ERP-Digitalisierung

Die Flensburger Brauerei steuert ihre Prozesse mit ERP von KUMAVISION


Und es hat „PLOP“ gemacht
Lesedauer:  5 Minuten
success kumavision top 1

Plop – weit über Schleswig-Holstein hinaus verbinden Kenner diesen Laut mit dem Bier der Flensburger Brauerei, liebevoll auch „Flens“ genannt. Doch bevor die berühmten Bügelflaschen in der Hand des Genießers ihr charakteristisches Geräusch machen, läuft in der Brauerei von der Rohstoffanlieferung bis zur Biersteuerberechnung ein komplexer Prozess ab. Gesteuert werden diese Abläufe mit der ERP-Branchensoftware für die Getränkeindustrie von KUMAVISION auf Basis von Microsoft Dynamics NAV.

Große LKW fahren auf dem Hof der Flensburger Brauerei vor. Sie liefern den wichtigsten Rohstoff, der den Geschmack des Bieres maßgeblich prägt: Das Malz, gewonnen aus Gerste, die auch auf norddeutschen Feldern wächst. Doch auch wenn es ein besonders hochwertiges Produkt ist, so darf es nicht auf direktem Weg in die Silos der Brauerei gefördert werden. „Wir überprüfen die Qualität jeder Lieferung im Labor“, erklärt Michael Seip, Leiter IT & Controller Service bei der Flensburger Brauerei. Den Prozess dahinter steuert das in die ERP-Software integrierte QS-Modul von KUMAVISION, ebenso wie bei allen anderen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, die am Wareneingang abgeliefert werden. Die Software gibt vor, welche Arbeitsschritte die Mitarbeiter vollziehen und was sie protokollieren müssen. So bleibt alles prozesssicher, transparent und nachvollziehbar. Die Ergebnisse stellen nicht nur eine gleichbleibende Qualität des Endproduktes sicher, sondern fließen auch in die Bewertung der Lieferanten ein.
Leergut im Blick

Während in den großen Braukesseln in einem ruhigen Prozess aus Malz, Hopfen, Wasser und Hefe Schritt für Schritt das Flens entsteht, herrscht in der Abfüllanlage Hochbetrieb. Leere Flaschen fahren auf einem Förderband, bis an einer Station das Bier hineinfließt. Sie sind zum allergrößten Teil zurückgegebenes, gereinigtes und inspiziertes Leergut. Was ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist, erfordert im kaufmännischen Bereich einigen Aufwand. Während der Flascheninhalt verkauft wird, bleiben Flaschen, Kisten und Fässer im Eigentum der Brauerei und werden lediglich gegen Pfand verliehen. „Wenn ein Kunde eine Kiste Vollgut kauft, verbucht die Software ihm gegenüber eine offene Leergutmenge“, berichtet Seip. Da die Flensburger Brauerei ausschließlich an den Großhandel verkauft, kann das Unternehmen somit gegenüber jedem Kunden ein Leergutsaldo auf Knopfdruck ausweisen. Das ist aus zwei Gründen wichtig: Einerseits sieht die Brauerei bei Leegutknappheit, bei welchem Kunden eine größere Menge Flaschen lagert, andererseits muss sie genügend Rückstellungen bilden, falls größere Mengen Leergut auf einmal zurückkommen.
Biersteuer unter Kontrolle

Im Lager warten die fertig abgefüllten Kisten und Fässer auf ihre Auslieferung. Auch wenn es wie jedes normale Lager aussieht, hat es eine Besonderheit. Es ist ein vom Zoll zugelassenes Steuerlager. Hintergrund ist, dass für jede Flasche Bier, die die Halle in Richtung eines deutschen Kunden verlässt, Biersteuer an das Hauptzollamt zu entrichten ist. Sie fällt allerdings nicht an, wenn das Bier in der Produktion zu Bruch geht, für eine Laborprobe genutzt wird oder als Haustrunk an die Mitarbeiter geht. Der deutsche Zoll erhebt ebenfalls keine Biersteuer, wenn das Bier ins Ausland geliefert wird. Im Ergebnis muss die Flensburger Brauerei über den Verbleib jeder einzelnen Flasche Buch führen und in einer monatlichen Biersteuererklärung Rechenschaft ablegen. „Dieser gesamte Komplex ist komfortabel in KUMAVISION abgebildet“, erklärt Seip. „Wir können jede Lagerbewegung nachvollziehen, die Lagerorte getrennt voneinander verfolgen und auf Knopfdruck alles sauber dokumentiert dem Hauptzollamt vorlegen.“
Verträge im Griff

Die LKW der von der Brauerei beauftragten Spedition treffen am Lager ein. Sie transportieren die Kisten und Fässer durch ganz Deutschland zu den Kunden aus dem Großhandel. Eine Besonderheit bei Flensburger ist, dass die Brauerei keine Gastronomen direkt beliefert. Restaurants und Kneipen beziehen ihre Ware vom Getränkehändler. Dennoch tritt das Unternehmen als Vertragspartner auf: Gastronomen können – wie in der Branche üblich – Kredite, Zuschüsse oder Rückvergütungen erhalten und diese über den Absatz von Bier abtragen. Dieses komplexe Vertragswesen ist direkt in KUMAVISION abgebildet. „Das Vertragsmodul wurde für uns in Rekordzeit entwickelt und funktioniert hervorragend“, lobt Seip. Die Daten, welcher Gastronom wieviel Bier abgesetzt hat, erfährt die Brauerei von der GEDAT, einem Dienstleister, der bundesweit Getränkeabsatzdaten erhebt. Die entsprechenden Daten gelangen auf elektronischem Weg direkt in das ERP-System.
Abgleich mit Außendienstsystem

Über die Information der GEDAT kennt auch der Außendienst der Flensburger Brauerei alle Gastronomen, die das Bier ausschenken. Für die Betreuung dieser indirekten Kunden kommt eine speziell für die Getränkeindustrie entwickelte Vertriebssoftware zum Einsatz. Darüber wird die Versorgung der Hotels, Restaurants und Kneipen mit Werbematerialen wie Gläser und Bierdeckel sowie weiterer Ausstattung wie Sonnenschirme oder Kühlschränke gesteuert. Auch Vorverkäufe und andere Verträge sind in diesem System hinterlegt. Der Clou: Über eine Schnittstelle gelangen sämtliche Daten in das ERP-System. So sind die Details auch für die Ansprechpartner im Innendienst ersichtlich. Anfragen von Gastronomen nach Werbemitteln oder Ausstattung können so telefonisch sofort kompetent beantwortet werden. Bestellungen können die Gastronomen auch in einem Online-Portal platzieren, das ebenfalls mit KUMAVISION ERP verbunden ist. Ein Logistikdienstleister erhält die entsprechenden Aufträge direkt aus dem ERP-System.
Gute Zusammenarbeit

Über den Getränkehandel und die Gastronomie gelangt das Flens dorthin, wo es hingehört: In die Kehlen der zufriedenen Bierliebhaber. Zufrieden ist auch Michael Seip – mit seinem ERP-Partner KUMAVISION und seiner Unternehmenssoftware. „Die Größe von KUMAVISION und die weltweit genutzte Basis Microsoft
Dynamics NAV geben Sicherheit“, meint er. „Und die Zusammenarbeit mit KUMAVISION klappt ausgezeichnet.“

Kontakt

KUMAVISION AG

Oberfischbach 3

88677 Markdorf

Tel. 07544 966-300

E-Mail: info@kumavision.com

Web: www.kumavision.com

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