Ausgangslage
Kein Dokumentenproblem, sondern eine Strategielücke
Konstruktion, Auftragsabwicklung, Service und Vertrieb arbeiteten in Insellösungen. Sie legten ihre Dokumente teilweise auf dem Fileserver, auf dem E-Mail-Server oder lokal ab (Bild 1). Diese Situation erfüllt keine der an ein modernes Dokumentenmanagement zu stellenden Anforderungen. Die lokalen Zusammenarbeits- und Workflowmöglichkeiten der gesetzten PLM-Lösung banden nicht alle Prozessbereiche mit ein. Zeichnungen lagen in mehreren Versionen vor. Freigaben brauchten sehr lange, weil Nachweise und Zertifikate sich verstreut in verschiedenen Abteilungen fanden. Compliance war nicht gewährleistet, Verantwortlichkeiten unklar. In dieser Situation suchte das Management keine weitere Softwareliste, sondern eine Richtung, die Technik, Prozesse und Akzeptanz zusammenführt.
„Wir hatten viele Tools – aber keine gemeinsame Linie. Uns fehlte ein Zielbild, das Engineering und kaufmännische Prozesse gleichermaßen trägt.“
Kundenstatement (CTO)

Diagnose und Fokussierung
Die fünf ECM-Perspektiven
Potsdam Consulting strukturierte die notwendige Analyse der Dokumentenprozesse entlang der Aufgaben Erfassen, Verwalten, Zusammenarbeiten, Nutzen und Bewahren. Die durchgeführten Interviews und Stichproben machten Lücken in Rechtemanagement, Metadaten, Aufbewahrung und Signatur sichtbar – zeigten aber auch klare Stärken im PDM/PLM-Umfeld. In einem kompakten Workshop wurden Muss-Anforderungen priorisiert: durchgängige Versionierung, revisionssichere Ablage, definierte Workflows, durchsuchbare Metadaten, Trainings- und Zertifikatsverwaltung. Die Automatisierung von Dokumentenprozessen sollte erheblich zur Wirtschaftlichkeit beitragen.
„Zum ersten Mal sahen wir unser Dokumenten-Ökosystem ganzheitlich. Die fünf Perspektiven haben Diskussionen versachlicht und Entscheidungen beschleunigt.“
Kundenstatement (Leiter Konstruktion)
Zielbild und Ausbaustufen
Klarer Pfad statt Big Bang
Das Zielbild wurde in vier einzeln realisierbare Phasen übersetzt:
- Behutsam – Stabilisierung, Kernklassifizierung, schnelle Ordnung
- Adhoc – eigenständige Groupware für unstrukturierte Zusammenarbeit
- Prozess – DMS als Rückgrat; Workflows mit Bordmitteln
- Rundum sorglos – Skalierung weltweit, inkl. XRM-Unterstützung für Vertrieb und Service
So konnte das Management einzelne Nutzenpakete freigeben – risikoarm, aber richtungsfest.
Bild 2 zeigt die mögliche Endausbaustufe einschließlich der starken Automatisierung der Dokumentenprozesse.
Eine Marktsondierung identifizierte DMS-Kandidaten mit starker Integrationstiefe, Skalierbarkeit und Automatisierung sowie entsprechenden KI-Optionen. Bewertet wurden u. a. revisionssichere Archivierung, die Abbildung von Akten, Workflow-Automatisierung, Volltextsuche, automatische Verschlagwortung und Versionierung, Rollen- und Berechtigungskonzepte sowie ERP- und CAD-/ PDM-Anbindungen. Ergebnis der Marktsondierung war eine entscheidungsreife Shortlist, die Engineering- und Office-Prozesse gleichermaßen adressiert.
„Statt bunter Hersteller-Folien bekamen wir faktenbasierte Vergleichbarkeit. Das hat unsere Auswahl spürbar entemotionalisiert.“
Kundenstatement (CIO)
Governance und Change
Struktur trifft Verhalten
Potsdam Consulting definierte ein Metadatenmodell (Projekt, Anlage, Kunde, Dokumentart, Reifegrad, Gültigkeit), Freigabestrecken mit elektronischer Signatur, klare Rollen (Owner, Prüfer, Freigeber) sowie Namens- und Ablageregeln. Für die Change-Kurve wurden Schulungspfade, Zertifikatsverwaltung und eine Kommunikationsarchitektur aufgesetzt – mit Fachbereichs-Paten als Multiplikatoren.
Die Roadmap bündelte Maßnahmen in drei Strängen:
- Engineering Quick Wins (PDM/Windchill-Umfeld, saubere Versionierung und Übergaben)
- Unternehmensweites DMS (Workflows, Archiv, Such- und Metadatenqualität)
- Fileserver-Analyse und Groupware-Konsolidierung (Fundament für Kollaboration)

Ergebnisse
Spürbarer Nutzen vor dem Go-live im ganzen Haus
Schon in den Phasen „Behutsam/Adhoc“ sanken Suchzeiten deutlich; Kernablagen und Metadaten griffen. Mit dem DMS-Piloten entstanden Transparenz und Kontrolle: Wer arbeitet an welcher Version? Wo steht die Freigabe? Sind Zertifikate vollständig? Gleichzeitig sanken Risiken durch revisionssichere Ablage, klare Verantwortlichkeiten und definierte Aufbewahrungsfristen. Vertrieb und Service profitierten von einheitlichen Projektdossiers – weltweit zugänglich.
„Audits sind keine Zitterpartie mehr. Nachweise sind vollständig, nachvollziehbar und schnell auffindbar.“
Kundenstatement (Qualitätsmanagement)
Das Team von Potsdam Consulting führte durch Analyse und Workshops, entschärfte Zielkonflikte und bereitete Entscheidungen vor, die das Management informiert traf. Die Kombination aus ECM-Denke, pragmatischen Ausbau-stufen und belastbarer Tool-Shortlist lieferte genau das fehlende Puzzlestück: eine kohärente Dokumentenstrategie, die Kultur, Prozess und Technologie integriert.
Resultate
- 40–60 % geringere Suchzeit in Kernteams nach den ersten Maßnahmen
- Schnellere Freigaben durch definierte Workflows und eSign
- Revisionssichere Ablage und reduzierte Audit-Findings
- Skalierbares Zielbild statt Einzellösungen – mit klarer Roadmap bis zur weltweiten Nutzung
- Höhere Wiederverwendungsquote durch konsistente Metadaten und Versionierung
- Mehr Motivation im Team, weniger Frust
„Das Projektdossier ist jetzt unser Single Point of Truth. Ob Servicefall in Chile oder Retrofit in Bayern – alle arbeiten mit denselben, freigegebenen Informationen.“
Kundenstatement (Head of Service)
Fazit
Aus einem vermeintlichen Toolproblem wurde eine Strategielösung: Potsdam Consulting hat dem Sondermaschinenbauer eine klare Linie gegeben – vom Erfassen bis zur revisionssicheren Bewahrung, mit messbaren Schritten und schnellen Erfolgen. Heute steuert das Unternehmen seine Dokumente aktiv – und gewinnt dadurch Tempo, Sicherheit, Skalierbarkeit und vor allem Mitarbeiterzufriedenheit.
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