ERP-Technologie

Technologietrends in ERP

Herausforderungen und Chancen durch In-Memory-Technologie in der Datenbankverwaltung und Cloud Computing
Lesedauer:  2 Minuten
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Die Einführung und Erneuerung von Unternehmenssoftware im Allgemeinen und von ERP-Systemen im Speziellen waren noch nie triviale Unterfangen, bilden solche Systeme doch oft das digitale Rückgrat von Ablauforganisationen. Bis in die 1990er Jahre galt eine reine Abbildung der Wertschöpfungstätigkeit in Informationssystemen innerhalb des geplanten Budget- und Zeitrahmens bereits als erfolgreiche Projektumsetzung. Mit dem Aufkommen von Business Process Reengineering [1] und organisationaler Transformation getrieben durch Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) nahmen diese Vorhaben jedoch neue Dimensionen an [2]. Die rasante Entwicklung von IKT eröffnete Organisationen eine zunehmende Anzahl an Möglichkeiten – von der Automation von Prozessaktivitäten bis hin zur kompletten Veränderung der Wertschöpfungstätigkeit. Auf diese Weise rückten IKT zunehmend ins Spannungsfeld von organisationalen Veränderungen, in dem einerseits der tägliche Betrieb sichergestellt und gleichzeitig die Innovationsfähigkeit gewährleistet werden muss [3]. So sind Enterprise Systeme Mittel und Treiber von organisationalen Transformationen zugleich. Entsprechend bieten alle größeren IKT-Dienstleister wie Accenture, Capgemini, Deloitte, Ernst & Young, IBM, KPMG, PwC und SAP Beratungsleistungen auf diesem rasant wachsenden Markt an [4].

Im nachfolgenden Artikel werden zwei der wichtigsten Trends im Bereich der IKT-getriebenen Veränderungen beschrieben und mit Beispielen illustriert sowie eine Perspektive auf ein aktives Transformationsmanagement eröffnet.

Technologietrends

Die Durchdringung und Veränderung von Organisationen durch IKT nahm in den letzten Jahren unaufhaltsam zu. Zwei Konzepte hatten dabei besonders großen Einfluss auf das zunehmend strategische Verständnis von Unternehmenssoftware und weisen auch mittelfristig enormes Potenzial als Veränderungstreiber auf: Cloud Computing und In-Memory-Datenbankverwaltung.

Unter Cloud Computing werden nach dem amerikanischen National Institute of Standards and Technology (NIST) Technologiemodelle verstanden, die es erlauben, jederzeit und überall auf einen geteilten Pool von Rechnerressourcen zuzugreifen, die schnell und mit minimalem Verwaltungsaufwand oder geringer Serviceprovider-Interaktion zur Verfügung gestellt werden können [5]. Große Bedeutung kommt Cloud Computing insb. aufgrund der Verschiebung im IKT-Betriebsmodell von Investitions- zu Betriebskosten (CAPEX vs. OPEX) und der erhöhten Agilität der IKT-Systeme zu [6].

Das Konzept der In-Memory-Datenbankverwaltung revolutioniert Unternehmenssoftware vor allem in technologischer Hinsicht. Während bei herkömmlichen Datenbanksystemen die Datenhaltung in Massenspeichermedien (z. B. Harddisks oder Solid State Disks) geschieht, werden in der In-Memory-Datenbankverwaltung die Primärdaten im Hauptspeicher, auch Arbeitsspeicher (Random Access Memory, RAM) genannt, gehalten [7]. Damit können signifikante Leistungssteigerungen realisiert und die Komplexität von Datenbankverwaltungsapplikationen reduziert werden.

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Literatur

[1] Hammer, M.; Champy, J. 1994. Business Reengineering. Die Radikalkur für das Unternehmen. Campus Verlag, Frankfurt.
[2] Venkatraman, N. 1994. IT-Enabled Business Transformation: From Automation to Business Scope Redefinition. Sloan Management Review 35, 2, 73 – 87.
[3] Kotter, J. P. 2012. Accelerate! How the most innovative companies capitalize on today’s rapid-fire strategic challenges—and still make their numbers. Harvard Business Review, Nov.
[4] Dufft, N. 2014. Digital Transformation Market will grow by 11.2%. https://www.pac-online.com/digital-transformation-market-will-grow-112. Accessed 2 December 2014.
[5] Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. 2014. Cloud Computing Grundlagen. https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/CloudComputing/Grundlagen/Grundlagen_node.html. Accessed 30 November 2014.
[6] Feiman, J.; Cearley, D. W. 2014. Economics of the Cloud: Business Value Assessment. http://escience.washington.edu/sites/default/files/b-economics_of_the_cloud_bva_OR.en-us.pdf. Accessed 1 December 2014.
[7] Plattner, H.; Zeier, A. 2012. In-Memory Data Management. Springer Berlin Heidelberg, Berlin, Heidelberg.
[8] Bot, P.; Reedijk, W.; Dijkstra, J. W.; Lütke Siestrup, T.; Schmid, A. im Druck, 2014. PostNL’s Journey to the Cloud. Factual insights into the successful management of significant Cloud transformations. 360° – The Business Transformation Journal, 12 (im Druck, 2014), 19 – 27.
[9] vom Brocke, J.; Debortoli, S.; Müller, O.; Reuter, N. 2014. How In-memory Technology Can Create Business Value: Insights from the Hilti Case. Communications of the Association for Information Systems 34, 1, 151 – 168.
[10] vom Brocke, J. 2013. In-Memory Value Creation, or now that we found love, what are we gonna do with it? BPTrends, 10, 1 – 8.
[11] vom Brocke, J.; Debortoli, S.; Müller, O.; Uhl, A. 2013. In-Memory Database Business Value. Results from a Study on Retail Innovation. 360° – The Business Transformation Journal, 7, 16 – 26.
[12] Schmid, A.; Uhl, A.; vom Brocke, J. 2013. Beyond Project Management. The Challenges of Managing Large-Scale, Complex Transformation Programs. 360° – The Business Transformation Journal, 8, 26 – 35.

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