ERP-Technologie

Technologietrends in ERP

Herausforderungen und Chancen durch In-Memory-Technologie in der Datenbankverwaltung und Cloud Computing
Lesedauer:  2 Minuten
AdobeStock 615596136
©Adobe Stock/BillionPhotos.com

Die Einführung und Erneuerung von Unternehmenssoftware im Allgemeinen und von ERP-Systemen im Speziellen waren noch nie triviale Unterfangen, bilden solche Systeme doch oft das digitale Rückgrat von Ablauforganisationen. Bis in die 1990er Jahre galt eine reine Abbildung der Wertschöpfungstätigkeit in Informationssystemen innerhalb des geplanten Budget- und Zeitrahmens bereits als erfolgreiche Projektumsetzung. Mit dem Aufkommen von Business Process Reengineering [1] und organisationaler Transformation getrieben durch Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) nahmen diese Vorhaben jedoch neue Dimensionen an [2]. Die rasante Entwicklung von IKT eröffnete Organisationen eine zunehmende Anzahl an Möglichkeiten – von der Automation von Prozessaktivitäten bis hin zur kompletten Veränderung der Wertschöpfungstätigkeit. Auf diese Weise rückten IKT zunehmend ins Spannungsfeld von organisationalen Veränderungen, in dem einerseits der tägliche Betrieb sichergestellt und gleichzeitig die Innovationsfähigkeit gewährleistet werden muss [3]. So sind Enterprise Systeme Mittel und Treiber von organisationalen Transformationen zugleich. Entsprechend bieten alle größeren IKT-Dienstleister wie Accenture, Capgemini, Deloitte, Ernst & Young, IBM, KPMG, PwC und SAP Beratungsleistungen auf diesem rasant wachsenden Markt an [4].

Im nachfolgenden Artikel werden zwei der wichtigsten Trends im Bereich der IKT-getriebenen Veränderungen beschrieben und mit Beispielen illustriert sowie eine Perspektive auf ein aktives Transformationsmanagement eröffnet.

Technologietrends

Die Durchdringung und Veränderung von Organisationen durch IKT nahm in den letzten Jahren unaufhaltsam zu. Zwei Konzepte hatten dabei besonders großen Einfluss auf das zunehmend strategische Verständnis von Unternehmenssoftware und weisen auch mittelfristig enormes Potenzial als Veränderungstreiber auf: Cloud Computing und In-Memory-Datenbankverwaltung.

Unter Cloud Computing werden nach dem amerikanischen National Institute of Standards and Technology (NIST) Technologiemodelle verstanden, die es erlauben, jederzeit und überall auf einen geteilten Pool von Rechnerressourcen zuzugreifen, die schnell und mit minimalem Verwaltungsaufwand oder geringer Serviceprovider-Interaktion zur Verfügung gestellt werden können [5]. Große Bedeutung kommt Cloud Computing insb. aufgrund der Verschiebung im IKT-Betriebsmodell von Investitions- zu Betriebskosten (CAPEX vs. OPEX) und der erhöhten Agilität der IKT-Systeme zu [6].

Das Konzept der In-Memory-Datenbankverwaltung revolutioniert Unternehmenssoftware vor allem in technologischer Hinsicht. Während bei herkömmlichen Datenbanksystemen die Datenhaltung in Massenspeichermedien (z. B. Harddisks oder Solid State Disks) geschieht, werden in der In-Memory-Datenbankverwaltung die Primärdaten im Hauptspeicher, auch Arbeitsspeicher (Random Access Memory, RAM) genannt, gehalten [7]. Damit können signifikante Leistungssteigerungen realisiert und die Komplexität von Datenbankverwaltungsapplikationen reduziert werden.
…

[ Wenn Sie den kompletten Beitrag lesen möchten, klicken Sie hier ]


Literatur

[1] Hammer, M.; Champy, J. 1994. Business Reengineering. Die Radikalkur für das Unternehmen. Campus Verlag, Frankfurt.
[2] Venkatraman, N. 1994. IT-Enabled Business Transformation: From Automation to Business Scope Redefinition. Sloan Management Review 35, 2, 73 – 87.
[3] Kotter, J. P. 2012. Accelerate! How the most innovative companies capitalize on today’s rapid-fire strategic challenges—and still make their numbers. Harvard Business Review, Nov.
[4] Dufft, N. 2014. Digital Transformation Market will grow by 11.2%. https://www.pac-online.com/digital-transformation-market-will-grow-112. Accessed 2 December 2014.
[5] Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. 2014. Cloud Computing Grundlagen. https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/CloudComputing/Grundlagen/Grundlagen_node.html. Accessed 30 November 2014.
[6] Feiman, J.; Cearley, D. W. 2014. Economics of the Cloud: Business Value Assessment. http://escience.washington.edu/sites/default/files/b-economics_of_the_cloud_bva_OR.en-us.pdf. Accessed 1 December 2014.
[7] Plattner, H.; Zeier, A. 2012. In-Memory Data Management. Springer Berlin Heidelberg, Berlin, Heidelberg.
[8] Bot, P.; Reedijk, W.; Dijkstra, J. W.; Lütke Siestrup, T.; Schmid, A. im Druck, 2014. PostNL’s Journey to the Cloud. Factual insights into the successful management of significant Cloud transformations. 360° – The Business Transformation Journal, 12 (im Druck, 2014), 19 – 27.
[9] vom Brocke, J.; Debortoli, S.; Müller, O.; Reuter, N. 2014. How In-memory Technology Can Create Business Value: Insights from the Hilti Case. Communications of the Association for Information Systems 34, 1, 151 – 168.
[10] vom Brocke, J. 2013. In-Memory Value Creation, or now that we found love, what are we gonna do with it? BPTrends, 10, 1 – 8.
[11] vom Brocke, J.; Debortoli, S.; Müller, O.; Uhl, A. 2013. In-Memory Database Business Value. Results from a Study on Retail Innovation. 360° – The Business Transformation Journal, 7, 16 – 26.
[12] Schmid, A.; Uhl, A.; vom Brocke, J. 2013. Beyond Project Management. The Challenges of Managing Large-Scale, Complex Transformation Programs. 360° – The Business Transformation Journal, 8, 26 – 35.

Das könnte Sie auch interessieren

Intelligentes Kalkulationsmanagement

Intelligentes Kalkulationsmanagement

Abweichungen erkennen, bevor sie teuer werden
Budgetabweichungen entstehen im industriellen Projektgeschäft häufig nicht erst während der Ausführung. Ihre Ursachen liegen vielfach bereits in frühen Annahmen, unvollständigen Mengengerüsten und fehlender Abstimmung. Intelligentes Kalkulationsmanagement verbindet Kalkulation, Risikoanalyse, ERP-Daten und Projektsteuerung. Der Beitrag zeigt, wie Unternehmen Abweichungen früher sichtbar machen und Verantwortung systematisch verankern können.
ERP ist nicht mehr das Betriebssystem des Unternehmens

ERP ist nicht mehr das Betriebssystem des Unternehmens

Vom System of Record zum kontrollierten System of Action
ERP-Systeme bleiben das transaktionale Rückgrat von Unternehmen – doch in der KI-nativen Welt reicht ihre Rolle allein nicht mehr aus. Unternehmenswissen verteilt sich über zahlreiche Systeme, während KI Kontext, Governance und systemübergreifende Prozesse benötigt. Ein Business-Operating-System kann diese Lücke schließen: als semantische, KI-fähige und systemunabhängige Schicht zwischen Menschen, Daten, Prozessen und Anwendungen.
Steuer-Compliance im ERP-Kontext

Steuer-Compliance im ERP-Kontext

Steuer-Compliance im ERP systematisch gestalten
 1. Steuerliche Anpassungen außerhalb des ERP-Systems? Im Jahresabschluss werden steuerliche Abweichungen von handelsrechtlichen Wertansätzen häufig außerhalb des ERP-Systems ermittelt und in Excel fortgeschrieben. So bildete ein Unternehmen handelsrechtlich eine Drohverlustrückstellung von 50 Mio. Euro, die steuerlich grundsätzlich nicht angesetzt werden darf. Die steuerliche Korrektur lag ausschließlich in mehreren Excel-Dateien. Bei einer späteren Prüfung mussten unterschiedliche Versionen abgestimmt und die Verbindung zum ursprünglichen Geschäftsvorfall aufwendig rekonstruiert werden. Das Praxisproblem liegt damit im Medienbruch: Der handelsrechtliche Wert befindet sich im ERP-System, der steuerliche Wert und seine Herleitung dagegen außerhalb. Unterschiedliche Bearbeitungsstände und manuelle Abstimmungen erschweren die Nachvollziehbarkeit. Hinzu kommen Anforderungen der GoBD an Nachvollziehbarkeit und Unveränderbarkeit. Der Tax Ledger als ...
Integrierte Prozessarchitektur: Basis digitaler Wertschöpfung

Integrierte Prozessarchitektur: Basis digitaler Wertschöpfung

Erkenntnisse aus der Wohnungswirtschaft
Die Wohnungswirtschaft braucht neue Antworten auf steigende Komplexität, Kostendruck und wachsende Digitalisierungsanforderungen. Eine integrierte Prozessarchitektur schafft dafür den Ordnungsrahmen: Sie verbindet end-to-end-Prozesse, wiederverwendbare Prozessmodule, Workflows und interoperable IT-Systeme. Das ERP wird dabei vom zentralen Prozessführer zum stabilen System of Record und schafft Raum für flexible, spezialisierte digitale Lösungen.
Task-Management-Tools im Vergleich: 5 im Praxistest

Task-Management-Tools im Vergleich: 5 im Praxistest

Stärken, Schwächen und Funktionen anhand klarer Bewertungskriterien
Ob Excel-Liste oder Kanban-Board: Die Wahl des richtigen Task-Management-Systems entscheidet mit darüber, ob wachsende Unternehmen den Überblick behalten oder im Chaos versinken. Der Artikel stellt listenbasierte und kanban-orientierte Ansätze gegenüber – Struktur versus Flexibilität, lineare Ordnung versus visueller Workflow. Anhand konkreter Tools und Praxisszenarien zeigt sich, welches Konzept in welchem Szenario wirklich überzeugt.
Agentic AI : Unterstützung statt Dashboard-Dschungel

Agentic AI : Unterstützung statt Dashboard-Dschungel

Wie aktive Agenten den Betriebs Workflow neu definieren
IT-Betriebsteams verwalten heute vielschichtige Ökosysteme mit immer mehr Tools für Monitoring, Observability, ITSM, CMDB, Automatisierung, Security und Asset-Management. Diese liefern aber selten ein einheitliches Lagebild. Koordinierte KI-Agenten, die Datenquellen zusammenführen, Ursachenhypothesen bilden, Maßnahmen vorschlagen und (im klar abgegrenzten Rahmen) Teile der Ausführung übernehmen, werden Teams zukünftig aktiver unterstützen.