ERP-Technologie

Im Fokus: Interview mit Step Ahead über die ERP-Neuheit mySTEPS

Im Gespräch mit Andreas Fresi
24.10.2023 - von Andreas Fresi
Lesedauer:  8 Minuten
ERP 23 Interview Stepahead Vorschau
Andreas Fresi, Director Sales bei der Step Ahead GmbH

In diesem exklusiven Interview gibt uns Andreas Fresi, Director Sales bei Step Ahead, Einblicke in die Entwicklung und Vision von mySTEPS, der neuesten ERP-Lösung des Unternehmens. mySTEPS hebt sich durch Nutzerkomfort, Flexibilität und eine innovative Low-Code-Plattform ab. Fresi erläutert, wie das Produkt als Alternative zu großen Playern positioniert ist und wie es speziell auf die Bedürfnisse des Mittelstands zugeschnitten ist. Erfahren Sie mehr über die Alleinstellungsmerkmale von mySTEPS und wie Step Ahead mit mehr als 225 Mitarbeitern die digitale Zukunft von über 1 800 Kunden gestaltet.

Herr Fresi, Ihr Unternehmen hat in den letzten drei Jahren eine komplett neue ERP-Lösung entwickelt. Was hat Sie dazu bewogen?

Mit der Digitalisierung hat sich die Art und Weise, wie wir arbeiten, so schnell und drastisch verändert wie nie zuvor. Prozesse müssen immer besser, schneller und einfacher werden, damit sich Unternehmen erfolgreich an veränderte Geschäftsanforderungen anpassen können. Dabei dürfen wir aber eines nicht vergessen: die Menschen. Sie müssen im Mittelpunkt der Digitalisierung stehen. Wir bei Step Ahead haben uns intensiv mit der Frage beschäftigt, wie wir beides in einer zukunftsweisenden ERP-Software umsetzen können. Dabei ist uns klar geworden: Das geht nur, wenn wir gängige Konventionen über Bord werfen. Software muss sich an den Bedürfnissen der Kunden orientieren und die Anwenderinnen und Anwender in den Mittelpunkt stellen. Um das konsequent umzusetzen, mussten wir ein ERP-System von Grund auf neu entwickeln.

Sie sagen, der Mensch muss im Mittelpunkt stehen. Was heißt das für ein ERP-System?

Längst sind Apps, wie man sie privat von Smartphone oder Tablet kennt, auch in der Arbeitswelt das Maß aller Dinge. Einfach, intuitiv, flexibel, individualisierbar – das sind die Anforderungen, die Anwender heute an eine moderne Software stellen. Der Faktor Mensch gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung. Angesichts des Fachkräftemangels, der sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen wird, ist ein attraktives Arbeitsumfeld ein Wettbewerbsvorteil im Kampf um die besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dazu gehören auch moderne Softwarelösungen. Gerade die Generation Z, also die Fach- und Führungskräfte von morgen, hat hier eine entsprechend hohe Erwartungshaltung. 

Was ist das Besondere an Ihrer neuen Lösung mySTEPS?

Unser Ziel war es, ein ERP zu entwickeln, das sich jedes mittelständische Unternehmen – unabhängig von Größe und Branche – leisten kann. Das größtmögliche Flexibilität bietet und sich kontinuierlich und ohne großen Aufwand an die Geschäftsentwicklung und die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden anpassen lässt. Und mit dem die Anwender gerne arbeiten. Denn nur dann schöpfen sie sein Potenzial voll aus. Wer kennt sie nicht, die betriebswirtschaftliche Software, über die alle fluchen und die nur ungern genutzt wird? Eine moderne ERP-Lösung muss intelligent, benutzerfreundlich und anpassbar sein. Und sie muss die Geschäftsziele des Kunden unterstützen, nicht die des Softwareherstellers.

Interview, Step Ahead, Bild 1

Wie hat Step Ahead dies umgesetzt?

Basis ist unsere selbst entwickelte Low-Code-Plattform. Sie bietet unzählige Möglichkeiten, unsere Software und/oder andere Anwendungen beliebig weiterzuentwickeln. Über eine grafische Benutzeroberfläche können Kunden aus vorgefertigten Bausteinen ganz einfach per Drag & Drop Anwendungen und Prozesse zusammenstellen und anpassen. Manuelles Codieren ist nur noch selten notwendig, tiefgreifende Programmierkenntnisse sind nicht erforderlich. Aufwendiges Customizing und teure Beratungsleistungen entfallen.

No-Code-Oberflächen ermöglichen es jedem einzelnen Benutzer, individuelle Felder anzulegen, dynamische Erweiterungen vorzunehmen, personalisierte Dashboards zu entwerfen und so die Software nach den eigenen Wünschen zu gestalten. Daten werden in mySTEPS nicht wie üblich in Form von Tabellen und Relationen gespeichert, sondern als logisch zusammenhängende Objekte. Die Feldtypen stehen nicht in festen Beziehungen zueinander, sondern können jederzeit dynamisch zugeordnet werden. Personen sind somit nicht mehr fest mit einer Firma verbunden. Wechselt ein Ansprechpartner den Arbeitgeber, können seine Daten samt Historie einfach übernommen und einem anderen Unternehmen zugeordnet werden.  Mit diesem objektbasierten Ansatz steigern wir sowohl die Datenqualität als auch die Performance des Systems.

Was sind Ihre USPs und was machen Sie besser als Ihre Wettbewerber?

Dies sind insbesondere vier Punkte:

1. Hoher Nutzerkomfort: Jeder Nutzer kann sich seine Oberflächen nach seinen Wünschen gestalten. Er sieht nur das, was er wirklich braucht und wird nicht von leeren Felderwüsten erschlagen. Die Usability orientiert sich an gängigen Anwendungen, wie wir sie vom Smartphone gewohnt sind. Das erhöht die Akzeptanz und die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

2. Effizienzsteigerung: mySTEPS ist das einzige aufgabenbasierte ERP-System auf dem Markt. Das bedeutet, dass jeder Prozess nicht nur über einen Status gesteuert wird, sondern über einzelne Aufgaben, die die Mitarbeiter erledigen müssen. Das Ergebnis ist eine effizientere Arbeit und eine höhere Qualität.

3. Niedrige Einführungskosten: Über einen Zeitraum von fünf Jahren fallen bei uns für einen Euro Lizenzgebühr nur 60 Cent für Serviceleistungen an. Bei unseren Mitbewerbern ist dieses Verhältnis oft deutlich höher: Hier fallen für einen Euro Lizenz in der Regel zwischen 8 und 15 Euro für Dienstleistungen an. So können Unternehmen ihre TCO deutlich senken.

4. Hohe Flexibilität: Ein ERP-System ist eine langfristige, kostenintensive Investition. Durch eine hohe Anpassungsfähigkeit und umfangreiche Individualisierungsmöglichkeiten stellen wir sicher, dass unsere Software Unternehmen auch bei zukünftigen Anforderungen und Entwicklungen unterstützt – zum Beispiel bei mehr Mitarbeitern, einer erweiterten Produktpalette oder neuen regulatorischen Anforderungen.

Wie sieht Ihr Wunschkunde aus?

Mit unserem etablierten ERP-System STEPS haben wir uns vor allem auf die Branchen IT, Handel, Dienstleistung und Produktion konzentriert. Diese Branchen haben wir nicht aus den Augen verloren. Aber unser neues mySTEPS ist durch seinen modularen Aufbau für Unternehmen jeder Branche und Größe geeignet. Unser Hauptaugenmerk liegt auf dem Mittelstand – egal ob mit 5, 50 oder 500 Usern.

Wie stellen Sie eine schnelle Implementierung sicher?

Die Einführung eines ERP-Systems ist und bleibt für Unternehmen eine Herausforderung, die nicht nebenbei erledigt werden kann. Mit mehr als 30 Jahren Kompetenz und Erfahrung in diesem Bereich wissen wir, wie wichtig es ist, den Kunden dabei eng zu begleiten und nicht allein zu lassen. Step Ahead stellt dafür jeweils ein Team aus verschiedenen Spezialisten zusammen. Denn eine schnelle und erfolgreiche ERP-Einführung gelingt nur im persönlichen Austausch mit festen Ansprechpartnern und nicht, wenn Anwender bei Fragen in einer anonymen Hotline landen und nicht zweimal mit derselben Person sprechen können. Das ist unser Vorteil gegenüber den großen Playern. Der Mittelstand schätzt es sehr, als Kunde dem Softwarehersteller auf Augenhöhe zu begegnen.

Mit welchen Drittprodukten lässt sich Ihr System koppeln? Auf welche Technologien setzen Sie dabei?

Ein zentraler Bestandteil unserer Software ist eine Rest-API. Durch die einfache Anbindung anderer Systeme über diese können wir schnell und unkompliziert Daten aus verschiedenen Systemen zusammenführen und bündeln. Das nimmt Unternehmen die Angst, dass eine ERP-Einführung immer extrem aufwendig, wahnsinnig kompliziert ist und im schlimmsten Fall das Kerngeschäft zum Erliegen bringt. Dem ist nicht so. Mit Unterstützung unserer Partner sind auch viele branchenspezifische Lösungen möglich. Die Partner können eigene Anwendungen entwickeln und diese dann über die sogenannte Source Control schnell und unkompliziert ihren Kunden zur Verfügung stellen – ebenso wie entsprechende Updates.

Welche Neuerungen sind in den kommenden Jahren bei Ihnen geplant?

Unser Ziel ist ein umfassendes ERP, das Unternehmen in allen wesentlichen Kerngeschäftsprozessen unterstützt. mySTEPS ist modular aufgebaut und kann individuell zusammengestellt werden – mit Modulen wie CRM, Servicemanagement, Projektmanagement oder WaWi. Weitere Module befinden sich in Planung. In Kürze wird beispielsweise eine umfassende HR-Lösung zur Verfügung stehen. Außerdem arbeiten wir an Lösungen für das Personalmanagement mit den Schwerpunkten Zeiterfassung, Zutrittskontrolle und Personaleinsatzplanung. Unser Anspruch ist, dass sich jedes einzelne Modul mit den besten Tools in seinem Bereich messen kann. Kunden können dann genau die Module auswählen, die sie benötigen.

Was hat Ihnen beim Wettbewerb „ERP-System des Jahres“ besonders gut gefallen?

Durch die Teilnahme erhalten wir sehr wertvolles Feedback vom Markt. Einerseits kommen wir in Kontakt mit direkten Mitbewerbern und sehen, woran diese arbeiten. Zum anderen bewertet eine unabhängige Fachjury unser System und vergleicht es mit anderen Lösungen. So lernen wir, was wir gut machen und was wir noch besser machen können. Und schließlich sehen wir den Wettbewerb als Netzwerk. Denn wir sind offen, unsere Low-Code-Plattform auch anderen Herstellern anzubieten. 

Was bedeutet die Auszeichnung für Sie?

Wir haben jetzt dreimal hintereinander am Wettbewerb „ERP-System des Jahres“ teilgenommen und sind jedes Mal ins Finale gekommen. Ich gebe zu: Als wir im vergangenen Jahr den Siegerpreis mit nach Hause nehmen durften, haben wir uns noch ein bisschen mehr gefreut als über den zweiten Platz in diesem Jahr. Wir sehen die gute Platzierung als Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind und gleichzeitig als Ansporn für die Zukunft, unser neues System noch stärker an den Bedürfnissen der Kunden auszurichten.  

Wie wollen Sie zukünftig am Markt wahrgenommen werden?

Ich sage es ganz offen: Wir wollen durchaus als Alternative zu den großen Playern wahrgenommen werden. SAP und Microsoft haben ihre langjährigen Flaggschiffe R/3 und Navision für 2027 abgekündigt. Viele Unternehmen haben also in den nächsten Jahren akuten Handlungsbedarf und stehen vor der Migration auf eine neuere Version. Der eine oder andere wird sich daher nach Alternativen am Markt umsehen. Wir wollen die Alternative für den Mittelstand sein – als verlässlicher Partner, der seine Kunden langfristig dabei unterstützt, ihr Geschäft erfolgreich und profitabel zu führen.

Herr Fresi, herzlichen Dank für das Gespräch!

Mehr erfahren über


Das könnte Sie auch interessieren

Wie AI-Agenten ERP-Systeme neu erfinden

Wie AI-Agenten ERP-Systeme neu erfinden

AI-Agenten machen ERP-Systeme flexibel, autonom und geschäftskritisch
sponsored
ERP-Systeme stehen vor einem radikalen Wandel: Von starren Softwarelösungen entwickeln sie sich zu autonomen, lernenden Geschäftspartnern. AI-Agenten analysieren Daten in Echtzeit, treffen selbstständig Entscheidungen und handeln proaktiv entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Der Beitrag zeigt, wie Unternehmen von dieser neuen ERP-Generation profitieren – und welche Erfolgsfaktoren entscheidend sind.
TimeLine ERP: Innovativ, partnerschaftlich & kundenorientiert

TimeLine ERP: Innovativ, partnerschaftlich & kundenorientiert

Im exklusiven Interview gibt Dustin Klein, Geschäftsführer der Gebauer GmbH, spannende Einblicke in die Erfolgsgeheimnisse des Unternehmens. Von flexiblen Anpassungen bis hin zu KI-Entwicklungen –er zeigt auf, wie TimeLine ERP seine Kunden unterstützt und echte Wettbewerbsvorteile schafft. Lesen Sie, welche Branchen besonders profitieren und warum Customizing bei TimeLine nicht nur ein Versprechen, sondern gelebte Realität ist.
„Ihr Digitalisierungspartner für die Baubranche – wir leben ERP“

„Ihr Digitalisierungspartner für die Baubranche – wir leben ERP“

2024 IM GESPRÄCH: Andreas Hougardy, Geschäftsführer, SOFTBAUWARE GmbH
Die SOFTBAUWARE GmbH digitalisiert die Baubranche und lebt ERP. Mit ihrer Lösung „ERPbos“ ist sie damit zum Sieger des Wettbewerbs „ERP-System des Jahres 2024“ in der Kategorie „Variantenreiche Fertigung“ gekürt worden. Im Interview spricht Geschäftsführer Andreas Hougardy über die häufigsten Barrieren, die eine schnelle System-Implementierung verhindern und welche Entscheidungen die Geschäftsführung treffen sollte, wenn sie ganz scheitert.
Metacarp – Gamechanger in der ERP-Welt

Metacarp – Gamechanger in der ERP-Welt

2024 IM GESPRÄCH: Alexander Cimen, CEO Metacarp
Im Zeitalter der Digitalisierung stellt sich die Frage: Wie kann KI die Welt der ERP-Systeme revolutionieren? Alexander Cimen erläutert, warum Metacarp mit einem klaren Fokus auf KI-gestützte Lösungen vorangeht und traditionelle Systeme neu definiert. Er gibt Einblicke in die innovative Automatisierung von E-Mail-Prozessen. Was kommt als Nächstes und wie wird dies die Art und Weise, wie wir Geschäfte machen, grundlegend verändern?
Haufe X360 – Weit mehr als ein ERP

Haufe X360 – Weit mehr als ein ERP

2024 IM GESPRÄCH: Christian Zöhrlaut, Chief Product Officer bei Haufe X360
Christian Zöhrlaut, Experte für cloudbasierte Komplettlösungen, spricht mit ERP Management über die vielseitigen Funktionen der Business-Management-Plattform. Haufe X360 unterstützt mittelständische Unternehmen bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse und bietet flexible Lösungen für unterschiedliche Branchen. Im Gespräch erläutert er, wie Haufe X360 durch Integration und Automatisierung Kostensenkungen ermöglicht und dabei den steigenden Anforderungen an Flexibilität und Sicherheit gerecht wird.
VS/4 – Omnichannelsoftware für den Handel mit KI-Integration

VS/4 – Omnichannelsoftware für den Handel mit KI-Integration

2024 IM GESPRÄCH: Andreas Brenk, CEO der D&G-Software GmbH
Welche Ziele verfolgt die D&G-Software? Wie gelingt es, in einem hart umkämpften Markt mit innovativen Lösungen zu bestehen? Im Interview gibt Andreas Brenk, Geschäftsführer der D&G-Software, spannende Einblicke in die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Er spricht über Herausforderungen, Zukunftsthemen und was die Software-Lösungen von D&G besonders macht. Ein Blick hinter die Kulissen eines erfolgreichen Softwareanbieters.