Digitalisierung, ERP-Betrieb, ERP-Digitalisierung

CEO verzweifelt – IT freut sich

Dr. ERPel über teure IT-Investitionen und unnötige Abhängigkeiten
Lesedauer:  2 Minuten
ERP

Ein verzweifelter Geschäftsführer eines mittelständischen Fertigungsunternehmens mit circa 60 Mitarbeitern, der einer ebenfalls mittelständisch geprägten Holding angehört, kam deutlich auf Doktor ERPel zu und beklagte sich bitter über seine IT Kosten. Veraltete Arbeitsplatzrechner sollten durch „Workplace-as-a-Service“ ersetzt werden, zu schlanken 100.000 Euro im Jahr.

Hohe Kosten, geringer Nutzen“

Und weil der IT-Dienstleister der Holding gerade dabei war, schlug er noch weitere Investitionen vor: neue Serverbetriebssysteme, neue Archivsysteme, die Einführung von MS Office 365 inklusive E-Mail, einen Content Server, einen ECTR-Server (Dr. ERPel weiß nicht, was das ist), eine Videoüberwachung, ein zentrales Passwortmanagementsystem und eine Verwaltung mobiler Geräte. Macht noch mal circa 70.000 Euro. Gemeinsam mit dem CEO fragt sich Dr. ERPel, wo der Nutzen in diesen extrem hohen Kosten liegt. Das ist sehr schnell klar: Der IT-Dienstleister will leben (und vereinfacht sich durch die Umstellung den Administrationsaufwand erheblich) und Microsoft will alle Nutzer von Windows, Office und Outlook in langfristige Abhängigkeitsverhältnisse bringen. Die freuen sich auch! Nicht freuen kann sich hingegen der CEO, denn diese Kosten kann er kaum auf seine Kunden umlegen, da sie auch keinen Business-Nutzen erbringen.

„Wo sind die Alternativen?“

Dr. ERPel meint: Es gibt inzwischen ausreichend Alternativen zu diesen nahezu nutzlosen Investitionen beziehungsweise Betriebskosten. Niemand muss mehr vor einem hässlichen Windows-Rechner sitzen. Jeder kann auf zuverlässigere und langlebigere Apple-Hardware umsteigen. Betriebssystem und Office Paket gibt’s umsonst dazu. Die Cloud-Anbindung würde Dr. ERPel getrennt aussuchen. Für serverseitige Aufgaben sollte überwiegend Linux und Open Source verwendet werden – wie es die Profis auch machen.

„Machen Sie es wie die Profis – setzen Sie auf Linux im Backend“

Dr. ERPel wünscht den CEOs mehr Mut dazu, die Frage nach dem Business-Nutzen lauter und deutlicher zustellen. Darauf haben viele IT-Dienstleister und vor allem Microsoft keine zufriedenstellende Antwort parat!

Jetzt wird sicher wieder lamentiert, dass alle Angebote mit Word erstellt werden und die Controlling-Funktionen von Excel unübertrefflich seien. Diesen Kleingeistern kann Doktor ERPel nur zurufen: Excel ist im Big-Data-Zeitalter völlig überfordert und Angebotserstellung in Word deutet auf mangelnde ERP-Reife im Unternehmen. Lassen Sie sich nicht länger von Ihrem IT-Leiter bevormunden!


Das könnte Sie auch interessieren

Vom Vibe Coding zum Agentic Coding

Vom Vibe Coding zum Agentic Coding

Wie professionelle Softwareentwicklung mit Coding Agents gelingt
Coding Agents beschleunigen den Softwareentwicklungsprozess heute deutlich – in einem Tempo, das etablierte IT-Prozesse herausfordert. Aus Beobachtungen in mehreren Trainings zeigt der Beitrag drei Spannungsfelder, die sich aktiv gestalten lassen: Governance, Integrationsprozesse und die Transformation der Arbeitskultur. Unser Autor gibt konkrete Empfehlungen, wie die berechtigten Einwände gegen Vibe Coding ausgeräumt werden können.
Executive Briefing: ERP Anwender Lounge Special 

Executive Briefing: ERP Anwender Lounge Special 

Von Experten für Entscheider: Strategische Insights von der Hannover Messe
Wer die ERP Anwender Lounge mit Impuls-Vorträgen und Networking auf der Hannover Messe verpasst hat, sollte sich den Termin für 2027 vormerken. Die ERP Lounge Insights bieten eine fundierte Verdichtung zentraler Trends, strategischer Perspektiven und bewährter Best Practices. In 3 min. Impact Keynotes gaben führende Experten hochverdichtete Einblicke, u.a. ohne eine belastbare ERP-Grundlage bleibt das Potenzial von KI weitgehend ungenutzt.
Großhandel, Götter und Grundsätze der Buchführung

Großhandel, Götter und Grundsätze der Buchführung

Warum Pacioli, Zeus und ein ERP-Award besser zusammenpassen, als man denkt
Was verbindet Pacioli, Zeus und einen ERP-Wettbewerb und macht sie zu einer relevanten Quelle für strategische Führungsimpulse? Zwischen Renaissance, Antike und der modernen ERP-Welt gibt es überraschend klare Parallelen. Wer erkennt, warum Venedig, Triest, Kotor und Olympia mehr als nur historische Fußnoten sind, gewinnt neue Perspektiven auf Steuerung, Risiko und Timing unter Wettbewerbsdruck. Setzen Sie Akzente mit fundierten Perspektiven.
Vibe Coding: Wenn die Fachabteilung selbst entwickelt

Vibe Coding: Wenn die Fachabteilung selbst entwickelt

Wie KI-Tools auch ohne Programmierkenntnisse ERP-Erweiterungen in Reichweite bringen
Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Der Change Request ist vor acht Wochen eingereicht worden. Die IT-Abteilung hat Rückfragen, das Projekt steht in der Prioritätenliste irgendwo hinter der Server-Migration und der Vertriebsleiter tippt weiterhin täglich dieselben Zahlen in eine Excel-Tabelle, die er eigentlich direkt aus dem ERP-System haben könnte. Diese Situation ist in mittelständischen Unternehmen kein Einzelfall, sie ist die Regel. Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Der Change Request ist vor acht Wochen eingereicht worden. Die IT-Abteilung hat Rückfragen, das Projekt steht in der Prioritätenliste irgendwo hinter der Server-Migration und der Vertriebsleiter tippt weiterhin täglich dieselben Zahlen in eine Excel-Tabelle, die er eigentlich direkt aus dem ERP-System haben könnte. Diese Situation ist in mittelständischen Unternehmen kein Einzelfall, sie ist die Regel. ERP-Systeme bilden das Rückgrat operativer Geschäftsprozesse. Ihre Anpassung gilt ...
Adaptive Service Level Agreements

Adaptive Service Level Agreements

Wie flexible Verträge Innovation ermöglichen und welche Risiken sie bergen
Klassische SLAs sichern Stabilität –doch genau das macht sie oft zur Innovationsbremse. Anpassungen werden aufgeschoben, Chancen bleiben ungenutzt. Wie lassen sich Verträge so gestalten, dass Veränderung nicht stört, sondern systematisch ermöglicht wird? Der Beitrag zeigt, wie adaptive SLAs als „Living Contract“funktionieren und Innovation schon während der Laufzeit fördern –praxisnah und direkt umsetzbar für IT- und ERP-Verantwortliche.
Zehn ERP-Praktiker über Projekterfolg

Zehn ERP-Praktiker über Projekterfolg

Was in Auswahl, Implementierung und Betrieb wirklich zählt
ERP-Projekte scheitern selten an der Software selbst, sondern an unklaren Prozessen, fehlender Vorbereitung und mangelnder organisatorischer Einbindung. Zehn erfahrene ERP-Praktiker aus Deutschland und der Schweiz berichten aus ihrer Projektpraxis und zeigen, welche Faktoren bei Auswahl, Einführung und Betrieb von ERP-Systemen wirklich entscheidend sind – von der oft unterschätzten Phase Null bis zur realistischen Einordnung von KI.
Dieser Eintrag wurde in Allgemein gepostet und markiert .