Üblicherweise gestaltet Dr. ERPel Informationssysteme und verbessert die dazugehörenden Abläufe. Doch manchmal ist auch Dr. ERPel ein einfacher Bürger, der eine Sendung aus dem Ausland zu verzollen hat.
„Jedes lange Formular beginnt mit einer ersten Wartezeit“
Die teilweise humoresk anmutenden Abläufe auf einem Postzollamt sind eine weitere Kolumne wert. Hier geht Dr. ERPel zunächst nur auf die elektronische Zollanmeldung ein, die die Bundeszollverwaltung bereitstellt. Um das trockene Thema spannend zu machen, hat der Zoll einige lustige Hürden eingebaut. So muss Dr. ERPel die Zolltarifnummer des zu verzollenden Gutes eingeben.
„Wer Hilfe braucht, bekommt keine Hilfe“
Der Hilfelink verweist allerdings nicht auf eine Seite, wo man Zolltarifnummern suchen kann. Stattdessen wird eine Hilfeseite aufgerufen, in der zwar gesucht werden kann, aber darin steht keine einzige Zolltarifnummer. Ist ja eine Hilfeseite – Sie verstehen den Witz auch nicht? Gut dran ist Dr. ERPel, weil er den Zollwachtmeister auf dem Amt noch nicht angebrüllt hat, sondern betont gut gelaunt um Rat fragt. Der Zollexperte hat irgendeine Schattensoftware auf seinem Rechner laufen und weiß die richtige Nummer.
„Puh, geschafft? Weit gefehlt!
Eine der kleineren Mängel des Zollformulars ist die Eingabe der Rechnungssumme als Grundlage für die Zollermittlung. Aus Gründen, die vermutlich nicht einmal der Finanzminister kennt, ist dieser Betrag in dasselbe Formular auf derselben Seite genau dreimal einzugeben, davon einmal ohne Nachkommastellen. Ja, der Zoll hatte kein Geld, um eine Funktion zu nutzen, die alle Nachkommastellen einer Zahl abschneidet. Bei SQL wäre das TRUNC.
Garantiert niemals hat irgendein Experte für User Experience dieses Formular gesehen. Dr. ERPel schlägt daher einen ganz anderen Ansatz vor. Warum kann die Rechnung nicht durch eine KI geschickt werden, die die relevanten Angaben für die Versteuerung herausfindet? Das sollte der Anspruch sein, aber das ist vermutlich für Deutschland viel zu revolutionär.
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