ERP-Einführung, ERP-Digitalisierung

KUMAVISION factory macht Blechbearbeitung bei LST effizient und transparent

Smarte ERP-Lösung verbindet Fertigung, Maschinensteuerung und Fremdfertigung bei Auftragsfertiger aus Neckarsulm
Lesedauer:  4 Minuten
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Von Beginn an hat sich der Auftragsfertiger LST auf die kunden-
individuelle Blechbearbeitung spezialisiert. Ob Einzelteil, Großserie, Biege- oder Schweißkonstruktion, Platine oder Komplettmontage: 50 Mitarbeiter beliefern deutschland- und europaweit Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen. Die ERP-Software KUMAVISION factory beschleunigt als zentrale Datendrehscheibe die Fertigungsprozesse. Bereits seit über 10 Jahren setzt LST auf die Plattform Microsoft Dynamics NAV. Anfangs wurde das Unternehmen von einem kleineren Microsoft-Partner betreut. Als jedoch dort durch das Ausscheiden eines Mitarbeiters das kundenspezifische Know-how größtenteils verloren ging, entschied sich LST für eine Zusammenarbeit mit KUMAVISION. „Wir haben bewusst nicht nach dem billigsten Anbieter gesucht. Wir haben uns vielmehr für KUMAVISION entschieden, da wir nach einem stark aufgestellten Partner gesucht haben, der einerseits eine regionale Nähe und andererseits eine gewisse Unternehmensgröße mitbringt“, erklärt LST-Geschäftsführer Patrick Kugel.

Unterschiedliche Blickwinkel
Blech wird bei LST in Paketen bestellt, in Kilogramm angeliefert, in Stücken eingelagert und verarbeitet. Am Ende stehen fertige Teile und Restmengen. Die Nachkalkulation erfordert hingegen eine monetäre Bewertung. Die Schwierigkeit, die je nach Fertigungsschritt unterschiedliche Sichtweise im ERP-System richtig abzubilden, wurde anfangs unterschätzt: „KUMAVISION hat jedoch die Problematik schnell erkannt und verstanden, worauf es wirklich ankommt“, berichtet Gugel. So wurden beispielsweise die Eingabemasken so gestaltet, dass jeweils nur die passende Einheit für das Material angezeigt wird. Eine intelligente Fehlerprüfung vermeidet Fehleingaben und weist darauf hin, wenn eine falsche Materialgröße ausgewählt wird. „Es war eine echte Herausforderung, gemeinsam die Abstraktionsebenen im ERP-System zu schaffen, das Ergebnis überzeugt aber voll “, kommentiert Gugel.

Schnelle Erfassung
Eine maßgeschneiderte Maske erlaubt die Erfassung von Aufträgen inklusive Anlage von Materialstamm, Stückliste und Arbeitsplan auf nur einer Ansicht im ERP-System. Die Übernahme bestehender Artikel und die anschließende Kalkulation erfolgen ebenso auf Knopfdruck wie die Verknüpfung mit den CAD-Daten. LST legt die Artikel bereits in der Angebotsphase vollständig an: „In unserer Branche ist die Durchlaufzeit das entscheidende Kriterium für die Auftragsvergabe “, so Gugel. Die Tatsache, dass 2,5 Mitarbeiter ausreichen, um pro Woche rund 300 Aufträge mit über 1 200 Positionen erfassen, unterstreicht die Leistungsfähigkeit der Branchensoftware KUMAVISION factory.

Bidirektionale Kommunikation
Für den Zuschnitt der Blechtafeln kommen bei LST Laserschneidemaschinen von Trumpf zum Einsatz. Die Aufgabe besteht hier darin, sowohl den Materialeinsatz als auch die Laufzeit zu optimieren, indem etwa Teile für unterschiedliche Aufträge simultan aus einem Blech geschnitten werden. Die Steuerung der Schneidemaschinen übernimmt dabei ein separates Programm, das über eine bidirektionale Schnittstelle mit dem ERP-System die erforderlichen Daten für den Zuschnitt sowie Statusmeldungen austauscht. Restmengen werden im Anschluss auf das Recycling-Lager gebucht, wobei das auftragsbezogene Restgewicht erfasst wird. Für die Einteilung der Ressourcen (Mitarbeiter, Maschinen) steht LST eine Lösung eines Drittherstellers zur Verfügung, die auch die Terminierung der Aufträge vornimmt. Auch hier erfolgt der Datenaustausch über eine Schnittstelle: „KUMAVISION factory ist bei uns das führende System. Das Master-Data-Management wird durch die Offenheit der ERP-Lösung vereinfacht, so dass wir Daten nicht doppelt pflegen müssen“, berichtet Gugel aus der Praxis.

Transparenter Blick auf die Fertigung
Der hohe Grad der Prozessintegration aller beteiligten Systeme bei LST schafft die Basis für ein zeitnahes Terminmanagement, das durch eine simultane Betriebsdatenerfassung (BDE) vervollständigt wird. Von der Konstruktion über die Fertigung bis zur Verpackung wird jeder Arbeitsschritt überwacht und dokumentiert. Manuelle Arbeitsschritte werden dabei über Terminals zurückgemeldet, maschinelle Prozesse wie das Laserschneiden elektronisch. „Durch die ständige Ist-Erfassung wissen wir immer, in welchem Bearbeitungsschritt sich ein Auftrag momentan befindet. Wir erkennen sofort, ob und an welcher Stelle ein Auftrag beschleunigt werden muss oder ob es in der Materialdisposition zu Engpässen kommt“, beschreibt Gugel den Mehrwert dieser Systemgrenzen überschreitenden Transparenz. Ein weiterer Vorteil: Bei Rückfragen von Kunden können so bereits während des Telefongesprächs belastbare Aussagen zum Liefertermin getroffen werden.

Fremdfertigung inklusive
Bei der Veredelung der Blechteile arbeitet LST mit Spezialisten für das Pulverbeschichten, Lackieren, Galvanisieren oder Eloxieren zusammen. Die für die Fremdfertigung benötigten Prozesse werden ebenfalls über KUMAVISION factory abgebildet. Bestellungen werden im ERP-System auf Grundlage der Arbeitspläne erstellt, wobei die erforderlichen Informationen wie Farbe, Verarbeitung, Preis automatisch übernommen werden. Auch hier spielt die Prozesstransparenz eine wichtige Rolle: „Wir sehen jederzeit, wo sich Teile befinden und können so Anlieferung und Abholung perfekt koordinieren“, erklärt Gugel.

Schlanke Lösung, schnelle Prozesse
KUMAVISION factory bildet bei LST die Grundlage, um Tag für Tag eine Vielzahl von Aufträgen effizient und termingerecht abzuarbeiten. „Wir können mit unserer ERP-Lösung alle Aufgabenstellungen vom Prototyp bis zur Großserie mit 10 000 Teilen abbilden und profitieren dabei von einer prozessübergreifenden, unternehmensweiten Transparenz“, resümiert Gugel. Dass trotz zahlreicher branchenspezifischer Besonderheiten die Prozesse softwareseitig schlank gehalten werden konnten, sieht der Blechbearbeitungsspezialist als Schlüssel zum Erfolg.

Eingesetzte Lösung: KUMAVISION factory
Herausforderung: Bidirektionale Anbindung der Trumpf-Laserschneidmaschinen
Besondere Effizienz: Abbildung der gesamten Prozesskette, optimierte Workflows

Kontakt
KUMAVISION AG
Oberfischbach 3
88677 Markdorf
Tel.: +49 7544 966-300
Fax: +49 7544 966-101
E-Mail: factory@kumavision.com
Web: www.kumavision.com/factory

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