Digitalisierung

Viele Ideen, wenig Personal

Dr. ERPel über die frustrierende Realität von Überambition und Unterbesetzung
28.06.2024 - von Norbert Gronau ORCID Icon
Lesedauer:  2 Minuten
Dr. Erpel

Dr. ERPel kannte einen Unternehmer, der seine mittelständische Unternehmensgruppe reformieren wollte. Dieser beauftragte eine namhafte Unternehmensberatung mit der Analyse seiner Softwaresysteme und seiner Geschäftsprozesse.

„Die Beratung legte los“

Die Berater machten sich frisch ans Werk und wiesen auf einige größere Schwachpunkte und viele kleinere Herausforderungen hin. Der Unternehmer fragte, was er tun solle, und die Beratung generierte ein Umsetzungsprogramm mit circa 25 Einzelprojekten in der gesamten Unternehmensgruppe mit 15 weltweiten Standorten.

Der Unternehmer war begeistert und sagte, lasst uns beginnen.

„Mit viel Schwung ging es weiter“

Die Beratung war auch begeistert, denn auskömmliche Arbeit war für die nächsten Jahre gesichert. Alle machten sich frisch ans Werk. Aber nach nur wenigen Monaten trat eine erhebliche Frustration auf allen Seiten ein. Warum? Weil für die schnelle Umsetzung aller 25 Projekte in der gesamten Unternehmensgruppe mit fast 2.000 Mitarbeitern insgesamt nur 1,5 Mitarbeiter zur Verfügung standen.

„Dann kam der große Frust“

Das wiederum frustrierte den Unternehmer, der seine versprochenen Quick Wins dahinrinnen sah. Also tat er das aus seiner Sicht einzig Richtige: Er feuerte die Unternehmensberatung.

Nachtrag: Wenige Monate später verließen auch die 1,5 Personen die Unternehmensgruppe. Dr. ERPel meint dazu: Neben viel Enthusiasmus braucht man auch Kapazitäten, um notwendige Veränderungen tatsächlich durchzusetzen. Letztere sind leider schwieriger aufzutreiben.


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