ERP-Technologie

Automatische Anpassungen sind das Erfolgsrezept

Sondermaschinenbauer Lödige setzt auf adaptives ERP-System
Lesedauer:  5 Minuten
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Als Einzel- und Projektfertiger ist die Gebrüder Lödige Maschinenbau GmbH in besonderem Maße auf eine präzise Planung angewiesen. Denn auch in dem von individuellen Fertigungen geprägten Segment erwarten Kunden termingerechte Lieferungen und wettbewerbsfähige Preise. Lödige stemmt diese Herausforderungen auch durch den Einsatz des adaptiven ERP-Systems PSIpenta. Täglich passt die intelligente Lösung die Planungs- und Steuerungsprozesse automatisch und dynamisch an neue Fertigungsbedingungen an. 

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Die Gebrüder Lödige Maschinenbau GmbH (Lödige) sorgt bereits seit über 80 Jahren für Bewegung in der verfahrenstechnischen Produktion. Gleich das erste Patent, das sich das Familienunternehmen 1949 für den Pflugschar®-Mischer sicherte, galt als revolutionäre Erfindung und mischte die Branche ordentlich auf. Inzwischen hält Lödige über 500 Patente und hat mehr als 35.000 Maschinen ausgeliefert. Damit ist das Unternehmen einer der weltweit führenden Hersteller von Prozessequipment und Teilsystemen für industrielles Mischen und Verarbeitungsprozesse wie Coaten, Granulieren, Trocknen, Reagieren und verwandte Verfahren. Sie kommen z. B. in der Pharmaindustrie, Kosmetik- und Nahrungsmittelbranche oder in Unternehmen aus der Baustoffindustrie zum Einsatz. Zu den Abnehmern zählen zudem Unternehmen aus den Bereichen Umwelt, Mineralien und Erze sowie Chemie und Kunststoffe.

Auch wenn jede Maschine eine individuelle Kundenlösung ist, bildet das Herzstück immer ein Mischer, Trockner, Reaktor oder Coater. Um diesen Kern plant und baut Lödige dann ein optimiertes System aus Apparaten und Maschinen. „In diesem Umfeld ist ein flexibles ERP-System unabdingbar“, erklärt Michael Grimme, Leiter der Bereiche mechanisches Engineering & Kalkulation (Costing) bei Lödige. Bereits seit 2008 arbeiten täglich 142 Mitarbeiter mit dem erweitertem ERP-System PSIpenta adaptive sowie einer integrierten Betriebsdatenerfassung (BDE) des Berliner ERP- und MES-Anbieters PSI Automotive & Industry.

Simulationen verschaffen Zeit und Handlungsspielraum

Das System verfügt über eine breite, funktionale Tiefe für den Sondermaschinenbau. Daher steuert und optimiert es sämtliche Schritte eines Auftragsdurchlaufs. Besonderes wichtig und gleichzeitig herausfordernd ist für Lödige die präzise terminliche Abwicklung eines Auftrags. „Natürlich arbeiten wir in Teilen mit Standardbaugruppen. Am Ende ist aber jede Maschine und jedes Teilsystem eine kundenindividuelle Lösung“, erklärt Grimme. Allein ein Blick auf den Umfang der jeweiligen Stücklisten zeigt, wie unterschiedlich komplex die Kundenlösungen sind: Zwischen 300 und 1.000 Positionen umfassen die Listen. Zugute kommen Lödige hierbei die sogenannten wachsenden Stücklisten in PSIpenta. Durch sie können Positionen bzw. Baugruppen im Konstruktionsprozess nach und nach ergänzt und bereits vor Finalisierung der gesamten Liste in die Fertigung übergeben werden. Hieraus lässt sich auch ablesen, dass die Lieferung von Rohmaterial und Kaufteilen sowie die Fertigstellung von Arbeitsgängen, Unterbaugruppen und Halbfabrikaten tägliche Einflussfaktoren bilden, die nur schwer vorhersagbar sind. Genau die haben aber eine hohe Relevanz für die Einhaltung von Fertigstellungsterminen.  

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Diesen Spagat schafft Lödige mit Hilfe der adaptiven ERP-Module. Diese simulieren kontinuierlich die Auslastungssituation in der Zukunft, reagieren automatisch auf Änderungen der Produktionsbedingungen, gleichen diese mit den Zielvorgaben des ERP-Systems ab und passen sie dynamisch an. Zum Tragen kommen vor allem der sogenannte dynamische Produktionsabgleich sowie die Sicherstellung der Materialdeckung. Beide zielen darauf ab, die vorgegebenen Liefertermine einzuhalten – auch bei Störungen in der Supply Chain. Hierfür werden mittels Typenvertretern erste Simulationen schon vor der Finalisierung eines Auftrags angestoßen. Typenvertreter sind im Grunde Platzhalter, die die Arbeitsvorbereitung schon kurz nach Eingang einer Kundenbestellung bestimmt. Dabei wählen die Mitarbeiter einen Auftrag aus der Historie, der bezüglich der technischen Paramater, aus denen sich u. a. die Stücklisten und Arbeitsplanstrukturen ergeben, den höchst möglichen Deckungsgrad erreicht. Auf Basis dieser Vergleichsaufträge simuliert das Modul die zu erwartenden Kapazitätsbedarfe bzw. informiert bspw. über erforderliche Zukaufteile mit besonders langer Wiederbeschaffungszeit. Die Bestellungen können dann im ERP-Kern sofort spezifiziert und ausgelöst werden. 

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Das adaptive ERP-System versetzt Lödige in die Lage, auf verschiedene, sich fast täglich ändernde Einflussfaktoren reagieren zu können. Das betrifft z. B. schwankende Auftragsstände, Lieferengpässe von Zulieferern oder auch interne Faktoren, wie verspätet fertiggestellte Baugruppen. Das System führt jede Nacht alle relevanten Informationen aus der Produktion zusammen, errechnet automatisch die hieraus resultierenden, neuen Termine und erstellt vollautomatisiert einen neuen Fertigungsplan. Erkennt es einen kritischen Verzug, versieht es die betreffenden Aufträge mit Prioritätskennziffer. Auf diese Weise erhalten die Fertigungsabteilungen Vorgaben für den zu bearbeitenden Arbeitsvorrat sowie die optimale Reihenfolge. Oder anders ausgedrückt: Die Bearbeitung der Aufträge wird konsequent durch den Endtermin bestimmt. 

Lödige steigert Produktivität, Liefertermintreue und Umsätze

Wie sehr Lödige von seinen ERP-System profitiert, zeigen verschiedene, betriebs­wirtschaftliche Zahlen: 

  • In Sachen Liefertermintreue hat sich das Unternehmen z. B. von 60 auf über 85 Prozent verbessert. 
  • Einen wesentlichen Beitrag hierzu leistet eine deutliche Reduzierung von Ad-hoc-Beschaffungen von früher 30 pro Woche auf heute maximal zehn im Monat. 
  • Die Produktivität liegt inzwischen mit über 83 Prozent fast zehn Prozent über dem Wert vor Einführung der Lösung. 
  • Auch deutlich niedrigere Lager- und Umlaufbestände, eine bessere Ordnung sowie deutlich reduzierte Such- und Liegezeiten tragen dazu bei. 
  • Das Unternehmen steigerte in 2019 seine Umsätze um 20 Prozent. 

 Michael Grimme erläutert: 

„Der Erfolg steht und fällt damit, dass wir schon sehr früh Prognosen über die Auslastung der beteiligten Abteilungen machen können. Denn hierdurch steht uns einfach mehr Zeit zur Verfügung, um zusätzliche Kapazitäten aufzubauen oder geeignete Zulieferer auszuwählen“, erläutert Grimme. Als wesentlichen Erfolgsfaktor betrachtet er zudem die Fokussierung auf die Endtermine. 

Anpassungsfähigkeit heißt Zukunftsfähigkeit 

Die Fertigungs- und Marktbedingungen werden sich in Zukunft mitunter immer wieder schnell ändern. Lödige ist mit seinem ERP-System PSIpenta adaptive gut gerüstet, um auf schnellen Wandel reagieren zu können. Denn dank der ausgereiften Branchenfunktionalität und adaptiven Modulen plant das Unternehmen vorausschauend und auf Basis verlässlicher Zahlen. Das schafft Transparenz und schlägt sich in betriebswirtschaftliche Zahlen nieder, die für Effizienz und Zukunftsfähigkeit stehen. 

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