Digitalisierung

Additiv-Chemie Luers GmbH setzt auf ALPHAPLAN

Aus der Physik in die Umgangssprache
Lesedauer:  5 Minuten
ss cvs top 0 1

Nur selten machen Begriffe aus der Welt der Physik eine „Karriere“ im allgemeinen Sprachgebrauch. Zu diesen seltenen Fällen gehört  „Reibung“ – als einzelnes Wort oder Wortbestandteil. Gern verwendet, um Funktionierendes als „reibungslos“ oder eben eine (teure) Folge des Gegenteils als „Reibungsverlust“ zu beschreiben. Doch zurück zum physikalischen Ursprung. Als Reibungsverhinderer (oder besser -verminderer) wirkt eine gute Schmierung. Jeder kennt aus seinem Alltag den berühmten „Tropfen Öl“, mit dem Quietschendes leise und vormals Unbewegliches wieder gängig wird. Und doch ist es nicht nur das Öl, das so hilfreich wirkt. Vielmehr sind es Zusatzstoffe, mit denen Schmierstoffe an definierte Betriebsbedingungen angepaßt werden – weniger im Haushalt, sondern eher beim Auto in der Garage (Motor- und Getriebeöl) oder noch weiter weg in Fabriken mit ihren komplexen Fertigungsanlagen. Und all das geschieht hinter den Kulissen, kaum jemand ahnt etwas von der Vielfalt dieser Zusätze, die letztlich über Wohl und Wehe in einer hochtechnisierten Anwendungslandschaft entscheiden. Der Fachbegriff für solche Zusätze ist übrigens „Additive“.

ss cvs Logo

Der Name als Programm
Ein Unternehmen, das diesen Begriff schon in seinem Namen führt, ist die Additiv-Chemie Luers GmbH (ACL) im niedersächsischen Delmenhorst.

Im Nachkriegsdeutschland des Jahres 1948 benötigte die Metallverarbeitung dringend bestimmte Zusatzstoffe, die das 1948 in Bremen gegründete Unternehmen Luers KG liefern konnte. So begann das erste Kapitel einer Erfolgsgeschichte, die in den Folgejahren rasch fortgeschrieben wurde. Bald erfolgte die Standortverlagerung ins benachbarte Delmenhorst mit reichlichen Ausbaureserven. 1998 übernahm einer der größten deutschen unabhängigen Mineralölhändler, die Bremer Diersch & Schröder GmbH & Co. KG, das erfolgreiche Unternehmen. Unter der Geschäftsführung von Johann v. Cossel wurden auf internationaler Ebene verschiedene Unternehmen aus der Additiv-Branche übernommen. Bei allen hergestellten Produkten zur Metallbearbeitung, zum Korrosionsschutz und zu vielen anderen Zwecken spielen Kundenerfordernisse übrigens eine ganz wesentliche Rolle – ein klassischer Erfolgsfaktor, der auch von ACL genutzt wird. „Als unabhängiger Hersteller von Additiven stehen wir für Liefertreue und Zuverlässigkeit. Der enge Kontakt zum Kunden ist uns dabei besonders wichtig, um individuelle Wünsche und Anforderungen zu verstehen und Produkte erfolgreich zu produzieren“ so von Cossel auf der Homepage des Unternehmens
(additiv-chemie.de).

ss cvs firma

Eine lange Verbindung …
ACL und ALPHAPLAN verbindet eine besondere Geschichte, die bis ins Jahr 1989 zurückreicht. ALPHAPLAN-
Vertriebsleiter Robert Lüers verkaufte dem Unternehmen seinerzeit die Software, die so manches konnte, was in dieser Branche gebraucht wurde, wie etwa Behälterverwaltung, Rezepturen, Produktionsaufträge. In den folgenden acht Jahren des ALPHAPLAN-Einsatzes entwickelte sich der Bedarf an speziellen Funktionen in einer Weise weiter, die ALPHAPLAN als branchenübergreifend einsetzbares System nicht ohne weiteres bieten konnte. Zwar waren die Verantwortlichen in der Lage, eigene Anpassungen des Systems vorzunehmen, aber bei der seinerzeit noch DOS-basierten Version gestaltete sich die Übernahme eigener Änderungen bei notwendigen Updates schwierig.

… mit Unterbrechung …

Unter der Leitung des Prokuristen Dr. Joachim Behrens entstand eine maßgeschneiderte Eigenentwicklung auf Basis der Paradox-Datenbank. Nach langen Jahren des Einsatzes stieß dieses Programm allerdings auch an seine Grenzen, die nicht zuletzt im beendeten Support des Paradox-Systems durch einen neuen Eigentümer begründet waren.

… und Neustart

Auf der CeBIT 2012 informierten sich die ACL-Verantwortlichen über das weiterentwickelte ALPHAPLAN. Es enthielt nun vieles für ACL Nützliches, das aber eigenständig nicht sinnvoll umzusetzen gewesen wäre. Auch war die Updatefähigkeit eigener Anpassungen selbstverständlich gegeben. Vor allem die Verwaltung der Chargen- und Batch-Nummern war für ACL wichtig, die Anbindung von Scannern sowie Intrastat und Zoll ebenfalls. Ein enger Kontakt zu einem ALPHAPLAN-
Kunden aus der Chemie-Branche spielte bei der Entscheidung für die Rückkehr zu ALPHAPLAN ebenfalls eine Rolle.

ss cvs 3 4

Gründliche Vorbereitung

Ein Jahr nahmen sich die Verantwortlichen Zeit, den Wechsel auf das neue System vorzubereiten. Die eigene Lösung war an bestimmte ALPHAPLAN-Datenstrukturen angelehnt, das erleichterte einst den Umstieg und tat dies nun ebenfalls. In eine Testversion wurden die Altdaten übernommen, dabei auch bereinigt und auf die neue Systemumgebung hin optimiert. Ständige Überprüfungen bereiteten die spätere Umstellung vor. Zum Jahreswechsel 2013/2014 erfolgte der Umstieg, nachdem über Weihnachten und in den ruhigen Tagen danach das Echtsystem mit den angepaßten Altdaten versorgt und sämtliche notwendigen Einstellungen vorgenommen wurden. Der Wechsel klappte sehr gut, nur wenig war in den ersten Wochen nachzujustieren. Etwa ein Drittel der Mitarbeiter wurde von CVS auf das neue System geschult, der weitere Schulungsbedarf konnte intern gedeckt werden.

ALPHAPLAN im Einsatz

20 Lizenzen und die Module Design-Kit, RMA (Reklamationsabwicklung), Qualitätssicherung, Provisionen, Stücklisten, Rezepturen/Produktion, Lagerplätze, Gefahrgut und Zoll-Anbindung waren am Start. Beim direkten Kundenkontakt erwiesen sich E-Mail-Inte-
gration und Telefonanbindung als sehr hilfreich. 2014 folgte noch die Anbindung der Mobilen Datenerfassung (MDE) des ALPHAPLAN-Systempartners  L-mobile für das Hochregallager mit 1.800 Stellplätzen. Die damit mögliche Automatisierung der Ein- und Auslagerung erleichterte den Überblick enorm, verhinderte Falschbelegungen und brachte insgesamt erhebliche Vorteile für die interne Logistik.

2017 wurde eine Mandantenlizenz für die Schweizer Tochter Adichem AG erworben. Aktuell sind 25 Lizenzen im Einsatz.

Bilder: ©Additiv Luers Chemie GmbH

Kontakt
Robert Lüers (Vertriebsleiter)
CVS Ingenieurgesellschaft mbH
Otto-Lilienthal-Straße 10
28199 Bremen
Tel.: +49 421 35017-0
E-Mail: vertrieb@cvs.de

Büro Süddeutschland:
An der Karlsburg 2
82319 Starnberg
Tel.: +49 421 35017-640
E-Mail: vertrieb@cvs.de
Web: www.alphaplan.de

Mehr erfahren über


Das könnte Sie auch interessieren

Treffsichere Prozessanalysen in Zeiten des Wandels

Treffsichere Prozessanalysen in Zeiten des Wandels

Wie kausales Process-Mining eine schnelle Anbindung ermöglicht
Die grundlegenden Techniken des Process-Mining wurden vor etwa 20 Jahren entwickelt. Ziel war es, mithilfe von Daten aus transaktionalen Systemen detaillierte Analyseergebnisse zu Prozessen zu erlangen [1]. Process-Mining stellte damit einen Gegenentwurf zu zeitaufwändigen, ungenauen Prozesserhebungen mit Interviews und Workshops dar. Um den Austausch von Prozessdaten für die Forschung zu erleichtern, entwickelten Forscher aus der Gruppe von Prof. Dr. Wil van der Aalst an der TU Eindhoven ein XML-Format für Event-Logs. Die Idee war, dass Process-Mining-Werkzeuge dieses Format als Importschnittstelle unterstützen. Nun konnten Unternehmen aus ihren Systemen Prozessdaten in eine Datei in diesem Format transformieren und diese Datei an Projektpartner weiterreichen, um Process-Mining-Techniken darauf anzuwenden. Einige anonymisierte Dateien wurden auch für Forschungszwecke veröffentlicht, was die Forschung in diesem Bereich beflügelte. So dienlich wie Dateiformate für Event-Logs ...
Etablierung von Low-Code/No-Code in Organisationen

Etablierung von Low-Code/No-Code in Organisationen

Technologie allein reicht nicht: Erfolg braucht mehr als die richtige Plattform
Low-Code/No-Code verspricht Entwicklung, Innovation und eine engere Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen und IT. Doch warum scheitern viele Initiativen daran, sich dauerhaft im Unternehmen zu etablieren? Der Beitrag zeigt, welche organisatorischen, strategischen und operativen Voraussetzungen entscheidend sind, und stellt acht zentrale Handlungsbereiche mit Erfolgsfaktoren vor – als praxisnahen Leitfaden für eine nachhaltige LCNC-Einführung.
Datenmüll kostet Geld

Datenmüll kostet Geld

Warum Stammdatenqualität zur Führungsaufgabe wird
Datenqualität ist kein IT-Aufräumprojekt. Sie ist eine Führungsaufgabe. Wer ein ERP-System einführen oder KI produktiv nutzen will, muss zuerst klären, welche gemeinsame Wahrheit das Unternehmen verwendet. Schlechte Grunddaten bremsen ERP-Projekte, schwächen Entscheidungen und verhindern produktive KI-Nutzung. Dieser Beitrag erläutert, was Geschäftsführungen im Mittelstand jetzt tun müssen un warum Stammdatenqualität zur Führungsaufgabe wird.
Großhandel, Götter und Grundsätze der Buchführung

Großhandel, Götter und Grundsätze der Buchführung

Warum Pacioli, Zeus und ein ERP-Award besser zusammenpassen, als man denkt
Was verbindet Pacioli, Zeus und einen ERP-Wettbewerb und macht sie zu einer relevanten Quelle für strategische Führungsimpulse? Zwischen Renaissance, Antike und der modernen ERP-Welt gibt es überraschend klare Parallelen. Wer erkennt, warum Venedig, Triest, Kotor und Olympia mehr als nur historische Fußnoten sind, gewinnt neue Perspektiven auf Steuerung, Risiko und Timing unter Wettbewerbsdruck. Setzen Sie Akzente mit fundierten Perspektiven.
Die Zukunft der ERP-Systeme

Die Zukunft der ERP-Systeme

Strategisch statt operativ: ERP etabliert sich als Top-Management-Thema
ERP ist längst Chefsache. Wer es weiterhin als reines IT-Thema einordnet, unterschätzt seinen strategischen Hebel. Vorausschauende Unternehmen verankern ERP-Kompetenz in ihrer Governance und nutzen sie als Wettbewerbsvorteil. Moderne ERP-Systeme entwickeln sich zu intelligenten, offenen Architekturen –getrieben von Cloud, KI und Automatisierung. Das verlangt von der Unternehmensführung ein tiefes Verständnis von ERP.
Digitale Geschäftsprozesse im Mehrwegbehältermanagement

Digitale Geschäftsprozesse im Mehrwegbehältermanagement

Technologien und Applikationen für effiziente digitale Mehrwegkreisläufe
Mehrwegkreisläufe effizient zu steuern ist komplex –doch neue digitale Technologien eröffnen ganz neue Möglichkeiten. Der Artikel zeigt, wie No-Code-Development, Computer Vision und IoT-Architekturen das operative Mehrwegbehältermanagement automatisieren und manuelle Prozesse deutlich reduzieren. Praxisnahe Beispiele aus dem Projekt DIBCO geben spannende Einblicke, wie Unternehmen ihre Behälteraufbereitung effizienter und zukunftsfähig gestalten können.
Dieser Eintrag wurde in Allgemein gepostet und markiert .