen passen sollte. Ein großes ERP-Projekt kam kaum vom Fleck, die Burnrate war groß, der Fortschritt kaum erkennbar. „Budgetverbrauch ist doch auch Fortschritt“ Die Beratung ging munter an den Start und machte das, was Beratungen immer machen: sie analysierte die Situation unvoreingenommen, entwarf mögliche Handlungsvorschläge zur Verbesserung der Situation und schlug ihren Auftraggebern dann die besten Maßnahmen vor. Diese umfassten personelle, technische, kommunikative und organisatorische Veränderungen. So weit, so gut. Nun war ja die Unternehmensleitung am Zuge, denn umsetzen kann ein Beratungsunternehmen die Ratschläge nicht, sondern das muss das Unternehmen selber machen. „Das haben wir gar nicht ...
Dr. ERPel sucht ergonomische Software

Dr. ERPel sucht ergonomische Software

Warum Benutzerfreundlichkeit in der ERP-Welt oft ein Fremdwort ist
Wenn eine neue Software ausgewählt wird, spielt die Software-Ergonomie leider meist keine bedeutende Rolle. Tagtäglich leiden Millionen von ERP-Usern unter schlechter Ergonomie. Eine eigene Softwaregattung, die Robotic Process Automation, wurde extra erfunden, um ergonomische Mängel von Software zu beheben. Software für schlechte Software All das wollte Dr. ERPel in dieser Kolumne gar nicht aufspießen – vielmehr soll es um die heile Welt gehen, mit der Softwareanbieter ihre Ergonomie und Usability präsentieren. Fast immer werden jetzt quadratische Kacheln hergezeigt, mit denen Programmteile aufgerufen oder sogar Informationen angezeigt werden können. Es ist alles voller Kacheln hier Manchmal sind diese Kachellandschaften sogar nett gestaltet, weiß Dr. ERPel. Aber wie lange verweilte ein Benutzer auf so einer Kachel? Sehr kurz, denn er muss ja mit dem ERP-System wirklich arbeiten. Und das bedeutet meist dreierlei: Er muss mit den teilweise schlechten ...
Dr. ERPel und der Vertraulichkeitswahn

Dr. ERPel und der Vertraulichkeitswahn

Wenn Geheimniskrämerei absurde Ausmaße annimmt
Dr. ERPel arbeitet beruflich mit Beratungsunternehmen zusammen. Deshalb versteht er, dass ein großer Teil der Informationen, mit denen Beratungsunternehmen  umgehen, vertraulich behandelt werden muss. So mag niemand die herausgefundenen Schwachstellen des eigenen Unternehmens an die Öffentlichkeit gezerrt wissen oder Details der eingesetzten Methoden, die das intellektuelle Kapital der Beratung darstellen. Auch Businesspläne und die diesen zugrunde liegenden Annahmen müssen vertraulich bleiben. Gute Vertraulichkeit und doofe Vertraulichkeit Leider passiert es immer wieder, dass dieser nachvollziehbare Wunsch nach Vertraulichkeit übertrieben wird – zumeist von Mitarbeitern der Beratung, die leider keine glanzvolle Karriere hinlegen, sondern eher in die Kategorie Hilfsdienste einzuordnen sind. So begab es sich, dass Dr. ERPel eine Vertraulichkeitserklärung unterschreiben musste, in der er versicherte, keine Details zu einem internen Verfahren des Beratungsunternehmens ...
Change ist schwer, Change Management ist schwerer

Change ist schwer, Change Management ist schwerer

Dr. ERPel und der zickige Bereichsleiter
Bei zahlreichen Change-Projekten ist Dr. ERPel aktiv oder als Beobachter eingebunden. Viele davon laufen positiv ab, weil viel geredet wird – über Ängste, Befürchtungen, Probleme. Doch nun hat Dr. ERPel ein Problem am Hals, das schwieriger zu lösen scheint. Auch Männer können Zicken sein Ein Geschäftsbereichsleiter, seit mehr als 15 Jahren in seiner Rolle aktiv, erlebt im Familienunternehmen eine neue Eigentümerstruktur, mit der auch zahlreiche Veränderungen verbunden sind. Gleichzeitig sind seine gewohnten Verfahren nicht mehr zeitgemäß, sein bisher immer beachtliches Geschäftsvolumen bröckelt. Die Eigentümer treiben mehrere Change-Themen voran, bisher um den Bereichsleiter herum. In den Managementmeetings spottet dieser, beklagt sich, schimpft über Veränderungen und zeigt sich ansonsten völlig desinteressiert. Auch positive Veränderungen werden ignoriert Die Familieneigentümer bitten und drängen. Sie wollen mehr Kundenorientierung und den Einsatz ...
Wie ruiniert man eine Hochzeit im Himmel?

Wie ruiniert man eine Hochzeit im Himmel?

Dr. ERPel über die Schattenseite der IT-Hochzeiten
Dr. ERPel beobachtete neulich eine Paarung zwischen einem mittelgroßen Unternehmen (zwischen 300 und 500 Mitarbeiter mit mehreren Standorten, überwiegend in Deutschland aktiv) und einem sehr smarten kleinen Softwarehaus, ebenfalls aus Deutschland. Die Paarung war deshalb eine Hochzeit im Himmel, weil das Softwarehaus genau die passende Lösung für die speziellen Anforderungen des mittelgroßen Unternehmens bereithielt. Die Funktionen passten, der Preis passte und, nicht zu unterschätzen: angesichts der Größe des Softwarehauses wäre der Kunde König. “Niemand hält es im Schlaraffenland lange aus” Die Paarung wurde sogar durch ein angesehenes Beratungshaus offiziell besiegelt und nun stand ja „nur noch“ das Einführungsprojekt vor den beiden. Die Geschäftsführer, die noch nie ein internes Projekt in der Größe gesteuert hatten, waren sich immer noch ein wenig unsicher. Und so griffen sie zu Maßnahmen, um ihre Unsicherheit zu reduzieren. Leider spielte der ...
Eine S-Klasse – oder doch ein VW Käfer?

Eine S-Klasse - oder doch ein VW Käfer?

Dr. ERPel weiß, warum teure Beratungen oft scheitern
Dr. ERPel beobachtet manchmal Projekte namhafter Unternehmensberatungen. Gelegentlich, meist zu Projektbeginn, hört er dann, wie toll der Projektpartner ist und wie visionär seine Bereitschaft ist, die weitreichenden Verbesserungsvorschläge der gut ausgebildeten und vorbereiteten Berater zu finanzieren. „Geld spielt keine Rolle“ So wird dann auch zu Projektbeginn ein beinahe unbegrenztes Budget zur Verfügung gestellt und bei Management und Mitarbeitern hohe Erwartungen geweckt. Das erste halbe Jahr vergeht wie im Fluge, noch ein paar Monate weiter und manch ein Projekt beginnt ganz langsam zu kippen. „Spätestens nach neun Monaten beginnt der ganz normale Wahnsinn“ In dem Projekt, über das Dr. ERPel hier spricht, brach zuallererst der bevorzugte ERP-Anbieter zusammen - leistungsmäßig, nicht gesundheitlich. Aus einem von allen erwarteten Quick-Win wurde ein größeres Auswahlprojekt. Dr. ERPel hat oft genug darauf hingewiesen, dass Auswahl ungleich Einführung ...
Make American ERP great again

Make American ERP great again

Dr. ERPel Blick auf die Probleme amerikanischer Softwareanbieter im deutschen Markt
Warum tun sich amerikanische Softwareanbieter so schwer, auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen? Das ist eine Frage, die sich Dr. ERPel bereits des Öfteren gestellt hat. Die Erfinder des Marketings und des Silicon Valley überlassen der SAP und zwanzig deutschen Mittelständlern das Feld? Neulich, bei der Anbieterpräsentation, wurde diese Frage sehr gründlich beantwortet. „God’s own software country“ Ein sehr großer US-amerikanischer Anbieter wird eingeladen zu einer szenariobasierten Anbieterpräsentation. Ein großer deutscher Omnichannel-Händler sucht nach einem Ersatz für seine Individuallösung. Wie bei der Eroberung eines arabischen Despotenstaates üblich, erscheinen die Amerikaner in großer Mannschaftsstärke, nämlich mit acht Personen. Nur drei davon sagen etwas, vermutlich sind die anderen vom ERP-Geheimdienst oder eingebettete Beobachter - nur warum? „German’s just another word for nothing more to loose …“ Der Kunde macht die ...
Was Ihr wollt – ein Drama in drei Akten

Was Ihr wollt - ein Drama in drei Akten

Dr. ERPels Blick hinter die Kulissen der ERP-Vorführungen
Anbieterpräsentationen sollen helfen, die Leistungen verschiedener Softwareanbieter vergleichbar zu machen. Viele Softwareanbieter machen es sich sehr leicht und präsentieren einfach nur ihr Standardszenario. Das läuft super durch, nimmt dem Kunden jedoch jede Vergleichsmöglichkeit. Das kann durch ein Szenario umgangen werden, in dem diejenigen Abläufe und Daten, die dem potenziellen neuen Kunden besonders wichtig sind, enthalten sind.  „Das Drama beginnt“ Der Anbieter möge sich bitte auf dieses Szenario vorbereiten und einige Kundendaten einspielen, so lautete die letzte Regieanweisung 14 Tage vor dem Auftritt. Nun beginnt das Spiel, ein Drama in drei Akten. Im ersten Akt tritt ein Anbieter auf, der von einem anderen Anbieter aufgekauft wurde und eine sehr stimmgewaltige Hauptdarstellerin aufbietet. „Sie trällert, flötet und verführt“ Die Dame ist sehr branchenerfahren und kann zu jeder Funktion, die sie eigentlich zeigen sollte, eine faszinierende Story ...
Usability ist schmerzhaft

Usability ist schmerzhaft

Dr. ERPel über die drei großen Bedienkonzepte im ERP-Dschungel
Neulich hatte Dr. ERPel Gelegenheit, einer Demonstration völlig unterschiedlicher ERP-Bedienkonzepte beizuwohnen. Er war völlig geplättet von dem Martyrium, das den ERP-Anwendern 2020 noch zugemutet wird. Prinzipiell kennt Dr. ERPel inzwischen drei verschiedene, völlig unterschiedliche Bedienkonzepte.  Beginnen wir mit dem Ein-Klick-Fanatismus. Diese Bedienphilosophie folgt der Ansicht, dass jede Information in einem ERP-System maximal einen Klick entfernt sein darf. Dieser Klick kann ein Link sein, ein Menübefehl oben links, rechts oder unten, ein Button, ein Symbol oder ein Rechtsklick mit gedrückter <Alt> <Ctrl> <Shift>-Taste.  „Hauptsache, es passt alles auf einen Bildschirm“  Der wird immer größer und die Schrift darauf immer kleiner. Aber es ist alles mit einem Klick erreichbar und die Augenärzte freuen sich! „Der Fensterbauer: Frischluft bis zum Anschlag“  Ein komplett anderes Konzert verfolgen Anbieter, ...
Dr. ERPel und der stumme ERP-Anbieter

Dr. ERPel und der stumme ERP-Anbieter

Von Inkompetenz und ungelösten Problemen
Dr. ERPel weiß, dass in Projekten Dinge schieflaufen. Die AV hat keine Zeit, um die Stammdaten durchzuarbeiten für das neue ERP-Projekt. Übrigens, weil sie noch kein neues ERP-System haben und daher sehr viele Daten erneut mühsam eingeben müssen. Der Anbieter hat leider wieder nur Herrn Meier für das Customizing der Finanzabteilung geschickt, obwohl bekannt ist, dass er nur aufgrund seiner langen Firmenzugehörigkeit noch dabei ist, nicht weil er so kompetent ist. „Manchmal kracht es dann auch gehörig“ Irgendwann wird es dem Auftraggeber dann zu bunt. Das Projekt geht nicht vorwärts, während bereits große Summen des Geldes an den Anbieter geflossen sind. Der Eigentümer macht Druck. Dass die eigenen Leute nicht genug Zeit haben, will er dann meistens nicht hören. Es kommt zu Sitzungen des Lenkungsausschusses, in denen gestritten wird. Ein hoher Vertreter des Anbieters kommt hinzu und verspricht, er werde sich das alles sorgfältig ansehen. „Monate ...
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