ERP-Einführung

Mehr Transparenz in der Projektabwicklung

15.04.2023
Lesedauer:  4 Minuten
ERP 2/23 Success ams Titel

Die Henkel Modellbau GmbH besitzt jahrzehntelange Erfahrung im Modell- und Werkzeugbau, möchte die im Gießereiumfeld vorherrschende Abhängigkeit zur Automobilbranche jedoch verringern und spezialisiert sich zunehmend auf die Auftragsfertigung von CNC-gefrästen Maschinenbau- und Designbauteilen. Die notwendige Prozessunterstützung liefert ein neu implementiertes, durchgängiges ERP-System.

Um alte und neue Geschäftsaktivitäten auf ein solides prozesstechnisches Fundament zu heben, entschied sich der Firmenchef 2020 für die Implementierung der integrierten Branchensoftware ams.erp mit ihrem speziellen Zuschnitt auf die Einzel- und Auftragsfertigung. Das neue ERP-System ging im April 2021 in den Echtbetrieb und löste eine in die Jahre gekommene Warenwirtschafts-Software sowie ein weiteres System desselben Herstellers zur Verwaltung der technischen Daten ab. Der Grund waren erhebliche Informationsdefizite, die sich daraus ergaben, dass der Datenaustausch zwischen beiden Systemen nicht wie erfordert funktionierte.

Kompletter ERP-Neustart

Das Ergebnis der mangelnden Durchgängigkeit beschreibt Christoph Henkel: „An der Werkbank standen im technischen System die beschaffungsseitigen Informationen aus dem kaufmännischen System nicht zur Verfügung, sodass nicht klar war, ob und wann ein benötigtes Teil bestellt worden war und wann es verfügbar sein wird. Auftragsbestätigungen ließen sich ebenfalls nicht einsehen.“ Um derartige Komplikationen künftig auszuschließen, fasste er den Entschluss zu einem kompletten Software-Neustart. „Wir wollten die Prozesse von Grund auf neu aufsetzen – mit einem ERP-System, das die Integration der Daten von Hause aus mitbringt und sowohl die kaufmännischen als auch die technischen Disziplinen beherrscht“, bekräftigt Christoph Henkel.

Ein entscheidender Faktor für die Auswahl von ams. Solution war der Fokus auf die Einzel- und Kleinserienfertigung. Die bei Henkel hergestellten Werkzeuge sind entweder Unikate oder werden in geringen Stückzahlen erzeugt. Dabei sind die Anforderungen hinsichtlich Geometrie, Material und Einsatzgebiet auch zwischen den Kleinserien immer verschieden. Diesem Fertigungsansatz konnte der Software-Anbieter von Beginn an Rechnung tragen: „Es war von Beginn an klar, dass die ams-Ansprechpartner unser Geschäftsmodell sehr genau kennen und das erforderliche Prozessverständnis mitbringen“, berichtet Christoph Henkel.

Arbeiten ohne Artikelnummern

Ein zentrales Element dieser Spezialisierung ist die Funktionalität der „wachsenden Stückliste“. Denn wie in der Einzel-, Auftrags- und Variantenfertigung üblich, kennt man auch bei Henkel Modellbau die letztliche Produktausprägung bei der Auftragserteilung in aller Regel nicht. Daraus folgt, dass wichtige Wertschöpfungsprozesse wie Konstruktion, Beschaffung und Produktion zeitlich parallel zueinander stattfinden. Versionssicher bildet die wachsende Stückliste alle Änderungen ab, die sich aus der fortlaufenden Konstruktionsarbeit ergeben. Da ams.erp die auftragsbezogenen ERP-Buchungen mit der Auftragsstückliste verknüpft, können alle Beteiligten jederzeit den aktuellen Projektstand einsehen.

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Bild: 5-Achs-Simultan-Fräser

In Echtzeit erfahren die Mitarbeiter in der Beschaffung und der Fertigung, welche Arbeiten bereits ausgeführt wurden und welche Schritte wann anstehen. Gleichzeitig ist vollständig transparent, in welchem Fertigungs- bzw. Lieferstatus sich die zu verbauenden Teile befinden. Dieser Punkt wird noch wichtiger, wenn wie bei Henkel bestimmte Arbeitsschritte wie Drehen und Schleifen extern erfolgen. „Wir verwalten externe Arbeitsgänge über ams.erp und können den aktuellen Bearbeitungsstatus stets im System nachhalten. Hiermit taten wir uns früher oft schwer“, sagt der Geschäftsführer.

Ebenso wie die Thematik der konstruktionsbegleitenden Fertigung sieht der Firmenchef auch die Möglichkeit der Nichtverwendung von Artikelnummern als Nachweis der Anbieterkompetenz im Umfeld der Losgröße 1+. Zwar müsse auch eine spezialisierte Software wie ams.erp die Möglichkeit der Artikeldatenpflege funktional mitbringen. Diese Pflege zähle bei Henkel jedoch nicht zum Tagesgeschäft. ams.erp erlaubt es nun, Sonderteile auch ohne Artikelnummern durch den gesamten Auftrag zu führen, wodurch sich die Pflege des Artikelstamms auf die tatsächlich wiederverwendeten Teile beschränkt. Statt also langwierig Artikelstammdaten pflegen zu müssen, wie von fast allen ERP-Systemen obligatorisch verlangt, lassen sich neue Projekte nun mit einem minimalen Set an Daten anlegen.

Strukturiertere Arbeitsweise

Was den betriebswirtschaftlichen Bereich anbelangt, erachtet es der Firmenchef als große Erleichterung, dass ams.erp den Status und Fortschritt aller laufenden Projekte abteilungsübergreifend in Echtzeit bereitstellt. Da sämtliche Arbeitsbereiche und Projekte miteinander vernetzt sind, lässt sich präzise prognostizieren, wie sich Änderungen sowohl auf einen bestimmten laufenden Auftrag als auch auf alle übrigen Aufträge auswirken.

Insgesamt bildete das neue System die Basis für eine strukturiertere Arbeitsweise. Von kleineren Anpassungen abgesehen, orientiert sich Christoph Henkel bei der Prozessorganisation am branchenerprobten Standard der Software. Die angestrebten Verbesserungen konnten erreicht werden, vor allem die Transparenz in den Kostenstrukturen und in der gesamten Projektabwicklung stieg deutlich. Dies äußert sich u. a. darin, dass die Materialversorgung sowie die genaue Planbarkeit von Endterminen nun jederzeit gewährleistet ist. Somit steht einem Ausbau der Geschäftsaktivitäten nichts im Wege.

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