Digitalisierung, ERP-Technologie, ERP-Betrieb

Usability ist schmerzhaft

Dr. ERPel über die drei großen Bedienkonzepte im ERP-Dschungel
Lesedauer:  2 Minuten
ERP

Neulich hatte Dr. ERPel Gelegenheit, einer Demonstration völlig unterschiedlicher ERP-Bedienkonzepte beizuwohnen. Er war völlig geplättet von dem Martyrium, das den ERP-Anwendern 2020 noch zugemutet wird.

Prinzipiell kennt Dr. ERPel inzwischen drei verschiedene, völlig unterschiedliche Bedienkonzepte. 

Beginnen wir mit dem Ein-Klick-Fanatismus. Diese Bedienphilosophie folgt der Ansicht, dass jede Information in einem ERP-System maximal einen Klick entfernt sein darf. Dieser Klick kann ein Link sein, ein Menübefehl oben links, rechts oder unten, ein Button, ein Symbol oder ein Rechtsklick mit gedrückter <Alt> <Ctrl> <Shift>-Taste. 

„Hauptsache, es passt alles auf einen Bildschirm“ 

Der wird immer größer und die Schrift darauf immer kleiner. Aber es ist alles mit einem Klick erreichbar und die Augenärzte freuen sich!

„Der Fensterbauer: Frischluft bis zum Anschlag“ 

Ein komplett anderes Konzert verfolgen Anbieter, die nach jeder Aktion des Anwenders ein neues Fenster öffnen. Bis dann ein Auftrag erfolgreich eingegeben ist, sind 14 Fenster geöffnet und jeder Überblick verlorengegangene. Frische Luft bringt das allerdings nicht. Und schließen muss man die Fenster auch alle wieder, spätestens am Ende des Arbeitstages.

„Gute Usability ist nicht einfach“

In letzter Zeit ist noch der Weißraumgestalter dazugekommen, der viele leere weiße Flächen auf den Bildschirm bringt. Vermutlich hat ihm Marie Kondo das geraten. Um auf solchen Oberflächen die Details eines Auftrags sehen zu können, muss die Anwenderin richtig schuften: erst klickt sie auf ein Symbol, dann klickt sie auf „Navigieren“, dann klickt sie auf „Zeilen“ und schließlich auf „Karte“, wenige hundert Scrollmeter weiter. Und schon sieht sie die Details des Auftrags.

„Unglaublich, was den Anwendern zugemutet wird“

Dr. ERPel meint: Es ist sehr schwer, die Usability des ERP-Systems so zu gestalten, dass es gut benutzbar ist. Leider verlassen sich einige Anbieter darauf, das System nur gut aussehen zu lassen, um die Entscheider zu beeindrucken. Der User geht in der Zeit zum Arzt und lässt sich wegen Sehnenscheidenentzündung und Repetitive Strain Injury (RSI) krankschreiben.


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